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Unter Reisenden gilt der Rat, man solle es halten wie die Einheimischen. Sie kennen sich schließlich aus und wissen, wo die wirklich guten Restaurants sind. Da scheint es naheliegend, diese Regel auch für Geldanlagen zu nutzen. Warum also nicht das tun, was die Anlageprofis vormachen? Oder reiche Menschen, die es kaum ohne Grund geworden sind.
Viele, die sich damit gut auskennen, kaufen weiterhin amerikanische Aktien. Besonders beliebt sind laut der Schweizer Privatbank Pictet vor allem große Technologietitel. Sorgen um eine Überhitzung der KI-Konzerne scheinen sich die vermögenden Kunden nicht zu machen. Dabei sind die Kurse genau dieser Titel zum Teil bereits stark gestiegen und gelten im Vergleich zu ihrem Gewinn als teuer.
Ein Crash droht erst, wenn die Phantasie die Substanz ersetzt
Aber das ist nur ein Aspekt. Anders als zur Zeit der Blase am Neuen Markt gibt es diese Gewinne tatsächlich. Die Unternehmen haben zahlende Kunden. Das ist bei der Frage nach einer Blase entscheidend. Erst wenn die Phantasie die Substanz ersetzt, droht der Crash.
Phantasie gibt es natürlich auch derzeit. Doch solange ihr reale Gewinne gegenüberstehen, lässt sie sich noch als Zukunft verkaufen und nicht nur als Wunschdenken. Reiche Menschen investieren eben auch nicht immer dort, wo es billig ist, sondern gern dort, wo auch andere Vermögende längst sitzen. Irgendwann ist es aber an der Zeit, den Reise-Rat zu Ende zu denken: Wenn es zu voll und zu teuer wird, sucht man sich besser ein anderes Restaurant.
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