Was die Gen Z über den Dienst an der Waffe denkt

Was die Gen Z über den Dienst an der Waffe denkt

Am Wochenende trägt Annabell Flecktarn. Im zivilen Leben Jurastudentin, ist sie seit fast sieben Jahren auch Reservistin in der Bundeswehr. In regelmäßigen Übungen trainiert sie mit ihren Kameraden Personen- und Bootskontrollen und militärische Fähigkeiten: schießen, schwimmen, marschieren, Gelände durchkämmen. Im Verteidigungsfall sollen sie Hafenanlagen und Kasernengelände sichern. „Meine Generation hat Krieg und dessen Folgen bisher – zum Glück – nie selbst erleben müssen“, sagt Annabell. Soldaten wollten auch keinen Krieg. Dennoch würden sie im Ernstfall ihr Leben für dieses Land opfern.

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 bestimmen Aufrüstung und Waffenlieferungen die Nachrichten. Die neue Regierung plant weitere Ausgaben in Milliardenhöhe. Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden, heißt es, nicht erst seit Europa sich vor den Expansionsgelüsten Putins nicht mehr zuverlässig von Amerika geschützt weiß. Zuletzt gab es lebhafte Diskussionen um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Was bedeutet das für junge Menschen? Sind sie es, die Deutschland perspektivisch verteidigen müssen? Und wären sie dazu überhaupt bereit?

Die F.A.S. hat darüber mit dreien von ihnen gesprochen: Annabell Günther, 26, die Jurastudentin und Reservistin. Sie ist für eine Wehrpflicht, aber in einer zeitgemäßen Form, wie sie sagt. Sie sagt auch: „Waffengewalt sollte wirklich das letzte Mittel sein.“ Wenn sie spricht, hört man einen norddeutschen Einschlag. Annabell ist sportlich, schwimmt und macht Pole Dance. Um sich ihr Studium zu finanzieren, hatte sie schon viele Jobs, sei es in der Diskothek, im Einzelhandel oder am juristischen Lehrstuhl.

„Für einen Staat ziehe ich nicht in den Krieg“

Maria Moubarak, 24, studiert Soziologie und Politik in Bremen, gehörte zu den ersten Unterzeichnern einer Petition gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Sie engagiert sich im Bundessprecherrat der Linksjugend. Ihre Meinung: „Für einen Staat ziehe ich nicht in den Krieg.“ Maria hat einmal Kampfsport gemacht und mag Videospiele wie Minecraft oder Animal Crossing.

Lukas Schniedergers, 21, sagt: „Ich lehne Krieg auf jeden Fall ab, finde aber auch, dass man ein Recht darauf hat, sich zu verteidigen.“ Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr studiert Lukas Psychologie in Hamburg und engagiert sich ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge. Er geht regelmäßig ins Fitnessstudio, oft mit einem Podcast im Ohr. Sein Favorit: „Feuer & Brot“ von Alice Hasters und Maximiliane Häcke.

„Es ist ­unerlässlich, dass wir unsere Rechte verteidigen“, findet Jurastudentin Annabell Günther, 26 Jahre alt.
„Es ist ­unerlässlich, dass wir unsere Rechte verteidigen“, findet Jurastudentin Annabell Günther, 26 Jahre alt.Aaron Leithäuser

Die Angst vor einem Krieg in Europa treibt laut Shell-Jugendstudie 81 Prozent der jungen Männer und Frauen im Alter von zwölf bis 25 Jahren um. Viele Jugendliche seien empathisch mit den Opfern von Kriegen und zeigten sich angesichts des großen Leids und der Zerstörungen fassungslos. Bei Maria sind diese Sorgen sehr konkret: „Eine aufgerüstete Bundeswehr bedeutet die Vorbereitung auf einen potentiellen Krieg.“ Krieg ist Teil ihrer Familiengeschichte: Marias Familie floh vor dem Bürgerkrieg im Libanon. „Deutschland ist der Ort, an dem meine Familie und ich leben. Müssen wir etwa wieder unser Zuhause verlassen?“, fragt sie. Maria spricht schnell und bestimmt.

Die Kriegsgefahr ist im Bewusstsein angekommen

Ihre Befürchtung: Es würden seit „dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine“ Ängste geschürt. Russlands Angriff auf die Ukraine verurteilt Maria, dennoch findet sie es wichtig, dass man auch das Verhalten westlicher Länder kritisch beleuchtet, insbesondere wenn es um verpasste di­plomatische Möglichkeiten geht. Maria denkt viel darüber nach, wie unser Zusammenleben funktioniert und welche Rolle Politik dabei spielt. Sie kritisiert, dass die Diskussion mit Feindbildern aufgeladen sei und die Grundlage dafür biete, dass junge Menschen in den Krieg ziehen. Grundsätzlich ist sie kritisch gegenüber staatlicher Organisation an sich eingestellt. Schon der Existenz von Staaten und Grenzen wohne eine Gefahr inne: „Dadurch entsteht eine Wahrnehmung von innen und außen, dem Fremden, das ist die Grundlage, auf der Kriege entstehen.“ Wenn sich Staaten zusätzlich in einem globalen Wettbewerb befänden, verschärfe das Spannungen und trage maßgeblich zur Entstehung von Konflikten und Kriegen bei.

Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Für Lukas hingegen war eine militärische Bedrohung immer weit weg. „Ich bin in Deutschland ohne Krieg aufgewachsen“, sagt er. „Klar, in der Schule, im Geschichts- oder im Politikunterricht hat man sich mit Krieg auseinandergesetzt.“ Seit er angefangen hat, Nachrichten zu konsumieren und sich viel mit Politik beschäftigt, ist das Thema für ihn allerdings näher gerückt. Er würde im Fall der Fälle sein Bestes tun, zu helfen. „Ich weiß aber nicht, ob ich tatsächlich mit einer Waffe auf andere Menschen schießen könnte.“ Genauso wenig wisse er, ob er fliehen oder bleiben würde. „Die Bilder in den Nachrichten sind so grausam. Ich würde mir auf keinen Fall wünschen, dass es solche Bilder auch von hier gibt.“

Offenbar ist Krieg im Bewusstsein junger Menschen angekommen. Dennoch bleibe die Bundeswehr als Deutschlands Armee eher abstrakt, meint Annabell. Viele junge Menschen, die ohne Wehrpflicht aufgewachsen sind, hätten kaum Vorstellungen von der Bundeswehr und dem Alltag als Soldat. Immerhin werde sich dieser Thematik nun – vor allem durch Social-Media-Formate – angenommen. Selbst sie, die Reservistin, sagt: „Lange Zeit war die Bundeswehr für mich wie ein Buch mit sieben Siegeln.“

„Welche Mutter will denn, dass ihr Sohn Soldat wird?“, fragt Psychologiestudent Lukas Schniedergers, 21 Jahre alt.
„Welche Mutter will denn, dass ihr Sohn Soldat wird?“, fragt Psychologiestudent Lukas Schniedergers, 21 Jahre alt.Aaron Leithäuser

Das änderte sich, als sie nach dem Abitur ihren freiwilligen Wehrdienst antrat, als eine von rund 10.000 Freiwilligen pro Jahr. „Ich war neugierig auf die Bundeswehr – und ich war immer ein sehr freiheitsliebender Mensch, wollte nicht abhängig sein von meinen Eltern, auch finanziell.“ Bei der Bundeswehr konnte sie eigenes Geld verdienen – und fand eine Herausforderung, die sie, wie sie es sagt, auch als Mensch wachsen ließ. Drei Monate Grundwehrdienst, dann Einsatz im Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg, Sanitätsdienst während der Pandemie. Später wurde sie Mitglied einer Reserveeinsatzkompanie der Marine in Kiel.

Angst vor Sexismus und Rassismus

Maria hingegen steht der Bundeswehr schon aus politischer Überzeugung kritisch gegenüber. „Was mir im Diskurs fehlt, sind die Bedingungen innerhalb der Bundeswehr“, sagt sie. Ihre Sorge ist, dass in der Truppe sexistische und rassistische Strukturen verfestigt seien. Maria berichtet, bei einer Jobmesse habe sie ihre Kritik einem Vertreter der Bundeswehr gegenüber formuliert. „Seine Reaktion war es, zu sagen, dass Frauen in der Bundeswehr mit Sexismus umgehen müssten. Man müsse stark genug sein und so weiter.“ Eine Antwort, die sie nicht zufriedengestellt hat. Tatsächlich konstatiert der Bericht der Wehrbeauftragten des Bundes, dass sich Soldatinnen weiterhin nicht selten Vorurteilen, Diskriminierung und sexueller Belästigung ausgesetzt sähen. Laut einer Umfrage im Auftrag der Bundeswehr aus dem Jahr 2024 ist die Zahl junger Frauen, die die Truppe als attraktiven Arbeitgeber sehen, in den vergangenen fünf Jahren um knapp die Hälfte auf 36 Prozent gesunken.

