Viele Sonnencremes weisen falschen Lichtschutzfaktor aus

Viele Sonnencremes weisen falschen Lichtschutzfaktor aus

50 oder sogar 50+: Nicht alle Sonnencremes lösen den hohen Lichtschutzfaktor ein, den sie auf Tube oder Flasche versprechen. Das zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 6/2025). Und die geht mit einer Premiere einher: Zum ersten Mal bestimmten die Testerinnen und Tester den Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzmitteln.

Hintergrund ist, dass zuverlässige Messungen bislang nur auf echter Haut am Menschen möglich waren. Darauf hatten die Testerinnen und Tester verzichtet. „Wir wollten niemanden wegen unserer Tests einem Risiko für Hautschäden aussetzen“, schreiben sie. Nun gibt es eine neue Prüfnorm, die aussagekräftige Messungen ermöglicht – und für die keine Haut gefragt ist.

26 Sonnencremes mit hohem oder sogar sehr hohem Schutz hat Öko-Test auf diese Weise untersucht. Gewisse Abweichungen zwischen ausgelobtem und gemessenen Lichtschutzfaktor ließen die Testerinnen und Tester zu. Bei 15 Produkten ist der Lichtschutzfaktor „Öko-Test“ zufolge in Ordnung. Eine Sonnencreme erreichte sogar einen höheren Lichtschutzfaktor als ausgelobt.

Zehn Cremes erreichten weniger als drei Viertel der ausgelobten Schutzleistung.
Zehn Cremes erreichten weniger als drei Viertel der ausgelobten Schutzleistung.Picture Alliance

Die restlichen elf Produkte konnten weniger überzeugen. Zehn erreichten weniger als drei Viertel der ausgelobten Schutzleistung. Eines schaffte nicht einmal ein Drittel. Heißt konkret: Bei diesem Produkt lag der Lichtschutzfaktor unter 20 – Note: „mangelhaft“.

Fünfmal verbotene Weichmacher gefunden

Was die Testerinnen und Tester ebenfalls interessierte: Stecken bedenkliche Inhaltsstoffe in den Produkten – allen voran der verbotene Weichmacher DnHexP?

Er kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. In Sonnencremes gelangt er als Nebenprodukt, das bei der Herstellung des UV-Filters DHHB entstehen kann – aber nicht muss. Das zeigt auch die „Öko-Test“-Untersuchung: Neun Sonnencremes im Test enthalten DHHB, sind allerdings frei von dem Weichmacher.

Die Testsieger sind vergleichsweise günstig

Die Tester wurden allerdings auch fünfmal fündig: In vier Sonnencremes entdeckten sie DnHexP nur in Spuren, was keine Abwertung mit sich bringt. In einer Creme steckte der Weichmacher jedoch in einer Menge, die ihr die Note „mangelhaft“ einbringt. Immerhin: Von keiner der nachgewiesenen DnHexP-Mengen geht „Öko-Test“ zufolge eine unmittelbare Gesundheitsgefahr aus.

Ohne Bedenken cremen und sich gut vor der Sonne schützen: Das ist mit so einigen Sonnencremes möglich. Zwölf schneiden mit der Note „gut“ ab. Und es geht noch besser: Zwei Sonnencremes bewertet „Öko-Test“ als „sehr gut“. Die beiden Testsieger sind vergleichsweise günstig – es handelt sich um die „Sun D’Or Sonnenmilch, 50“ von Budni beziehungsweise Edeka (3,57 Euro pro 200 Milliliter) und die „Sundance Sonnenmilch, 50“ von Dm (3,18 Euro pro 200 Milliliter).

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