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#Wie tickt Coinbase-Gründer Brian Armstrong?

Wie tickt Coinbase-Gründer Brian Armstrong?

Es war ein Auslandsjahr, das Brian Armstrong die Augen geöffnet haben soll. Der Gründer der Plattform Coinbase, die einen fulminanten Börsenstart hinlegte, verbrachte nach seinem Studium ein Jahr in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. „Es war eine interessante Erfahrung, ein Finanzsystem in einem anderen Land zu sehen, das eine Hyperinflation durchlebt hat“, sagt er.

Franz Nestler

Später wechselte er als Softwareentwickler zu Airbnb, wo er sich auch mit den Finanztransaktionsströmen in den verschiedenen Ländern befasste. Ihn faszinierte, wie ineffektiv das internationale Finanzsystem funktionierte, gerade wenn es darum geht, Geld von einem Land in ein anderes zu schicken. Mit dem Hintergedanken, dass das Finanzsystem nicht funktioniert und was passiert, wenn es nicht funktioniert, bekam er bei einer Thanksgiving-Feier seiner Eltern das Konzept von Bitcoin in die Hände. Das war vor rund zehn Jahren. Armstrong hatte Angst, zu spät dran zu sein. Immerhin gab es das Konzeptpapier seit 2008, Ein Jahr später entstand Bitcoin und 2010 wurde die erste Transaktion abgewickelt.

Fest steht: Er war nicht zu spät dran. Nach Feierabend und an Wochenenden programmierte er verschiedene Prototypen für eine Handelsplattform, die später Coinbase werden sollte. Warum ausgerechnet eine Handelsplattform? Damals war es fast unmöglich, Bitcoin zu handeln. Die ersten Transaktionen wurde nur über Foren verabredet – sehr umständlich und in diese Welt hatten bis dahin nur Nerds Zugang. Wenn Digitalwährungen im Allgemeinen und Bitcoin im Speziellen also erfolgreich sein sollten, musste ein ordinärer Handelsplatz her.

Auf Podien zieht Armstrong gern Vergleiche zur Goldgräberstimmung am Fluss Klondike: „Wir verkaufen die Schaufeln und Spaten, die den Leuten dabei helfen, diese Technologie zu nutzen“, sagt er dann immer. Zur Erinnerung: Damals wurden nicht unbedingt die Goldgräber reich, sondern die Menschen, die in den Städten Dienstleistungen anboten: Die Schaufeln verkauften, Pferde beschlugen und die Salons betrieben.

Armstrong suchte Partner zur Programmierung für seine Protoypen. Seine Vision formulierte er in einem Reddit-Forum. Dort fand er Fred Ehrsam, einen ehemaligen Goldman-Sachs-Händler. Man traf sich in dem legendären, mittlerweile geschlossenen Café „The Creamery“ in San Francisco. Eigentlich trafen sich dort Start-ups aus dem Silicon Valley mit ihren Wagniskapitalgebern, um ihre Milliardendeals zu verhandeln. Im Buch „Kings of Crypto“ beschreibt Ehrsam das erste Treffen: „Es fühlte sich an wie eines dieser Tinderdates, bei dem es einfach funkt“. Ehrsam und Armstrong konnten dann auch bald Investoren vom Potential ihres Unternehmens überzeugen, manche versprühten regelrechte Goldgräberstimmung: „Es ist, als ob Google Gmail für Bitcoin entwickeln würde“, beschrieb Risikokapitalgeber Chris Dixon von Andreessen Horowitz die Tragweite – so einfach eben, dass es jeder benutzen kann. Ehrsam war ein hilfreicher Türöffner, doch hat er sich mittlerweile in den Verwaltungsrat zurückgezogen.

Coinbase hat nun schon namhafte Partner wie den Kreditkartenanbieter Visa oder den Autobauer Tesla, der über Coinbase einen Teil seiner Barbestände in Bitcoin umwandelte. Mittlerweile zählt Coinbase nach eigenen Angaben 56 Millionen Kunden in mehr als 100 Länder.

Der Börsengang dürfte Armstrong zum mehrfachen Milliardär gemacht haben, zumindest auf dem Papier: Zuletzt hielt er rund 40 Millionen Aktien, was bei aktuellen Kursen rund 15 Milliarden Dollar entsprechen würde. Das Magazin „Forbes“ führt ihn daher als auf seiner Krypto-Milliardärsliste auf Platz 1. In das Büro in San Francisco soll er trotzdem noch heute oft einfach mit schwarzen T-Shirt, dunkler Hose und weißen Turnschuhen kommen – wie so viele Tech-Millionäre hält er wenig von Anzügen und Formen.

Doch so erfolgreich Coinbase ist, so undurchsichtig ist manchmal, was Armstrong antreibt. Im vergangenen Jahr sorgte er für einen regelrechten Exodus an Mitarbeitern im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung. Damals erklärte er im Handstreich Coinbase zu einem „apolitischen“ Unternehmen, das sich nicht in gesellschaftliche Themen einzumischen habe, wenn diese nichts mit der „Mission“ zutun haben. „Das klarzustellen war das Wichtigste, was ich im vergangenen Jahr getan habe“. Zahlreiche Mitarbeiter gingen, wie das Magazin „The Verge“ zu berichten weiß, verbunden mit einem goldenen Handschlag – die Abfindungen sollen großzügig gewesen sein.

Die Mission, das ist für ihn nach wie vor, Digitalwährungen nach vorne zu bringen. Nicht nur, was dabei im Wege steht, soll ausgeblendet werden, sondern alles, was den Weg nicht unterstützt, soll keinen Weg in der Firma haben. Die Mission ist gewohnt großspurig formuliert. In einem Blogeintrag heißt es etwa, dass man die „wirtschaftlichen Freiheiten in der Welt“ verbessern und Finanzdienstleistungen für jeden ermöglichen möchte, die dann zu einem besseren Leben führen sollen.

Missionen scheinen sein Leben zu bestimmen. In der Zentrale in San Francisco sind die Konferenzräume nach historischen Weltraum-Missionen benannt wie Voyager oder Apollo. Manche meinen, das sei aufgrund der Preisentwicklung von Digitalwährungen „bis zum Mond“, andere meinen eine Leidenschaft für Namensvetter und Astronaut Neil Armstrong zu entdecken.

Und seine nächste Mission? Zuletzt gab es zumindest Hinweise darauf. Auf Twitter veröffentlichte der Hobby-DJ ein eigenes Lied. Abgesichert hat er es mit einem NFT (Non-Fungible Token), dem aktuellen großen Trend in der Blockchain-Welt. Damit kann man digitale Inhalte absichern und Besitzern zuordnen und diese NFT auch handeln. Für seinen Song wurden 20.000 Dollar geboten in der Digitalwährung Ether. Der NFT-Markt, der bislang noch von vielen kleinen Anbietern unter sich aufgeteilt wird, könnte also der nächste Bereich sein, in dem Armstrong seine Mission fortsetzt.

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