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Windows 11 läuft jetzt auch mit 8 GB RAM sehr viel schneller, sagt Microsoft. Und alle erzählen es weiter. Ein seltenes Glücksgefühl für die Redmonder und ein gelungener Marketing-Stunt.
Wenn wir über Microsoft und seine Außendarstellung sprechen, dann geht es meist darum, dass diese oft sehr unglücklich verläuft. Insofern kann man die Geschichte über die Optimierung von Windows 11 für PCs mit 8 GB RAM schon fast als Coup bezeichnen.
Seit Beginn der Qualitätsoffensive für Windows 11 stand dieser Punkt ganz oben auf der To-do-Liste. Im Sommer hatte Microsoft versprochen, noch in diesem Jahr konkrete Ergebnisse vorzulegen. Das hat man jetzt getan.
In einem Beitrag auf dem Windows-Blog schreibt Windows-Chef Pavan Davuluri, dass Windows 11 auf Systemen mit 8 GB RAM jetzt um bis zu 20 Prozent schneller reagiert und beim Multitasking mit vielen offenen Anwendungen sogar 40 Prozent schneller ist.
Das sind schöne Zahlen aus dem Labor. Zum Beweis, dass man das auch in der Praxis sieht, hat man ein Video veröffentlicht. Dieses vergleicht Windows 11 vom Januar mit der aktuellen Version vom Oktober.
Der oben verlinkte Beitrag zählt die verschiedenen Maßnahmen auf, die man umgesetzt hat, um diese Fortschritte zu erreichen. Dazu gehört, dass man den RAM-Bedarf seiner eigenen Apps teilweise signifikant verringert hat. Zudem setzt man verstärkt auf Kompression, um so bis zu zwei Gigabyte mehr an Daten im RAM unterzubringen, die ansonsten in der Auslagerungsdatei landen würden.
Gute Presse für eine Selbstverständlichkeit
Selbstverständlich ist die Darstellung von Microsoft maximal geschönt. Das mag man ihnen in diesem Fall aber nicht einmal vorhalten, denn der Trick hat funktioniert. Die Medien greifen die Darstellung auf und erzählen die Geschichte 1:1 weiter. Endlich mal gute Presse für Microsoft.
In den fast zwei Jahrzehnten, die ich Microsoft intensiv begleite, habe ich viel schlechte Presse für Microsoft erlebt. Diese war oft berechtigt, manchmal aber auch nicht. Daher gönne ich ihnen diesen kleinen Erfolg, obwohl sie ihn in diesem speziellen Fall nicht einmal verdient haben.
Was Microsoft hier getan hat, war nicht weniger als eine Selbstverständlichkeit. Windows 11 lief mit 8 GB RAM nicht besonders gut, weil man zuvor schlampig gearbeitet und seine Hausaufgaben nicht erledigt hat. Den Beweis, dass es von Anfang an anders hätte sein können, haben sie jetzt selbst erbracht.
Ich habe das in dem Artikel „Windows und sein RAM-Bedarf: Wenn der Wahnsinn zur Vernunft zwingt“ bereits thematisiert. Dass Windows 11 auf älteren PCs nicht gut läuft, war so gewollt. Die Leute sollten sich neue PCs kaufen. Jetzt hat das von Microsoft maßgeblich mitverursachte RAMageddon neue PCs irrsinnig teuer gemacht. Und siehe da, plötzlich geht es.
Schöne Aussichten
An den hohen RAM-Preisen ändert sich so bald nichts. Für alle, die sich einen neuen PC kaufen müssen, sind das keine schönen Aussichten. Aber für Windows-Nutzer sind sie es. Microsoft bleibt auf absehbare Zeit gezwungen, mit dem zu haushalten, was bei den Kunden vorhanden ist. Die Optimierung für Systeme mit wenig RAM bleibt daher eine Dauerbaustelle in Windows 11. Und das ist gut so.
Der Beitrag Windows 11 und 8 GB RAM: Microsoft gelingt Marketing-Stunt erschien zuerst auf Dr. Windows.
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