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Es gibt Dinge, die vermisst man nicht, hält sie sogar für überflüssig. Wenn man sie aber erst einmal hat, will man sie nicht mehr missen. So erging es mir mit dem Wasserfilter und -spender Hydrofast C300. Er hat sich – zumindest für den Sommer – einen festen Platz in unserer Küche gesichert.
Beim Hydrofast C300 handelt es sich um einen Wasserspender, der das eingefüllte Leitungswasser per Umkehrosmose filtert und von Schadstoffen befreit. Zusätzlich erfolgt eine UV-Sterilisation, die Keime abtötet. Die Wasserausgabe erfolgt entweder in Raumtemperatur, gekühlt oder auf bis zu 100 Grad erhitzt.
Aber der Reihe nach. Hier zunächst ein paar technische Basisdaten des Geräts:
- Maximale Leistungsaufnahme: 1.900-2200 W
- Einlasswassertemperatur: 5-38℃
- Wasserausgabearten: Sprudelwasser, Eiswasser, Wasser mit Raumtemperatur, Heißwasser (40-100 Grad)
- Filtrationstyp: PP+ACF+RO+GAC+MIN+UV
- UV-Sterilisation: Ja
- Filterleistung: 0,26L/min
- Dosieroptionen: 4 Voreinstellungen (150/250/400/500 ml) + einstellbarer Bereich (100-999 ml)
- Rohwassertankkapazität: 5L
- Kapazität des Reinwassertanks: 1,5L
- Eiswassertank: 0,8L
- PET-Flasche: 0,5L
- Gewicht: 12,86 kg
- Abmessungen (L × B × H): 450 × 270 × 445 mm
- Preis (UVP): 699 Euro
- Produkt-Homepage: Hydrofast C300 Tisch-RO-Wasserfilter

Wie es die Abmessungen und das Gewicht bereits erahnen lassen, ist der Hydrofast C300 eine eindrucksvolle Erscheinung in der Küche (oder wo auch immer man ihn aufstellt). Man muss auf jeden Fall den Platz dafür haben. Das ist auch der Grund, warum wir aktuell unsicher sind, ob wir ihn über den Sommer hinaus weiter betreiben. Aufgrund der Eiswasser-Funktion hat er sich bei der zurückliegenden Hitzewelle aber schnell unverzichtbar gemacht. Damit sind wir dann auch schon bei den Funktionen.
Der Filter
Herzstück ist logischerweise der Filter, der ebenfalls eine imposante Erscheinung ist. Er bereitet das Wasser in fünf Schritten auf.

Zunächst fließt das Wasser durch einen Partikel- und einen Aktivkohlefilter, bevor der eigentliche Umkehrosmose-Prozess beginnt. Dabei entstehen technisch bedingt sowohl Reinwasser als auch „Abwasser“ (folgt dem obigen Wikipedia-Link für detaillierte Informationen zu diesem Verfahren). Das „Abwasser“ fließt zurück in den Wassertank und wandert erneut in den Kreislauf.
Das gereinigte Wasser fließt durch einen weiteren Aktivkohlefilter sowie einen Mineralfilter, der es mit Mineralien wie Calcium und Magnesium anreichert sowie den pH-Wert optimiert.
Die Lebensdauer des Filters ist mit 6 bis 12 Monaten bzw. 2.000 Litern angegeben. Das ist selbstredend stark von der Qualität des eingefüllten Leitungswassers abhängig. Der Ersatzfilter kostet 99 Euro.
Durch Nachfüllen des Wassertanks wird das zurückgeleitete „Abwasser“ des Filters zwar immer wieder verdünnt, der Hersteller empfiehlt dennoch ausdrücklich, den Wassertank einmal täglich komplett zu entleeren und neu zu befüllen. Das Wasser muss dabei nicht zwingend im Ausguss landen, man kann es beispielsweise zum Blumengießen oder Putzen verwenden.
Wasserausgabe
Das gefilterte Wasser kann man bei Zimmertemperatur, erhitzt oder gekühlt ausgeben. Beim Erhitzen lässt sich die gewünschte Temperatur von 40 bis 100 Grad stufenlos wählen. Der Hersteller wirbt damit, dass es nur drei Sekunden dauert, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. In der Praxis zeigt sich, dass bei einer gewählten Temperatur von 100 Grad die Ausgabe mit etwa 70 Grad beginnt und die Temperatur dann ansteigt. Als kompletten Ersatz für einen Wasserkocher sehe ich das Gerät daher weniger. Äußerst praktisch ist es aber, wenn man heißes, aber kein kochendes Wasser benötigt, etwa für Babynahrung, Instant-Heißgetränke oder wie ich beim Brotbacken.
Wenn man eine größere Menge Wasser benötigt, etwa zum Auffüllen der Kaffeemaschine, kann man Reinwassertrank einfach entnehmen.

