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„Was ein Concierge in einem Luxushotel leisten muss“
Herr Hundehege, Sie sind Hotelconcierge und Präsident des Berufsverbands „Die Goldenen Schlüssel“. Derzeit arbeiten Sie in Berlin im Waldorf Astoria. Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Bei mir war es ein bisschen Glück. Ich hatte mich damals für den Empfang beworben, und man hat mir gesagt, man würde mich auch im Concierge-Bereich sehen. Sechs Hotels später mache ich das immer noch. Es ist immer wieder spannend und interessant, eine Stadt so tiefgründig zu erkunden, dass man auch Leuten, die zum 20. Mal dort hinkommen, neue Sachen empfehlen kann. Der Job ist furchtbar abwechslungsreich, wir wissen nie, wohin sich der Tag bewegt.
Man sagt, Concierges machen „das Unmögliche möglich“. Was heißt das?
Ich will es gar nicht banal nennen, aber es kann mit einer kleinen Aufmerksamkeit anfangen und mit teuren Konzertkarten enden. Die Spanne, die wir versuchen abzudecken, ist groß. Letztendlich machen die kleinen Dinge den Unterschied. Was sind solche kleinen Dinge? Wenn jemand zum Beispiel in einem Gespräch fallen lässt, dass er bestimmte Präferenzen hat, was das Essen angeht – dass wir das dem Restaurant mitteilen, in dem die Gäste gebucht sind. Oder wenn jemand anruft, sich eine Restaurantreservierung wünscht und dabei erwähnt: „Meine Partnerin oder mein Partner hat Geburtstag.“ In dem Moment sollte es bei uns klingeln, ohne dass wir weiter nachfragen, und wir sollten unsere Empfehlungen und Aufmerksamkeiten darauf abstimmen. Es geht immer darum, einen Schritt weiter zu sein als der Gast.
Gab es schon einmal einen Wunsch, den Sie nicht erfüllen konnten?
Wenn jemand zum Beispiel in ein ausverkauftes Konzert mit vier Personen möchte, kann man die Tickets vielleicht getrennt noch bekommen, oder vielleicht geht ein anderer Tag. Es kann nach Plan A immer noch Option B, C und D geben. Aber natürlich gibt es Anfragen, in die man sich erst reindenken muss. Wir hatten einmal eine bekannte Persönlichkeit im Hotel, für die der Gastgeber, der sie auf eine Veranstaltung eingeladen hatte, Tausende weiße Rosen ins Zimmer gestellt haben wollte. Die kann man nicht eben beim Blumenladen nebenan kaufen. Oder etwas wie: Wir müssen von jetzt auf gleich eine vegane Torte besorgen.
Wie erklärt man einem Gast, dass sich seine Vorstellungen nicht verwirklichen lassen?
Das ist nichts, wovor man sich verstecken muss. Ich würde dann sagen, die Option ist unrealistisch, aber wir haben die oder die Möglichkeiten. Von vornherein würde keiner von uns Nein sagen – solange sich alles im legalen Bereich bewegt.
Sie kriegen auch Anfragen, die illegal sind?
Das hat sich durch das Internet eigentlich erledigt.
Aber davor schon?
Bestimmt.
Apropos Internet: Veranstaltungen und Restaurants lassen sich inzwischen gut ergoogeln. Bedroht das Ihren Job?
Ich glaube nicht, denn es hilft uns ja auch beim Suchen. Es gibt nicht mehr viele echte Geheimtipps. Bevor Sie in eine Stadt wie Berlin kommen, lesen Sie viele Tripadvisor-Berichte und Restaurantkritiken. Die Gäste kommen heute mit einem Übermaß an Informationenbei uns an. Wir müssen in kurzen, präzisen Fragen rausfinden, wo sie wirklich hin wollen. Wollen sie in ein Szenerestaurant, sind sie an gutem Service interessiert? Das ist die Herausforderung. Es geht darum, Aktivitäten maßzuschneidern. Da hat das Internet nicht so gute Chancen wie wir.
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