
Er ist Schauspieler, Musiker und Autor und für sein künstlerisches Schaffen vielfach ausgezeichnet. Ulrich Tukur dürfte den meisten Zuschauer*innen ein Begriff sein.
Vielleicht wissen aber nicht mehr alle, wie er einmal angefangen hat?
Unter der Regie von Michael Verhoeven konnte Ulrich Tukur, der unter dem bürgerlichen Namen Scheurlen 1957 das Licht der Welt erblickte, seine Karriere 1982 im Kino mit einem Film über die gleichnamige Widerstandsgruppe im NS starten.
Auf dem Bild ist er in einer Drehpause mit seinem Kollegen Wulf Kessler zu sehen. Letzterer spielte Hans Scholl, Tukur hatte die Rolle von Willi Graf übernommen.
Bevor er Schauspiel in Stuttgart studierte, hat Tukur Germanistik, Anglistik und Geschichte in Tübingen studiert. Interessensgebiete, die sich auch in seinen Rollen niederschlagen sollten.
In seiner Karriere hat der renommierte Schauspieler sehr, sehr viele prominente und gewichtige Persönlichkeiten verkörpert. In seinem ersten TV-Spielfilm nahm er sich dem RAF-Terroristen Andreas Baader an.
Während er vorwiegend Filmproduktionen für TV und Kino drehte, war er auch am Theater umtriebig. Schon bevor Peter Zadek Intendant in Hamburg am Deutschen Schauspielhaus wurde, war er mit Tukur bekannt, der dort von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in diversen Haupt- und Nebenrollen zu sehen war.
Das Bild stammt aus der von Zadek inszenierten Aufführung „Lulu“
Tukur war auch anschließend am Theater aktiv. Zum Beispiel leitete er gemeinsam mit Ulrich Waller die Hamburger Kammerspiele von 1995 bis 2003
Auch die Liebe zur Musik ist schon in frühen Künstlerjahren vorhanden. So soll sich Tukur auch schon Anfang 20 als Straßenmusiker betätigt haben. Ganz sicher ist, dass er Piano und Akkordeon spielt und außerdem singt. Und das wohl schon lange.
1995 gründete er eine ganz besondere Boyband: die Tanzkapelle „Ulrich Tukur & die Rhythmus Boys“ tourt immer noch, das nächste Mal am 30. August 2025. Wenn ihr das verpasst, könnt ihr aber auch die Alben zu Hause hören. „Es leuchten die Sterne“ ist von 2024, also sozusagen noch fast brandneu.
Wie schon gesagt, die Vita Tukurs strotzt vor historisch bedeutenden Figuren, die er dargestellt hat, nur einige wenige können wir hier stellvertretend zeigen.
In dem zweiteiligen Doku-Drama spielte er den jungen Wehner, während der ältere Politiker von Heinz Baumann dargestellt wurde.
Das beschäftigt uns noch ein wenig, denn es ist auf Anhieb nicht herauszufinden, wie der Autor Siegfried Lenz und Ulrich Tukur auf dieses gemeinsame Bild kamen. Zwar hat Tukur auch in mindestens einer Verfilmung, die lose auf der Literatur von Lenz basierte, gespielt, aber das war viele Jahre später.
Wir nutzen die Gelegenheit, um zu erwähnen, dass Tukur selbst auch Literatur produziert hat. Wenn ihr euch dem widmen möchtet, habt ihr sogar eine Auswahl. Zuletzt erschien „Mit Thomas Mann am Meer“ eine von Tukur herausgegebene Zusammenstellung von Texten des bekannten Autors, ihr könnt aber auch nachlesen, was er selbst geschrieben hat: „Der Ursprung der Welt“ und „Die Seerose im Speisesaal“.
Bevor er ab 2010 die Rolle von Felix Murot übernahm, der im Hessischen Landeskriminalamt als Kriminalhauptkommissar ermittelt (letzter Fall: „Murot und das 1000-jährige Reich“ von 2024), war er bereits in verschiedenen Folgen und Rollen zu sehen.
Auf dem Bild ist er in seiner ersten „Tatort“-Produktion in der Episode „Perfect Mind: Im Labyrinth“ zu sehen. Neben ihm Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.
Noch ein Beispiel für eine bekannte Persönlichkeit ist der Pastor Dietrich Bonhoeffer, den Ulrich Tukur in dieser deutsch-US-amerikanisch-kanadischen Koproduktion unter der Regie von Eric Till verkörpert hat. Auf dem Bild neben ihm Johanna Klante, die Maria von Wedemeyer spielte.
Noch ein Beispiel für internationale Produktionen, an denen Tukur beteiligt war, ist „Solaris“ von Steven Soderbergh. Auf dem Bild der Regisseur ganz außen, und die Cast-Kollegen George Clooney und Natascha McElhone.
Auch im Spielfilmdebüt von Florian Henckel von Donnersmarck, der auch das Drehbuch verfasste, hatte Tukur eine Rolle als Oberstleutnant Anton Grubitz.
Dieser Film von Michael Haneke gewann 2009 in Cannes die Goldene Palme. Ulrich Tukur spielt den strengen Herrn des Hauses.
Wer sich mit dem gesamten Werk des Schauspielers auseinandersetzen möchte, hat insofern Glück, als es sich in den allermeisten Fällen um wirklich gute Filme handelt.
Wieder eine stellvertretende Aufnahme, denn Uniformen hat Tukur in seiner Laufbahn recht häufig getragen, zum Beispiel in „Stauffenberg“ oder „Eichmanns Ende“, aber natürlich auch hier in „Rommel“, wo er Erwin Rommel darstellt.
Wir haben mit euch einen kurzen Ausflug zu den Anfängen von Ulrich Tukurs Karriere gemacht und dabei etliches aus den letzten Jahrzehnten übersprungen und unerwähnt gelassen.
Am 13. August 2025 ist er im Ersten ab 20:15 Uhr und der ARD-Mediathek in „Bis zum letzten Tropfen“ von 2022 zu sehen, aber Ulrich Tukur kommt in diesem Jahr auch noch ins Kino. Ab November könnt ihr ihn zusammen mit Anke Engelke in „Dann passiert das Leben“ anschauen. Den Trailer gibt es jetzt schon.
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