Die Kühlfunktion ist wegen des erhöhten Stromverbrauchs nicht immer aktiv, man muss sie zunächst aktivieren. Dann hält sie permanent etwa 0,8 Liter Wasser mit einer Temperatur von sieben bis acht Grad Celsius bereit. Wie bereits erwähnt, war das während der Hitzewelle das Highlight für uns. Leider lässt sich bei der Kühlung die Temperatur nicht regulieren, zehn oder zwölf Grad wären für unseren Geschmack optimal. Zur Vermeidung von Hirnfrost haben wir daher meistens Eiswasser mit Wasser auf Zimmertemperatur vermischt. Wasserschorle sozusagen.
Sprudeln kann der Hydrofast C300 ebenfalls. Die dafür nötige Kohlensäureflasche ist nicht im Lieferumfang enthalten. Das System ist allerdings mit den hierzulande vertriebenen Systemen kompatibel. Ich habe eine Flasche (mit Schraubgewinde) vom hiesigen Edeka verwendet.

Eine 0,5-l-Flasche befindet sich im Lieferumfang, weitere kann man für 29,95 Euro pro Stück bei Hydrofast kaufen. Ob es hierfür günstigere Alternativen gibt, habe ich bislang nicht recherchiert.
Aus hygienischen Gründen soll man unbedingt nur reines Wasser aufsprudeln und keine Limo-Konzentrate. Dies führt ansonsten zu Schimmelbildung im Gerät, wie bei allen anderen Wassersprudlern auch.

Energieverbrauch
Als ich auf dem Datenblatt 2.000 Watt Leistungsaufnahme gelesen habe, wurde mir direkt schwindelig. Ich fürchtete, der Dauerbetrieb könnte unsere Stromrechnung explodieren lassen. Diese Leistung wird aber nur beim Erhitzen von Wasser abgerufen.
Bei dauerhaft aktiviertem Kühlmodul, einer Filterleistung von etwa acht bis zehn Litern täglich und gelegentlicher Heißwasserzubereitung hat der Hydrofast C300 in einem Monat etwa zehn Kilowattstunden verbraucht. Das liegt, wie ich finde, absolut im vertretbaren Bereich.
Und wie schmeckt’s?
Für einen wissenschaftlichen Test des Hydrofast C300 müsste man sowohl das Leitungswasser als auch das gefilterte Wasser im Labor analysieren. Damit kann ich nicht dienen. Was ich aber sagen kann: Meine Partnerin und ich waren uns einig, dass das gefilterte Wasser besser schmeckt.
Wir wohnen seit 20 Monaten in einem Neubau und haben vom ersten Tag an nur Leitungswasser getrunken. Insofern könnte man argumentieren, dass wir ein solches Filtergerät im Grunde gar nicht bräuchten. Allerdings ist PFAS im Grundwasser in unserer Gegend ein Dauerthema. Das wird zwar streng überwacht, dennoch gibt es uns ein besseres Gefühl, jetzt sozusagen eine zusätzliche Sicherheitsstufe zu haben.
Fazit
Mit der Eiswasserfunktion hat sich der Hydrofast C300 bei uns schnell unentbehrlich gemacht. Die Handhabung ist einfach und das Gerät bietet zahlreiche Funktionen. Wünschenswert wäre eine Regulierung der Kühlleistung. Wer bereit ist, die Investition zu tätigen, und einen Platz hat, an dem das Gerät nicht stört, macht hier nichts falsch. Das ist allerdings eine subjektive Meinung, denn mir fehlen Erfahrungen mit ähnlichen Geräten, um einen Vergleich ziehen zu können.
Bei Otto ist der Hydrofast C300 derzeit für 599,99 Euro zu haben: Hydrofast Wasserfilter C300 RO-Wasserfilter
Transparenz: Das Gerät wurde uns vom Hersteller für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
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Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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