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Die Demokraten haben am Mittwoch E-Mails des toten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. In einer dieser Nachrichten schrieb Epstein, dass Donald Trump, ein früherer Freund Epsteins, „von den Mädchen wusste“. Dabei geht es um – teils minderjährige – Opfer Epsteins, an denen dieser sich sexuell vergangen hat.
Trump hat bislang jegliches Wissen um die Taten Epsteins bestritten, und bisher gibt es keine Beweise für das Gegenteil. Allerdings waren die beiden New Yorker jahrelang befreundet. Auch soll Trump einen Beitrag in einem Geburtstagsbuch für Epstein verfasst haben, in dem er diesem wünschte, dass „jeder Tag ein süßes Geheimnis“ bergen solle. Der Beitrag ist umrandet von einer Zeichnung, die an eine nackte Frau erinnert, und die Unterschrift im Schritt der Frau ähnelt jener Donald Trumps. Dieser hat bestritten, Verfasser des Beitrags zu sein.
Dabei geht es einerseits um eine Verteidigung Donald Trumps, der nach einer ersten Verurteilung Epsteins im Jahr 2008 gesagt hatte, er habe ihn aus seinem Golfclub in Mar-a-Lago geworfen. Epstein sagt hier, dass er dort niemals Mitglied gewesen ist. Andererseits geht es um Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell, die dem früheren Investor jahrelang immer wieder Opfer zugeführt hatte. Epstein sagt also, dass Trump nicht nur wusste, dass Maxwell dies tat, sondern auch, dass Epstein sich an den Mädchen und jungen Frauen verging.
Verschwörungstheorien zu Epsteins Tod
In einer weiteren Mail an Maxwell schreibt Epstein im Jahr 2011, es sei auffällig, dass der Einzige, der sich bis dahin nicht zu Wort gemeldet habe zu Epsteins erster Verurteilung, Donald Trump sei. Eines seiner Opfer habe mit Trump „Stunden in meinem Haus verbracht“, schreibt Epstein. Doch Trump sei in der Untersuchung kein einziges Mal erwähnt worden.
Der dritte veröffentlichte Schriftwechsel ist aus dem Jahr 2015 und wiederum zwischen Epstein und Michael Wolff. Der Journalist scheint Epstein hier Rat zu erteilen, wie er am besten mit dem Wissen über den damaligen Präsidentschaftskandidaten umgehen solle.
Am Nachmittag reagierte das Weiße Haus. „Die Demokraten haben E-Mails selektiv an die liberalen Medien weitergegeben, um eine falsche Darstellung zu schaffen und Präsident Trump zu diffamieren“, teilte Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses, mit.
Weiter heißt es in dem Statement: „Das in diesen E-Mails erwähnte ‚unbenannte Opfer‘ ist die verstorbene Virginia Giuffre, die wiederholt erklärte, dass Präsident Trump in keinerlei Fehlverhalten verwickelt war und ihr gegenüber in ihren begrenzten Interaktionen ‚nicht freundlicher hätte sein können‘. Es bleibt die Tatsache, dass Präsident Trump Jeffrey Epstein vor Jahrzehnten aus seinem Club geworfen hat, weil er sich gegenüber seinen weiblichen Angestellten, darunter auch Giuffre, unangemessen verhalten hatte.“ Leavitt zufolge versuchten die Demokraten mit den veröffentlichten Mails nur, von den Errungenschaften Trumps abzulenken.
In den vergangenen Monaten haben sowohl Demokraten als auch Republikaner immer wieder Ausschnitte aus den Untersuchungsakten des Falls Epstein veröffentlicht. Das gesamte Material steht der Öffentlichkeit allerdings nicht zur Verfügung, die Einordnung der einzelnen Schriftstücke in das gesamte Korpus fällt also schwer.
Die Epstein-Affäre beschäftigt die amerikanische Öffentlichkeit seit Jahren. Epstein war im Juli 2019 verhaftet worden und im August 2019 erhängt in seiner Zelle aufgefunden worden. Sofort danach gab es Theorien, Epstein sei Opfer einer Verschwörung geworden und zum Schweigen gebracht worden. Diese kursierten vor allem in rechten Kreisen, nahm man dort doch an, es seien ranghohe Demokraten in die Taten Epsteins verwickelt.
Im Wahlkampf dann versprach Donald Trump, die Ermittlungsakten zu veröffentlichen, was jedoch bis dato nicht geschehen ist. Das sorgt für Unmut bei seiner Basis, und Trump versucht immer wieder mit Wortmeldungen, die Affäre zu beenden. Die Demokraten im Repräsentantenhaus drängen auf eine Veröffentlichung, bislang fehlen ihnen aber genügend Verbündete auf republikanischer Seite, um das auch wirklich zu tun.
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