Nicht nur Soldatinnen fühlen sich innerhalb der Truppe ausgegrenzt. Lukas, der mit seinem Partner in Hamburg lebt, sorgt sich, dass er als homosexueller Mann in der Bundeswehr nicht willkommen wäre. Er sagt: „Die Bundeswehr ist für mich nicht attraktiv. Dadurch, dass ich keinen persönlichen Bezug habe, fällt es mir schwer, ein positives Gefühl für die Armee zu entwickeln.“ Er sorgt sich zudem, dass sich der Rechtsruck in der politischen Landschaft in der Truppe widerspiegeln könnte. Immer wieder machen rechtsextremistische Vorfälle in der Bundeswehr Schlagzeilen. Der Phänomenbereich Rechtsextremismus stellt in der Verdachtsfallbearbeitung des Militärischen Abschirmdienstes weiterhin den zahlenmäßig größten Anteil dar. Dennoch stabilisiert sich das Vertrauen junger Menschen in die Institution Bundeswehr. Die Shell-Studie ergab, dass nur 18 Prozent der Befragten der Institution eher wenig oder sehr wenig Vertrauen entgegenbringen.

„Welche Mutter will denn, dass ihr Sohn Soldat wird?“

Deutschland zu dienen – diese Aufforderung steht nun wieder im politischen Raum. Der Personalstand der Truppe bleibt besorgniserregend: Die Stärke der Bundeswehr ist im vergangenen Jahr von 181.807 auf 180.976 zurückgegangen und verfehlt so deutlich die Zielgröße von 203.000, die bis 2031 erreicht werden soll. Nicht zuletzt deshalb wurde in diesem Frühjahr viel über ein „Pflichtjahr“ des zivilen Engagements oder eine Wiedereinführung der seit 2011 ausgesetzten Wehrpflicht diskutiert.

23.05.2025, Berlin: Rekrutinnen und Rekruten des Wachbataillons der Bundeswehr legen beim öffentlichen Gelöbnis vor dem Berliner Abgeordnetenhaus ihren Diensteid und das Treuebekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ab.
23.05.2025, Berlin: Rekrutinnen und Rekruten des Wachbataillons der Bundeswehr legen beim öffentlichen Gelöbnis vor dem Berliner Abgeordnetenhaus ihren Diensteid und das Treuebekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ab.dpa

Lukas spricht sich gegen einen verpflichtenden Dienst an der Waffe aus. „Welche Mutter will denn, dass ihr Sohn Soldat wird?“, fragt er. Auch von Pflichtengagement hält er nichts: „Ich habe nach meinem Abi auch erstmal ein FSJ gemacht, aber eben freiwillig.“ Seine Generation sei politisch. „Aber meine Freiheit zu entscheiden, was ich mache, ist mir wichtig.“ Freiheit, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit, das seien seine Werte. Lukas betont seine Hoffnung, dass Freiwillige die Zahl der Soldaten ausreichend erhöhen werden.

Als Wochenendsoldatin zur Wehrübung

Annabell hingegen findet, dass es nicht genügend Personen gibt, die freiwillig Wehr- oder Zivildienst leisten. Sie plädiert für ein Pflichtjahr. Mit Blick auf die momentane politische Lage sei es entscheidend, sowohl militärische Fertigkeiten als auch den Schutz der Zivilbevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren zu trainieren.

„Es ist unerlässlich, dass wir unsere Rechte verteidigen.“ Was für viele junge Menschen paradox klingen mag, ist für sie selbstverständlich: Die Bundeswehr sei auch da, um Krieg zu verhindern, den Status quo zu sichern. Annabell meint, dafür müssten in Friedenszeiten Strukturen aufgebaut, Personal ausgebildet und Material bereitgestellt werden. Innerhalb ihrer Familie gehen die Positionen zu der Thematik auseinander, was Annabell nicht negativ sieht: „Das Privileg, verschiedene Ansichten haben zu können, macht eine Demokratie schließlich aus.“ Annabell dient aus Überzeugung.

Regelmäßig nimmt sie freiwillig an Wehrübungen teil, mal für ein paar Stunden, mal für mehrere Tage. „Meine Freunde betiteln mich immer als Wochenendsoldatin“, sagt sie. In der „Reservistenkameradschaft“ ist sie mit Abstand die Jüngste – ein Altersunterschied von Jahrzehnten. Was sie an der Reserve besonders schätzt: „Alle haben eine unterschiedliche soziale Herkunft, sind unterschiedlich alt, üben unterschiedliche Berufe aus. Aber es eint doch die Idee, seinem Land zu dienen.“

Wer hört der jungen Generation zu?

Dienen soll, zumindest bis auf weiteres, freiwillig bleiben: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte im April die Einführung des sogenannten schwedischen Modells bis Ende 2025 an. Alle jungen Leute eines Jahrgangs sollen erfasst werden und einen Fragebogen zugeschickt bekommen. Die Männer werden aufgefordert, Auskunft über ihre Bereitschaft und Fähigkeit zum Bundeswehr-Dienst zu geben und sich bei Auswahl einer Musterung zu stellen. Für Frauen ist die Beantwortung freiwillig.

