„Vegetieren lassen oder töten?“
Im niedersächsischen Kirchlinteln stehen die Schweine eng an eng im Stall.
Bild: dpa
Abermals explodieren in den Schlachthöfen die Corona-Zahlen, große Betriebe stellen ihre Arbeit ein. Landwirte müssen entscheiden, ob sie die Tiere unter erbärmlichen Bedingungen weiterleben lassen oder umbringen.
Die Lage in den Schweineställen spitzt sich Tag für Tag zu. Die Preise liegen am Boden und die Betriebe können ihre Tiere kaum noch verkaufen, weil aufgrund der verstärkten Ausbreitung des Corona-Virus weitere Schlachtkapazitäten wegfallen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) berichtete am Donnerstag im Landtag unter Tränen aus ihren Gesprächen mit betroffenen Landwirten. „Die sagen: Ich töte meine Schweine und ich werde mich umbringen.“

Reinhard Bingener
Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
Zuvor war am Mittwochabend bekanntgeworden, dass der Landkreis Emsland den größten niedersächsischen Schweineschlachthof in Sögel ab Sonntag für mehr als drei Wochen schließt. In dem Betrieb des Tönnies-Konzerns wurden bisher 112 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Auch in dem Emsteker Schweineschlachthof im Landkreis Cloppenburg gibt es einen Corona-Ausbruch mit bisher 63 Infizierten. Der Betrieb gehört zum Fleischkonzern Vion, der ebenso wie der Tönnies-Konzern bereits mehrere Corona-Ausbrüche verzeichnet hat. Auch in Emstek haben die Behörden die Schlachtkapazitäten weiter gesenkt.
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