Waterfox: Ein Blick auf das europäische Firefox-Derivat

Waterfox: Ein Blick auf das europäische Firefox-Derivat

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Waterfox: Ein Blick auf das europäische Firefox-Derivat

Wenn wir von europäische Alternativen in Zeiten zunehmender Notwendigkeit von Digitaler Souveränität und Resilienz sprechen, wandert der Blick bei den Browsern wahrscheinlich zunächst zu den Chromium-basierten Derivaten. Neben Vivaldi und – mit deutlichsten Abstrichen aufgrund der chinesischen Eigentümer – Opera sticht hier vor allem Ecosia noch ins Auge. Daneben gibt es auch Gecko-basierte Vertreter, darunter mit Waterfox ein weithin bekannter Vertreter aus Großbritannien.

Der Browser, den Entwickler Alex Kontos mittlerweile in seinem Unternehmen BrowserWorks betreut und Mitglied der europäischen Browser Choice Alliance ist, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Gestartet wurde er als erste reine 64-bit-Variante eines Firefox-Derivats und gewann während dem Australis-Design von Firefox gemeinsam mit Cyberfox oder Pale Moon an Beachtung. Gleichzeitig musste er auch seine eigene Kontroverse ertragen.

Das Kapitel System1

Um den Jahreswechsel 2019/2020 wurde Waterfox vom US-Unternehmen System1 übernommen, nachdem diese als Betreiber der niederländischen Suchmaschine Startpage schon lange eine Partnerschaft mit Kontos unterhielten. Erst Mitte 2023 wurde Waterfox wieder unabhängig und wurde später in das eigene Unternehmen BrowserWorks eingegliedert. Was damals für Kontos eine Erleichterung war, hat in der Linux-Community für teilweise skeptische Blicke gesorgt.

Mit einigen Abstrichen könnte man zudem die einstige Teilung zwischen Waterfox Classic und dem regulären Waterfox erwähnen. Mittlerweile wird die Classic-Version allerdings nicht mehr gepflegt, weswegen ich es bei dieser Erwähnung belassen möchte.

Die Situation heute

Waterfox basiert heute auf Firefox ESR (aktuell Version 6.6.14 zum Zeitpunkt des Artikels) und ist neben der Desktop-Version für alle großen Betriebssysteme auch für Android erhältlich. Während der Browser für alle Nutzer kostenlos ist, versucht Kontos seit einiger Zeit mit der Waterfox Private Search regelmäßigere Einnahmen zu generieren, um die Entwicklung des Browsers abzusichern. Zudem positioniert sich Waterfox wie Vivaldi gegen den flächigen KI-Einsatz, gleichzeitig macht man mit Firefox Translations für lokale Übersetzungen eine einzige Ausnahme.

Waterfox hat ansonsten die meisten konventionellen Funktionen von Firefox mit an Bord, auch Google Widevine für die Wiedergabe von DRM-geschützten Inhalten wird unterstützt. Zeitgleich setzt Kontos in einigen Bereichen noch einen drauf. So verfügt Waterfox schon länger über eine native Integration von vertikalen Tabs, die sich feiner anpassen lassen, und kürzlich wurde ein eigener Adblocker integriert, der von Brave abgeleitet wurde und den von Firefox übernommenen Trackingschutz ergänzt.

Zudem kann das Aussehen in den Einstellungen umfassend angepasst werden. Waterfox hat mit Lepton eine eigene Designsprache, aber wer zum Beispiel sämtliche Rundungen aus den Ecken der Benutzeroberfläche tilgen möchte, kann das hier problemlos tun.

Lohnt sich der Einsatz?

Waterfox ist prinzipiell eine vollständig europäisierte Variante von Firefox ESR, bei der Nutzer auf der Suche nach mehr digitaler Resilienz in heutigen geopolitischen Zeiten eigentlich keine wirklichen Abstriche machen müssen. Der Browser selbst läuft enorm zuverlässig und stabil, gleichzeitig bleibt die Synchronisation mit dem Mozilla-Konto und die Kompatibilität mit Firefox-Addons voll erhalten. Abstriche machen Nutzer von iOS und iPadOS, eine Version hierfür gibt es schlicht nicht.

Wenn ihr Waterfox selbst einmal ausprobieren möchtet, findet ihr den Download an dieser Stelle.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

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