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„Universal Music kauft Autorenrechte von Bob Dylan“
Bob Dylan hat die Autorenrechte an seinem umfangreichen Werke-Katalog an die Universal Music Group verkauft. Die Verlagssparte des zum französischen Medienkonzern Vivendi gehörenden Musikunternehmens teilte am Montag mit, die Vereinbarung umfasse mehr als 600 Werke. Dazu zählen etwa Klassiker wie „Blowin’ In The Wind“, „The Times They Are a-Changin“, aber auch die Lieder des in diesem Jahr erschienen Albums „Rough and Rowdy Ways”.

Künftige Werke Dylans fallen demnach nicht unter die Vereinbarung, „Es ist kein Geheimnis, dass die Kunst des Songwriting der wesentliche Schlüssel zu großartiger Musik ist und es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass Bob einer der großartigsten Praktiker dieser Kunst ist“, ließ sich Universal-Chef Lucian Grainge zitieren. Jody Gerson, die Geschäftsführerin der Universal-Music-Verlagssparte soll über Jahre mit Dylan im Gespräch gewesen sein, schreibt die „Financial Times“.
Gerson erklärte am Montag: „Das Werk eines der größten Songwriters aller Zeiten zu vertreten, dessen kulturelle Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, ist Privileg und Verantwortung zugleich.“ Der Abschluss stärkt Universals Position im Verlagsbereich, wo das Unternehmen vor allem mit den anderen beiden globalen Musikunternehmen – Sony und Warner Music – aber auch Bertelsmanns Musiksparte BMG konkurriert. Vivendi möchte Universal 2022 an die Börse bringen.
Autorenrechte sind heiß begehrt
Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern hatte der mittlerweile 79 Jahre alte Literaturnobelpreisträger die Rechte an seinen Kompositionen stets behalten. Lediglich die Verwaltung und das Einholen der Tantiemen übernahm außerhalb Amerikas der Verlagsarm von Sony Music, ATV. Über den Kaufpreis machte Universal derweil keine Angaben, „Bloomberg“ zufolge sind die Rechte aber mehr als 200 Millionen Dollar wert. Die Branchenwebseite „Music Business Worldwide“ verweist auf Quellen, die gar von bis zu 400 Millionen Dollar ausgehen.
Kataloge prominenter Songwriter sind seit Jahren auch unter Käufern außerhalb der Musikbranche begehrt. Unter anderem der Fonds Hipgnosis ist hier sehr aktiv. Erst vergangene Woche hatte Fleetwood-Mac-Songwriterin Stevie Nicks einen Großteil der Rechte an ihrem Werkekatalog an Primary Wave Music Publishing verkauft, was dem Unternehmen 100 Millionen Dollar wert gewesen sein soll. So viel soll im August dieses Jahres auch der Verlag Concord Music Publishing für den Katalog von Imagine Dragons gezahlt haben.
Wer die Rechte an Kompositionen hält, partizipiert an jeglicher Nutzung dieser, ob in Werbung, Filmen, Video-Spielen oder auf den diversen populären Streamingdiensten und Konzerten sowie sonstigen Aufführungen. Ist der Autor eines Werkes nicht auch gleichzeitig der Interpret, so erhält er dennoch anteilig Tantiemen, die durch den Verkauf von Musikaufnahmen unter Verwendung seiner Arbeit entstehen. Laut Universal sind Dylans Songs mehr als 6000 mal aufgenommen worden. Dylan selbst hat der Mitteilung zufolge seit 1961 mehr 125 Millionen Tonträger verkauft. Sein jüngstes Werk ist wie viele zuvor auf dem Sony Label Columbia erschienen.
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