TV-Beben: ARD und ZDF schalten gleich 3 Sender ab

TV-Beben: ARD und ZDF schalten gleich 3 Sender ab
Gleich drei TV-Sender verschwinden noch in diesem Jahr bei ARD und ZDF. Für immer, wohlgemerkt. Andere Kanäle werden zusammengelegt. Und auch die Tagesschau ist betroffen. Was genau abgeschaltet wird, steht fest – wie das neue Portfolio wirken soll, dagegen weniger.

Ein Fernseher auf dem das Logo der Tagesschau zu sehen ist
TV-Beben: ARD und ZDF schalten gleich 3 Sender abBildquelle: Mike Philipp / Unsplash

ARD und ZDF setzen nach eigenen Angaben den Reformstaatsvertrag um. Sie wünschen, ihre Zusammenarbeit auszubauen. Doch das bedeutet einen harten Einschnitt. Gleich drei TV-Sender werden Ende des Jahres abgeschaltet. Das betrifft ARD alpha, tagesschau24 und ONE. Bei ihnen soll am 31. Dezember 2026 das Licht ausgehen. Der Reformstaatsvertrag (7. MÄStV) schreibe vor, die Anzahl linearer Kanäle zu reduzieren und diese nur noch gemeinsam zu veranstalten. Für die bislang nur von der ARD betriebenen Kanäle steht das Vorhaben „soweit erforderlich“ unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung.

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Die eigentliche Überraschung: neue Namen

Im Detail steckt die größere Veränderung weniger in den drei Abschaltungen als in der Markenlogik. ARD und ZDF wollen künftig drei „nutzungsstärkste Angebote“ in den Bereichen Information, Bildung, Dokumentation und junge Erwachsene fortführen. Das heißt aber, dass es neue Strukturen und Sendernamen gibt.

  • phoenix von ARD und ZDF soll als gemeinsames Informationsangebot laufen, mit ARD aktuell, ZDF heute sowie Parlaments- und Ereignisberichterstattung und begleitenden Gesprächssendungen.
  • neo von ARD und ZDF ist als gemeinsames Angebot für junge Erwachsene geplant.
  • info von ARD und ZDF wird als gemeinsamer linearer Dokumentationskanal angekündigt.

So soll das Portfolio ab 1. Januar 2027 aussehen

Ab Januar 2027 besteht das „Gesamtportfolio der gemeinsam veranstalteten Angebote“ laut einer gemeinsamen Mitteilung von ARD und ZDF neben arte aus 3sat (Federführung ZDF), KiKA (Federführung ARD/MDR), funk (Federführung ARD/SWR) sowie den drei neuen Schwerpunkten info (Federführung ZDF), neo (Federführung ZDF) und phoenix (Federführung ARD/WDR).

ARD und ZDF betonen dabei, sie würden „konsequent digital“ denken. Lineare Reichweite werde für den Übergang genutzt, auch mit Blick auf Sichtbarkeit und Distribution. Gleichzeitig bleibt offen, wie genau dieser Übergang im Alltag aussehen soll: In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen Programmplanungen, Abstimmungsprozesse, Workflows und einen Probebetrieb erarbeiten – Starttermin für die neuen gemeinsamen Kanäle ist der 1. Januar 2027.

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Was noch unklar ist

Unterm Strich ist die Ansage eindeutig: Drei lineare ARD-Spartensender sind ab Ende 2026 weg. Gleichzeitig soll es ab 2027 gemeinsame lineare Angebote geben, die stärker als „Marken“ gedacht sind und inhaltliche Schwerpunkte bündeln.

Die Sender verkaufen das als Aufbruch Richtung jüngere Zielgruppen und „zukunftsfähige Medienangebote“. Das kann stimmen – ist aber zunächst PR-Sprache. Der entscheidende Punkt ist, ob Du Inhalte danach schneller findest. Denn denkbar ist auch, dass sich die Orientierung verschlechtert, weil bekannte Sendernamen verschwinden und durch neue, sehr generische Labels ersetzt werden.

Bildquellen

  • Dort, wo früher „Das Erste“ sendete, ist bald ein anderer Sender zu sehen: Mike Philipp / Unsplash

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