
Die Beatmung über eine Intubation kann Leben retten, doch hat sie auch Nebenwirkungen.
Bild: Lucas Bäuml
In der Pandemie haben Beatmungsgeräte viele Leben gerettet. Manche Ärzte meinen, ihr Einsatz sei oft leichtfertig gewesen, doch andere widersprechen deutlich.
Zu Beginn der Corona-Pandemie bestand gemeinhin die Befürchtung, es könnten bald zu wenige Beatmungsmaschinen zur Verfügung stehen. Denn eine frühzeitige Anwendung dieses Verfahrens galt als der beste, wenn nicht der einzige Weg, um Patienten mit schwerer Covid-19-Erkrankung vor einem tödlichen Infektionsverlauf zu bewahren. Die hohe Sterblichkeit der Betroffenen in Regionen, in denen es an Betten auf der Intensivstation mangelte, schien diese Annahme zu bestätigen. Politiker forderten daher selbst die Automobilbranche auf, solche Geräte herzustellen.
Bereits zu jener Zeit gab es allerdings Stimmen, die vor einer zu frühen Maschinenbeatmung von Corona-Patienten mit Lungenentzündung warnten. Einer von ihnen war Martin Tobin von der Abteilung für Pneumologie und Intensivmedizin am Veterans Affairs Hospital in Chicago: In etlichen Fachartikeln erklärte der Pneumologe, dass die Intubation – so die Kurzbezeichnung der Maschinenbeatmung – bei Betroffenen keinen Mehrwert bringe, sondern das Gegenteil bewirke. Über einen in die Luftröhre eingeführten Plastikschlauch, einen sogenannten Tubus, presst eine Pumpe dabei Luft in die Lunge des Patienten, der in ein künstliches Koma versetzt werden muss, um die Prozedur zu ertragen.
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