Wie funktionieren Permakultur-Gärten?

Wie funktionieren Permakultur-Gärten?

Sobald es draußen wieder wärmer ist, beginnt die Zeit des Gärtnerns. Ein zunehmend beliebter Ansatz ist dabei der Permakultur-Garten. Er schafft selbsterhaltende, naturnahe Kreisläufe im Garten, die wenig durch menschliche Eingriffe bearbeitet werden müssen. Gleichzeitig sorgt die Permakultur dafür, dass wertvolle Mikroorganismen im Boden erhalten bleiben und sich nützliche Tiere ansiedeln. Dies fördert auch die Biodiversität.

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch verschiedenste landwirtschaftliche Techniken, um Nahrungsmittel anzubauen. Die Permakultur ist ein Ansatz, mit dem das Land nachhaltig und dauerhaft bewirtschaftet wird. Sie entstand aus dem Wunsch, Methoden zu entwickeln, die wieder stärker im Einklang mit der Natur stehen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen. Konkret geschieht dies unter anderem durch die Kombination sich gegenseitig fördernder Pflanzen in Mischkulturen, den Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger sowie den Verzicht auf tiefgreifende Bodenbearbeitung wie das Umgraben oder Pflügen.

Im Laufe der Zeit hat sich diese Grundidee weiterentwickelt: Heutzutage sind immer mehr Menschen von der Idee begeistert, einen Permakultur-Garten anzulegen. Dabei werden im eigenen Garten natürliche Kreisläufe nachgeahmt und so der Boden nachhaltig genutzt. Das Ziel bei Permakultur-Gärten ist, der Natur ihren Lauf zu lassen und sie nur durch kleine Eingriffe in ihrem natürlichen Prozess zu unterstützen. So werden neben ertragreichem Obst und Gemüse auch Wildblumen gepflanzt, die Nützlinge anlocken, den Boden mit ihren Wurzeln auflockern, Stickstoff binden und durch ihre Zersetzung den Boden mit Nährstoffen versorgen.

Vorbereitung und Pflanzenauswahl

Für einen Permakultur-Garten ist eine sorgfältige Planung entscheidend, da er sich langfristig selbst erhalten soll, anstatt jedes Jahr neu gestaltet werden zu müssen. Vor dem Anlegen des Gartens sollte man sich einen Überblick über dessen Merkmale verschaffen: Wie ist die Bodenqualität? Wo liegen sonnige, schattige oder windige Bereiche? Denn das ist entscheidend dafür, welche Pflanzen später gut im Garten gedeihen.

Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man sich überlegen, welches Gemüse, welche Kräuter und welche mehrjährigen oder winterharten Pflanzen man sich wünscht. Im nächsten Schritt gilt es, sich darüber zu informieren, welche Pflanzen gut zusammenpassen, beispielsweise weil sie ähnliche Ansprüche an ihre Standorte stellen.

Struktur des Permakultur-Gartens

Nachdem man sich einen Überblick der verschiedenen Orte im Garten gemacht hat, wird die Struktur des Permakultur-Gartens festgelegt. Kräuterspiralen, Hügel- oder Hochbeete – all diese Gestaltungsmöglichkeiten können genutzt werden. Beim Aufbau des Permakultur-Gartens gibt es kein Richtig oder Falsch – er ist angelehnt an die individuellen Beschaffenheiten des Gartens: Kräuterspiralen etwa eignen sich besonders für Mittelmeerkräuter, da sie warme und trockene Orte sind. Denn die Steine der Kräuterspirale nehmen die Sonnenwärme auf und geben sie später an ihre Umgebung wieder ab, außerdem läuft das Wasser schnell ab.

Hochbeete sind eine gute Möglichkeit, um direkt mit dem Pflanzen und Gärtnern starten zu können. In ihnen kann die Bodenfruchtbarkeit durch Mulch und Kompost einfacher gefördert werden, was gerade in der Stadt von Vorteil sein kann, wenn es dort im Garten keinen Unterboden gibt. Die Hochbeete benötigen aber auch mehr Zeit und Arbeit, als wenn man die Gemüsepflanzen direkt im Gartenboden anpflanzt. Im Hochbeet findet nämlich kein Austausch mit den umliegenden Pflanzen und Mikroorganismen im Boden statt – sie müssen also regelmäßig mit Kompost versorgt werden.

Aufbau der äußeren Bereiche

Permakultur-Gärten werden meist in Zonen eingeteilt: Bereiche, die näher am Haus und so leichter erreichbar sind, sind für die pflegeintensivsten Pflanzen geeignet. Nach außen hin wird der Garten zunehmend sich selbst überlassen. Am äußersten Rand wird eine Pufferzone angelegt, die den Garten vor Lärm und Schmutz schützt. Sie ist ideal für heimische Wildobststräucher wie Wildrosen, Kornelkirschen, Berberitze, Holunder oder Felsenbirne. Diese Sträucher bieten wilden Tieren zudem Rückzugsorte und Nahrung in Form von Früchten.

Weiter innen folgt die Hot-Spot-Zone: Mit ihr können wir die Artenvielfalt fördern, indem hier gezielt heimische Wildblumen und insektenfreundliche Pflanzen ein Zuhause finden. Ist ausreichend Platz in voller Sonne vorhanden, kann so eine ganze Blumenwiese entstehen. Eine kleinere Variante könnte ein Beet oder Hügel aus Schotter und Kies mit ein wenig Humus sein. Geeignete Pflanzen sind wärmeliebende Kräuter wie Thymian, Oregano und Rosmarin sowie Wildblumen wie Glockenblumen, Sonnenröschen und Skabiosen.

Luftaufnahme eines Gemüsebeets in einem Permakultur-Garten
Die Obst- und Gemüsebeete bilden die Ertragszone des Permakultur-Gartens. © SolStock/iStock

Obst und Gemüse: die Ertragszone

Nahe am Haus wird der Obst- und Gemüsegarten in der Ertragszone angelegt. Hier erfolgt der Anbau häufig in Hügelbeeten. Ihr Boden wird mit Nährstoffen aus Schnittabfällen, Reisig, Heu oder Kompost angereichert und damit auf natürliche Weise gedüngt. Bei der Auswahl von Obst- und Gemüse ist es wichtig, die Fruchtfolge zu beachten, um Krankheiten vorzubeugen und die Belastung des Bodens zu minimieren. Es sollten Pflanzen kombiniert werden, die sich gegenseitig unterstützen. Dafür eignen sich besonders Mischkulturen mit mehrjährigen Arten wie Spargel, Rhabarber oder Artischocken.

Zwischen die Beete setzt man am besten einjährige Blumen; geeignete Begleitpflanzen sind beispielsweise Jungfer im Grünen, Ringelblumen oder heimische Sommerblumen wie Klatschmohn. Sie erhöhen bei ihrer Zersetzung die Bodenfruchtbarkeit, was den mehrjährigen Obst- und Gemüsepflanzen zugutekommt. Darum sollte auch das Wachstum von Wildkräutern zwar eingeschränkt werden, „Unkraut“ aber nicht vollständig entfernt werden.

Je nach Größe des Gartens können zusätzliche Zonen integriert oder weggelassen werden. Wichtig ist dabei, die Gegebenheiten des Gartens optimal zu nutzen und Raum für die Natur zu lassen.

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