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Der Elektroautobauer Tesla verzichtet traditionell auf Werbeanzeigen, doch mit dieser Linie will Konzernchef Elon Musk nun brechen. „Wir werden ein bisschen Werbung ausprobieren und schauen, wie es läuft“, sagte Musk am Dienstag bei Teslas Aktionärstreffen im texanischen Austin. Angesichts hoher Nachfrage hatte Tesla bezahlte Anzeigen lange nicht nötig. Musk nutzte seine eigene Popularität und andere Mittel als Marketing-Instrumente – vor allem die inzwischen von ihm übernommenen Online-Plattform Twitter. Doch das scheint zunehmend ausgereizt. Dieses Jahr senkte Tesla mehrfach die Preise.
Eine ausgereifte Planung für Werbung habe Tesla aber noch nicht, sagte Musk nach der Hauptversammlung dem US-Sender CNBC. „Ich habe dem gerade erst zugestimmt, es gibt noch keine vollständige Strategie.“ Bezahlte Anzeigen könnten jedoch ein Weg sein, Teslas Kundenbasis zu erweitern. Der E-Auto-Pionier verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele, doch die Konkurrenz wird immer schärfer. Außerdem droht konjunktureller Gegenwind.
Auch Tesla sei nicht „immun“ gegen Rezessionsrisiken, sagte Musk. Er rechne in den kommenden zwölf Monaten mit einem schwierigen Wirtschaftsumfeld. Im April hatte Musk erklärt, Tesla werde dem Umsatzwachstum Vorrang vor dem Gewinn einräumen, nachdem das Unternehmen sein Margenziel aufgrund aggressiver Preissenkungen verfehlt hatte.
Abgelenkt durch Twitter
Die Bedenken der Anleger drehten sich auch um die fehlende Nachfolgeplanung für den Vorstandsvorsitzenden, der sinkenden Nachfrage und seinem Engagement bei Twitter, das er im Oktober gekauft hatte. „Es gab eine kurzfristige Ablenkung, weil ich eine große Operation am offenen Herzen bei Twitter durchführen musste, um das Überleben des Unternehmens zu sichern“, erklärte Musk. In der vergangenen Woche gab er bekannt, die ehemalige Werbechefin von NBC Universal, Linda Yaccarino, werde seine Nachfolge als Twitter-CEO antreten und er sich auf den Bereich Produkte und Technologie konzentrieren.
Die Tesla-Aktionäre stimmten am Dienstag bei fast allen Vorschlägen zügig für die Empfehlungen des Vorstands. Die Papiere des Unternehmens stiegen im nachbörslichen Handel um 0,6 Prozent. Die Aktie ist seit ihrem Rekordhoch im November 2021 um etwa 60 Prozent gefallen, was auf Musks Ablenkung durch Twitter und die Sorge um die abflauende Nachfrage nach Elektroautos zurückzuführen ist.
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