Lukas würde es schwierig finden, aus seiner jetzigen Lebenssituation heraus eine solche Entscheidung zu fällen. „Ich bin mit 21 ohnehin in einer Lebensphase voller Ungewissheiten.“ Er habe auch das Gefühl, dass selbst die Entscheidungsträger vor diesen Ungewissheiten nicht gefeit sind. „Das macht mir auch Angst“, sagt er. Sich vorzustellen, dass Deutschland tatsächlich verteidigt werden muss, falle schwer. So sicher schien der Frieden. Lukas kann sich aber auch unter veränderten Vorzeichen nicht vorstellen, dafür eine Waffe in die Hand zu nehmen. Aber die Freiheit, die Werte des Grundgesetzes, seien es wert, verteidigt zu werden.

22.05.2025: Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius, Litauens Präsident Gitanas Nausėda und Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė posieren nach der Aufstellung der deutschen 45. Panzerbrigade „Litauen“ mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf dem Kathedralenplatz in Vilnius.
22.05.2025: Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius, Litauens Präsident Gitanas Nausėda und Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė posieren nach der Aufstellung der deutschen 45. Panzerbrigade „Litauen“ mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf dem Kathedralenplatz in Vilnius.EPA

Auch Maria sieht den Vorschlag kritisch. „Man ist sehr jung, wenn man sich entscheiden muss“, warnt sie. Eine möglicherweise folgenschwere Wahl, in so jungem Alter, in Friedenszeiten – das könne unabsehbare Konsequenzen in der Zukunft haben, meint sie. „Man muss sich die Frage stellen, was solche Entscheidungen bedeuten, vor allem, was es mit einer jungen Person macht, wenn sie kämpfen soll.“

So verschieden die Haltungen der drei zur Bundeswehr sind, so unterschiedlich sie auf die Frage der Landesverteidigung blicken – alle drei sehen sich und ihre Generation nicht genügend in die aktuelle Debatte eingebunden.

„Es wird über junge Menschen verhandelt, und das von Politikern, die überwiegend über 50 sind“, beklagt Lukas, der sich in seinem Ehrenamt als Telefonseelsorger viel mit den Sorgen und Nöten junger Menschen beschäftigt. Er habe das Gefühl, dass junge Leute keine Lobby haben. Tatsächlich waren 2024 nur zehn Prozent der Gesamtbevölkerung zwischen 15 und 24, die geringste Zahl seit Aufzeichnungsbeginn 1950.

„Deutschland ist mein Zuhause“

„Die Stimme der Jugend wird nicht ausreichend gehört“, sagt auch Maria. „Es ist immer wieder ein Problem, dass die Politik keinen Wert auf unsere Meinungen legt und über unsere Köpfe hinweg entscheidet. Wir jungen Menschen sind nicht eure Soldaten.“ Wehrfähigkeit stehe bei der Gen Z nicht weit oben auf der Liste, sagt sie. Andere Themen seien wichtiger: Bezahlbarer Wohnraum, Klimakrise und Rassismus beispielsweise. Daten der Shell-Jugendstudie stützen das, die Themen Klimawandel (63 Prozent) und Umweltverschmutzung (64 Prozent) beschäftigen eine Mehrheit der Jugendlichen. Rassismus hat Maria selbst erlebt. Für ein Land kämpfen, in dem man sich nie komplett angenommen fühlt? Das möchte sie nicht.

Und selbst Annabell findet: „Es muss mehr auf die Ängste und Interessen junger Menschen eingegangen werden.“ Ihr Appell an die Politik: „Gehen Sie aktiv in den Dialog mit den Menschen, für deren Leben Ihre Entscheidungen wegweisend sind.“

Aber was heißt das nun alles für den Ernstfall?

„Deutschland ist mein Zuhause“, sagt Lukas. Er denkt nach. „Aber Deutschland und Nationalstolz, das finde ich schwierig.“ Vor dem Hintergrund der Nazi-Vergangenheit falle es ihm schwer, sich mit Deutschland als Nation zu identifizieren. „Was für mich verteidigungswert ist, sind unsere Grundrechte, unsere freiheitlichen und demokratischen Werte“, sagt Lukas. Maria stimmt zu. „Sollte es zu einem Krieg kommen und wir müssten uns verteidigen, würde ich für Grundrechte kämpfen, für Meinungsfreiheit, Demokratie, für Menschen, die mir lieb sind. Aber nicht per se für Deutschland. Vor allem nicht mit einer Waffe.“

Für Annabell würde der Ernstfall bedeuten: Kasernen, Häfen und andere Objekte schützen, auch mit der Waffe. Verteidigen würde sie auf diese Weise genau die Werte, die auch Lukas und Maria besonders schätzen: unsere Demokratie, unsere Rechte. Sie erzählt, was einmal ein Kamerad zu ihr gesagt hat: „Mit deinen Freunden triffst du dich zum Kaffee trinken, mit deinen Kameraden würdest du für dieses Land sterben.“

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