Ich nehme eine Umzugskiste in die Hand und säubere mein WG-Zimmer von allem, das nicht männlich genug ist. „Joan Didion, weg! Toni Morrison, weg!“, murmele ich. „Whitney, Céline, Madonna – weg, weg, weg!“ Um ganz sicherzugehen, ersetze ich meine Yogamatte mit zwei 15-Kilo-Hanteln und die nach „Summer Rain“ riechende Kerze auf dem Couchtisch mangels Alternativen mit einem Gummihammer.
Was ich hier mache, ist schnell erklärt. Junge Männer driften nach rechts – und das seit Jahren. Das hat eine Auswertung der Financial Times ergeben, das zeigen Umfragen und seit wenigen Wochen auch Wahlergebnisse. Junge Männer denken konservativer, sie sind wütender, sie sind antifeministischer. Nach einer Studie des Londoner King’s College bewerten junge Männer die Auswirkungen des Feminismus häufiger für schädlich als ihre Großväter mit über 60.
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