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Das Publikum freut sich noch über Sophie Berner. Die Musicaldarstellerin hat einen Cher-Hit gesungen, als Thomas Gottschalk auf die Bühne tritt und halb fragt, halb verkündet: „Ach, ich bin schon dran.“
Eigentlich ist Cher dran. Der Schauspieler Hannes Jaenicke hat schon die Laudatio gehalten, Thomas Gottschalk soll dem Popstar nun, ganz am Ende der Gala, nur noch ihren Bambi in der Kategorie „Legende“ überreichen. Aber das scheint der 75 Jahre alte Showmaster nicht akzeptieren zu wollen. Er sagt: „Ich bin ja eigentlich wie aus der Abteilung ‚Stille Legenden‘, aber wie ich zu den Legenden gerutscht bin, weiß ich auch nicht.“
„Die einzige Frau, die ich in meinem Leben lang ernst genommen habe“
Erst dann kommt er – mit mehreren Verhaspelern – zur Preisträgerin: „Hier ist sie. Die einzige, die einzige Frau, die ich in meinem Leben lang ernst genommen habe.“ Aus dem Publikum ertönen Pfiffe und Buhrufe. Gottschalk scheint sie nicht zu hören. Er fährt fort: „Und hier ist, na ja, Cher, Cher – nichts ist so schwer wie Cher. Ich habe auch viele Namen verwechselt bei ‚Wetten, dass..?‘ Ich habe auch Leute angesagt, die gar nicht gekommen sind. Bei Cher war ich mir immer sicher: Sie ist da.“
Jetzt tritt Cher auf die Bühne, aber Gottschalk schaut nicht in Richtung der Sängerin. Stattdessen hält er Sophie Berner, Chers wesentlich jüngere Musicaldoppelgängerin, für Cher. Berner schickt sich gerade an, die Bühne gegenüber von Gottschalk zu verlassen. Wie zu sich selbst sagt Gottschalk: „Ich war etwas verwirrt, das war gar nicht Cher dahinten.“ In Richtung Sophie Berner fragt er: „Are you Cher?“, als die richtige Cher ihn von hinten überrascht.
Ist der Showmaster etwa betrunken?
Gottschalk, offensichtlich zutiefst durcheinander von den beiden Chers, stammelt auf Englisch, er habe ja gar nicht gewusst, was für tolle Sachen Cher alles gemacht habe. Das habe er jetzt erst durch die Laudatio von Schauspieler Hannes Jaenicke erfahren. Cher lächelt mild. Gottschalk erklärt: „I am always good for the booze“ – was man übersetzen könnte mit: Ich bin immer für den harten Alkohol zu haben. Ist der Showmaster etwa betrunken?
Vielleicht. Vielleicht meint Gottschalk auch etwas ganz anderes. Wir wissen es nicht. Und Cher weiß es offensichtlich auch nicht. Genauso wenig wie Hannes Jaenicke, der peinlich berührt danebensteht. Und wie der Livedolmetscher, der später einsetzt und den „Booze“-Satz genauso ignoriert wie, dass Gottschalk zu Cher sagt, sie sei die einzige verlässliche Person in seinen Shows gewesen.
Wurde ihm der Ton abgedreht?
Nach diesem verbitterten Kompliment hat Gottschalk wieder den Faden verloren. Er lässt Cher stehen und fragt Hannes Jaenicke, ob der noch wisse, dass er ihm mal ein Motorrad verkauft habe. Jaenicke, mit starrer Miene, schickt Gottschalk wieder zurück zu Cher. Gottschalk greift nach der Hand der Sängerin, wie um sich an ihr festzuhalten, und sagt: „Cher, ich habe gehört, es geht um dich.“
Die letzten zehn Minuten der Show sind angebrochen. Es geht jetzt wieder um Motorräder. Gottschalk ist ganz überrascht, dass Cher auch Motorrad fährt. Den restlichen Worten Chers kann er nicht mehr folgen. Cher lacht es gekonnt weg. Das Publikum versucht, Gottschalks Worte im Applaus für die Sängerin untergehen zu lassen. Und Jaenicke versucht verzweifelt, Cher endlich die Möglichkeit zu geben, ihre Rede zu beginnen. Aber Gottschalk ist noch nicht fertig: „You did perfect“ – „Das hast du toll gemacht“, sagt er zu Cher wie zu sich selbst. Dann erst erlaubt er ihr, ans Mikrofon zu treten.
Cher spricht, das Publikum lacht erleichtert. Das Mikrofon hält Gottschalk aber weiter an den Mund. Wurde ihm der Ton abgedreht?
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