„Warum Amerika Taiwans Mitwirkung in den UN stärken will“
Es gibt eine Frage, mit der man wohl jeden hohen UN-Vertreter in Verlegenheit bringen kann: Wie stehen Sie zu einer Beteiligung Taiwans? Im vergangenen Jahr sollte der Kanadier Bruce Aylward, ein Berater des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation, diese Frage in einem Interview beantworten. Erst behauptete er, sie nicht gehört zu haben. Dann legte er auf. Der Hongkonger Fernsehsender RTHK ließ nicht locker und rief Aylward noch einmal an. Auf eine weitere Taiwan-Frage antwortete der: „Wir haben ja schon über China gesprochen.“ Die Episode zeigt, wie groß der Einfluss Chinas bei den Vereinten Nationen ist. Erst recht, wenn es um eine Beteiligung Taiwans geht, um die das Land seit 1971 mit unterschiedlichen Strategien kämpft.
In der vergangenen Woche veröffentlichte der amerikanische Außenminister Antony Blinken ein Statement zu der Frage der Beteiligung Taiwans am UN-System. Anlass war formal die Übernahme des chinesischen UN-Sitzes durch Peking vor 50 Jahren, den bis dahin Taipeh innehatte. Blinken formulierte deutlich: Taiwan sei eine „demokratische Erfolgsgeschichte“, das in Sachen Transparenz, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit die Werte der Vereinten Nationen widerspiegele. Angesichts der beispiellosen komplexen Probleme, die sich der Staatengemeinschaft stellten, sei die Mithilfe aller Akteure gefragt. Das sei keine politische, sondern eine pragmatische Frage.
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