#Was Sie über die Drittimpfung wissen müssen
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„Was Sie über die Drittimpfung wissen müssen“
Was bringt das Boostern?
„Auffrischimpfung ist in meinen Augen der völlig falsche Begriff“, sagt Professor Carsten Watzl. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie erklärt: „Das klingt so, als müsste ich einen alten Zustand wiederherstellen, also den Zustand, der nach der zweiten Spritze bestand. So ist es aber nicht. Nach einer Booster-Impfung bin ich viel besser geschützt als davor.“ Man habe nach dem Boostern fünf- bis zehnmal so viele Antikörper wie nach der zweiten Impfung. Außerdem bessere Antikörper und mehr Gedächtniszellen. Was dafür spricht, dass der Schutz auch länger hält.
Das alles liegt laut Watzl daran, dass unser Immunsystem einen Erreger immer besser abwehren kann, umso häufiger es mit ihm in Kontakt kommt. Er sieht die dritte Corona-Impfung deshalb als Teil der Grundimmunisierung: „Viele Impfstoffe muss man dreimal spritzen, um den vollen Schutz zu haben. Deshalb empfinde ich das jetzt bei Corona nicht als etwas Besonderes.“
Wann und wie stark fällt mein Impfschutz nach der zweiten Impfung ab?
Es kursieren zurzeit jede Menge Zahlen. Wenn man ehrlich ist, muss man aber sagen: Ganz genau weiß die Wissenschaft das nicht, weil dieser Abfall auch von zahlreichen individuellen Komponenten des Organismus abhängt. Was man sicher weiß: Nach vier bis fünf Monaten nimmt bei allen bisher in Deutschland verwendeten Impfstoffen der Infektionsschutz ab. Bei älteren Menschen über 60 und Vorerkrankten ist dieser Abfall deutlich stärker als bei jungen und gesunden Menschen. Das liegt übrigens nicht speziell an Corona. Ältere Immunsysteme reagieren generell nicht mehr so gut auf Impfungen. Was man aber auch weiß: Selbst nach sechs Monaten ist der Schutz vor einem schweren Verlauf oder einer Behandlung im Krankenhaus immer noch sehr hoch – gerade bei Gesunden und Jungen.
Wieso glaubt man, dass durch eine Booster-Impfung die vierte Welle gebrochen werden kann?
Das liegt daran, dass man durch eine Booster-Impfung nicht nur seinen eigenen Schutz verbessert, sondern das Virus auch weniger häufig weitergibt. Dieser Verbreitungsschutz fällt Monate nach der zweiten Impfung nämlich ebenso ab. Wären also alle geboostert, nähme man dem Virus deutlich die Chance, von Mensch zu Mensch weitergegeben zu werden.
Impfdosen gibt es genug für alle, verspricht das Bundesgesundheitsministerium. Bloß wie kommt das Zeug jetzt möglichst schnell in die Arme?
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Bild: dpa
Hat die dritte Impfung mehr oder gar andere Nebenwirkungen?
„Die dritte Impfung wird besser vertragen als die beiden davor“, sagt Watzl. Da kursierten mal wieder viele falsche Informationen im Netz. Es seien in Bezug auf das Boostern bisher keine neuen und auch keine schweren Nebenwirkungen bekannt geworden. Allergische Reaktionen gebe es sogar deutlich weniger. Über die Gefahr von Herzmuskelentzündungen, die gerade bei jungen Männern nach der zweiten Impfung aufgetreten waren, „gibt es noch keine ausreichenden Daten“, sagt Watzl.
Muss die Impfung genau nach sechs Monaten sein?
Immunologen sagen, das sei ein Richtwert, der sich unter anderem aus den Erfahrungen ergibt, die Israel gemacht hat. Rein medizinisch kann man auch unbedenklich schon nach vier oder fünf Monaten boostern und auch – gerade bei jungen Menschen – erst nach sieben oder acht Monaten. Frühere oder spätere Impfungen korrelieren nach dem jetzigen Wissensstand weder mit einer anderen Wirksamkeit noch mit veränderten Nebenwirkungen.
Ist es sinnvoll, meine Antikörper testen zu lassen, um zu entscheiden, ob ich mich boostern lassen soll?
Fachleute warnen davor, dass Bürger sich zu sehr auf das Ergebnis einer Antikörperuntersuchung verlassen. Man könne die Wirkung der Impfung „nicht zuverlässig durch die Messung von Antikörpern im Blut bestimmen“, sagt Fred Zepp. Der Mainzer Kinderarzt ist seit vielen Jahren Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Antikörper erreichen wenige Wochen nach der zweiten Impfung die höchsten Werte und sinken dann langsam über Monate ab. Ob dies gleichzeitig den Verlust von Infektionsschutz anzeigt, ist eine andere Frage.“
Samstags um 9.00 Uhr
Welcher Impfstoff wird für die Booster-Impfung genutzt?
Die Drittimpfung erfolgt laut Robert Koch-Institut in Deutschland mit einem mRNA-Impfstoff – also dem der Firmen Moderna oder BioNTech/Pfizer. Die deutschen Behörden empfehlen, sich den gleichen mRNA-Impfstoff spritzen zu lassen wie bei den ersten beiden Impfungen. Die Entscheidung, nur noch mRNA-Impfstoffe zu verspritzen, sei auf Grundlage der derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der bislang zugelassenen Impfstoffe bei breiter Anwendung sowie deren Verfügbarkeit getroffen worden, heißt es von offizieller Seite.
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