„Wer löscht die brennende Hütte?“
Wird unsere postmoderne Gegenwart gerne im Bild des Fließens, des Flusses und der Verflüssigung beschrieben, so betrifft das doch eher die Gesellschaften nördlich der Alpen. Dagegen bewegt sich die politische Öffentlichkeit Italiens ruckweise, in dauernder Abwehr der Modernisierung. Woher kommt der Ruck? Er kommt aus dem, was in Italien hingebungsvoll „emergenza“ genannt wird, aus einem Zustand angeregten Alarmiertseins, aus einem Gefühl der Not. Brennt die Hütte, muss man handeln.
Immer wieder sieht es so aus, als entspreche die italienische „emergenza“ dem, was evolutionäre Theorien „Emergenz“ nennen: Aus einer Vielzahl gegebener Elemente, teils aus chaotischer Komplexität, entsteht etwas Neues, am besten etwas Neues höherer Ordnung, das man sich vorher nicht hat vorstellen können. Das wäre die Deutung, die in Italien der gerade entstehenden Regierung unter Mario Draghi zuteil wird.
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