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#"Wir bettelten darum, dass sie uns rausschmeißen": Fluch der Karibik-Vorgänger sollte eine ganze Firma retten und wurde stattdessen zum legendären Desaster

Ein Star aus dem heutigen Stranger Things-Cast, der Regisseur von Stirb Langsam 2 und ein Budget in dreistelliger Millionen-Höhe – warum musste der Abenteuerfilm Die Piratenbraut scheitern?

Die Produktionsfirma Carolco Pictures hat sich in den 1980er Jahren mit Erfolgen wie Terminator 2 – Tag der Abrechnung, Rambo und Total Recall einen strahlenden Ruf erarbeitet. In den 90ern endete die Glückssträhne jedoch. Hoch verschuldet, suchte Produzent Mario Kassar nach dem nächsten Hit – und stieß auf das Skript für ein Piratenabenteuer. Die Produktion wurde jedoch ein legendäres Desaster.

Der Pirat:innen-Film sollte eigentlich die finanzielle Rettung sein

Der finnische Regisseur Renny Harlin, der zuvor erfolgreich Stirb langsam 2 inszeniert hatte, übernahm die Verantwortung für den Film namens Die Piratenbraut (Originaltitel: Cutthroat Island). Seine Ehefrau, die Schauspielerin Geena Davis, spielte die Hauptrolle: die Piratin Morgan Adams, die 1668 in Jamaica nach einem verschollenen Schatz sucht. Sogar einen zweiten hochkarätigen Hauptdarsteller gab es schon, niemand anderen als Oscar-Preisträger Michael Douglas.

Das Skript wurde im Laufe der Produktion jedoch mehrere Male umgeschrieben. Irgendwann stand Geena Davis’ Rolle klar im Mittelpunkt, was Michael Douglas gar nicht schmeckte. Die Produktion verlor ihren großen Star und schlitterte von da an rasant auf den Abgrund zu.

Douglas sprang ab, das Skript funktionierte nicht, unzählige Streitereien führten zu Entlassungen

Die männliche Hauptrolle wurde in den folgenden Monaten unzähligen großen Namen angeboten: Tom Cruise, Keanu Reeves und Liam Neeson sind nur einige Beispiele aus der langen Liste. Am Ende erbarmte sich dann Matthew Modine, der zu diesem Zeitpunkt vor allem aus Full Metal Jacket bekannt war. Mittlerweile kennt ihr ihn auch als Dr. Brenner in Stranger Things oder aus der neuen Netflix-Serie Zero Day.

Aber auch Modine konnte die Produktion nicht zurück auf den richtigen Pfad bringen. Viele Beteiligten gaben dem Fokus auf eine weibliche Heldenfigur die Schuld, was bei Blockbustern in Hollywood aus dieser Zeit eine Seltenheit war. Hinzu kam, dass Geena Davis zu dieser Zeit kein etablierter Blockbuster-Star war, sondern vor allem in Komödien und Dramen wie Eine Klasse für sich und Thelma & Louise zu sehen war. Regisseur Harlin beschrieb die Situation in einem Interview mit Slashfilm  2011 wie folgt:

Wir bettelten darum, dass sie uns rausschmeißen. […] Wir hielten einen Piratenfilm mit einer weiblichen Hauptrolle für selbstmörderisch, aber wir waren vertraglich dazu verpflichtet.

Bei den Dreharbeiten kam es zu zahlreichen Unfällen, Konfrontationen und Entlassungen, wie Variety  berichtet. Allen Beteiligten schien klar, dass es sich um einen Flop handelte. Und so kam es im Dezember 1995, als der Abenteuerfilm in den Kinos startete.

Die Piratenbraut triebt eine ganze Firma in den finanziellen Ruin

Gerade einmal 18 der investierten 115 Millionen Dollar spielte Die Piratenbraut wieder ein. Die Kritiken waren vernichtend, Carolco Pictures meldete kurz darauf Bankrott an. Harlin blickte später auf den Misserfolg zurück:

War es schmerzhaft, als das alles zusammenbrach? Ja. Haben wir eine Menge gelernt? Ja.

Der Flop schlug solche Wellen, dass die Verantwortlichen für Fluch der Karibik einige Jahre später noch um ihre Existenz bangten: Piratenfilme schienen eine sichere Bank für Misserfolg. Doch wie wir wissen, stand die Disney-Produktion unter einem besseren Stern. Ob das auf pures Glück oder doch Johnny Depps legendäre Performance zurückzuführen ist, lässt sich nur mutmaßen.

Die Piratenbraut hat in der Moviepilot-Community eine mittlere Wertung von 5.6 bekommen. Im Stream gibt es ihn aktuell auf dem Prime Video Kanal MOVIECULT. Damit hat der Katastrophendreh offiziell Kultstatus erreicht.

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