#Tom Tugendhat bei Tory-Wahl ausgeschieden

„Tom Tugendhat bei Tory-Wahl ausgeschieden“

Im dritten Gang zur Wahl des neuen Tory-Parteivorsitzenden und Premierministers ist der Abgeordnete Tom Tugendhat ausgeschieden. Das nunmehr vier Kandidaten zählende Feld wird weiterhin vom früheren Schatzkanzler Rishi Sunak angeführt, der sein letztes Ergebnis um 14 Stimmen auf 115 erhöhen konnte. Die Staatssekretärin im Handelsministerium, Penny Mordaunt, verlor eine Stimme, bleibt aber mit 82 auf dem zweiten Platz. Außenministerin Liz Truss wurde von 71 Abgeordneten unterstützt, von sieben mehr als am Donnerstag. Als letzte ging – mit 58 Stimmen – die Staatssekretärin im Wohnungsbauministerium, Kemi Badenoch, durchs Ziel. Sie gewann neun Stimmen hinzu.
Sollten keine größeren Bewegungen mehr stattfinden, droht Badenoch im nächsten Wahlgang an diesem Dienstag auszuscheiden.

Während die Abgeordneten in der Fraktion ihre Stimme für einen Nachfolger des amtierenden Premierministers Boris Johnson abgaben, wurde gegen ihn im Plenarsaal ein Misstrauensvotum vorbereitet. Ursprünglich hatte es die Labour Party beantragt. Nach politischen Winkelzügen war es dann aber von der Regierung selber eingebracht worden. In der Debatte vor dem Votum verteidigte Johnson seine Bilanz in einer leidenschaftlichen Rede und nahm für seine Regierung in Anspruch, „jedes einzelne Wahlversprechen eingelöst zu haben“. Labour-Chef Keir Starmer sprach hingegen von „nicht endenden Wahnvorstellungen“ Johnsons und bezeichnete es als „Erleichterung für das Land“, dass die Tories Johnson „entlassen“ hätten.

Sunak und Truss werden hart angegangen

Johnson erhielt zum Teil starken Zuspruch aus den eigenen Reihen. Der Abgeordnete Bill Wiggins bedauerte, dass das Land „einen politischen Kommunikator und Führer von historischen Proportionen verloren“ hätte. Es wurde mit einem klaren Sieg der Regierung gerechnet.

Nach heftigen Wortgefechten und persönlichen Angriffen in zwei Fernsehdebatten hatten Sunak und Truss am Montag ihre Teilnahme an einer dritten TV-Runde abgesagt. Das gegenseitige „Geißeln“ von Kandidaten diene der Partei nicht, hieß es aus der Fraktion. Der Sender Sky News strich die Debatte daraufhin aus dem Programm. Sunak hatte sich bisher souverän in den Debatten präsentiert. Als „front-runner“ stand er allerdings im Mittelpunkt der Angriffe. Er musste sich für seine Steuerpolitik rechtfertigen und für den Reichtum seines Schwiegervaters, eines indischen Konzern-Gründers. Truss hingegen hatte sichtlich Mühe mit dem Format medialer Selbstdarstellung. „Ich bin vielleicht nicht der glatteste Darsteller auf dieser Bühne“, gab sie zu – und teilte damit zugleich gegen den oft zu gewandt wirkenden Sunak aus. Mordaunt enttäuschte viele Beobachter. Ihre finanzpolitischen Pläne blieben vage, und sie strauchelt mit ihrer Bilanz als ehemalige Gleichstellungsbeauftragte.

Zur Lieblingskandidatin vieler konservativer Journalisten, aber auch der Parteibasis stieg Kemi Badenoch auf. Aufrufe aus dem rechten Flügel der Partei, sie solle aufgeben und ihre Unterstützer Truss zuführen, lehnte sie ab: Sie sei im Rennen, um zu gewinnen, sagte sie.

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