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#Wir publizieren uns zu Tode

„Wir publizieren uns zu Tode“



Weil sie so viele Studien schreiben und publizieren müssen, kommen junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen kaum noch zum Lesen anderer Studien.

Bild: Plainpicture

Jüngere Geisteswissenschaftler lesen kaum mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen, weil sie zu beschäftigt damit sind, selbst welche zu schreiben. Ein Gastbeitrag.

Vor einigen Jahren hat der amerikanische Soziologe Andrew Abbott auf dramatische Änderungen im professionellen Leseverhalten der Geistes- und Sozialwissenschaftler seines Landes verwiesen. Gerade im Bereich dieser mit Recht so genannten „Buchwissenschaften“, so sein Befund, komme der einzelne Forscher praktisch nicht mehr dazu, die Texte seiner Kollegen zu lesen und zu studieren, und damit verliere auch seine Wissenschaft an sozialem Zusammenhalt. Abbott führt diese Krise des gegenseitigen Lesens auf eine jüngere historische Zäsur zurück: Während die amerikanischen Universitäten in den ersten beiden Dritteln des letzten Jahrhunderts eine Phase stetigen Wachstums durchlaufen hätten, sei dieser Trend in den Siebzigerjahren zum Stillstand gekommen.

Die Auswirkungen dieses Wandels auf die Lektürebereitschaft von Wissenschaftlern ergeben sich aus seinen Folgen für die Alterszusammensetzung in Fakultäten und Disziplinen. In jener Phase der beständigen Stellenvermehrung sollte jeder Professor mehr als nur einen Nachfolger finden, also brauchte man zu jedem Zeitpunkt deutlich mehr jüngere Wissenschaftler als ältere. Seit dem Ende des Wachstums ist es mit diesem Größenvorsprung des wissenschaftlichen Nachwuchses vorbei, denn seither bildet jeder Professor im Laufe seines wissenschaftlichen Lebens, statistisch gesehen, nur noch einen einzigen Nachfolger aus.

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