#Tiger Woods trotz starker Schmerzen verblüffend gut

„Tiger Woods trotz starker Schmerzen verblüffend gut“

Sungjae Im, die Nummer 26 der Weltrangliste, führt nach dem ersten Tag des 86. Masters in Augusta das Feld der 90 Teilnehmer an. Nach einer Runde von 67 Schlägen liegt der 26 Jahre alte südkoreanische Golfprofi einen Schlag vor dem Australier Cameron Smith, der letzten Monat die Players Championship, das inoffizielle fünf Major, gewonnen hatte.

Doch das war an diesem nassen und windigen Tag im amerikanischen Südstaat Georgia nur Nebensache. Am Donnerstag drehte sich alles um das Comeback von Tiger Woods. 508 Tage nach seiner letzten offiziellen Turnierteilnahme beim Masters 2020 und 408 Tage nach seinem schlimmen Verkehrsunfalls in einem Vorort von Los Angeles, bei dem sein rechtes Bein so schwer verletzt wurde, dass eine Amputation nur dank modernster chirurgischer Techniken verhindert wurde, spielte der Superstar erstmals wieder bei einem offiziellen Turnier. Und was kaum jemand erwartet hatte: Tiger gelang ein Runde von 71 Schläge (eins unter Par). Er benötigte damit nur einen Schlag mehr als bei seinem Auftakt 2019, mit dem er die Grundlage zu seinem fünften Masters-und 15. Major-Sieg legte.

Das Ergebnis ist besser als das Spiel

Der Publikumsliebling, der wie schon in den Proberunden von den mit Abstand meistens Fans begleitet wurde, rangiert damit auf dem geteilten zehnten Platz, nur vier Schläge hinter dem Spitzenreiter. Doch das Ergebnis klingt besser als sein Spiel war. Schon auf der Übungswiese traf Woods den Ball am Morgen schlecht, nur wenig besser auf der Runde. Er erreichte nur neun Grüns in der vorgegebenen Schlagzahl (Greens in Regulation), verzog gleich vier Mal seine Abschläge weit nach links.

Doch noch immer schlägt kaum jemand die Eisen so präzise wie der langjährige Primus. Hinzu kommt sein extremes Feingefühl auf den und rund ums Grün. Das sogenannte „Srambling“, das Retten von Par, wenn man ein Grün verfehlt, beherrscht Woods auch nach der langen Zwangspause, die ihn in der Branchenhackordnung bis auf Platz 973 abrutschen ließ, immer noch wie kaum ein anderer Kollege. Wie auch das Putten hatte er in den letzten Wochen und Monaten sein kurzes Spiel auf dem Trainingsgelände auf seinem Anwesen in Jupiter in Florida täglich trainiert, lange bevor er wieder volle Golfschläge ausführen konnte. Auch deshalb war mit seiner Runde zufrieden: „Heute in den roten Zahlen (also unter Par) zu landen, nach einer so langen Pause, wie ich sie hatte, und nachdem ich nicht an einem Wettkampf teilgenommen habe, das ist etwas ganz Besonderes.

Stangen, Schrauben und Nägel im Bein

Als er nach dem 18. Loch in Richtung Klubhaus unterwegs war und ihn die Fans in feierte, konnte sich Woods ein Lächeln nicht verkneifen. Er genoss sichtlich nach drei Jahren wieder einmal die Begeisterung, denn 2020 fand das Masters ohne Zuschauer statt und Vorjahr sah Woods das Turnier nur vom Krankenbett aus, an das er drei Monate gefesselt war. „Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich die Gelegenheit hatte hier zu spielen, sogar beim Masters und so empfangen zu werden“, sagte Woods. Er gab unumwunden zu, dass sein mit Stangen, Schrauben und Nägeln zusammengeflicktes Bein und Fuß ihn während der Runde stark schmerzte. Beim Lesen der Grüns konnte er niemals ganz in die Hocke gehen.

Woods kündigte an, das stark angeschwollene Bein sofort nach der Runde in Eis zu packen. „Ja, es wird wehtun. So ist das nun mal. Aber die Trainingszyklen, die wir hatten, sollen sicherstellen, dass ich die Ausdauer habe, um weiterzumachen. Wir haben noch drei weitere Runden vor uns. Es ist noch ein langer Weg und es sind noch viele Schläge zu spielen. Wie ich schon sagte, wird mein Bein bei all der harten Arbeit für den Rest meines Lebens eine Belastung darstellen. So ist es nun mal, aber ich kann es schaffen.“ Bei seiner Pressekonferenz hatte er am Dienstag noch mit fester Überzeugung gesagt, er glaube dieses Masters gewinnen zu können. Am Donnertag klang es schon etwas bescheidener. Er gab zu, dass allein schon die Tatsache, dass wieder Golf spielen könne, ein Sieg sei.

Die Ergebnisse im Detail

(Par 72), 7.4.2022 – 10.4.2022, Stand nach einer von 4 Runden:

1. Im Sungjae (Südkorea) 67 Schläge (67); 2. Cameron Smith (Australien) 68 (68); 3. Danny Willett (England) 69 (69); Joaquin Niemann (Chile) 69 (69); Scottie Scheffler (USA) 69 (69); Dustin Johnson (USA) 69 (69); 7. Jason Kokrak (USA) 70 (70); Corey Conners (Kanada) 70 (70); Patrick Cantlay (USA) 70 (70); 10. Harry Higgs (USA) 71 (71); Kevin Na (USA) 71 (71); Daniel Berger (USA) 71 (71); Tiger Woods (USA) 71 (71); Tony Finau (USA) 71 (71); Webb Simpson (USA) 71 (71); Harold Varner III (USA) 71 (71); Will Zalatoris (USA) 71 (71); Matthew Fitzpatrick (England) 71 (71); … 70. Bernhard Langer (Anhausen) 76 (76)

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