#Wurde dein PayPal-Nutzerkonto eingeschränkt? Der Grund ist simpel

„Wurde dein PayPal-Nutzerkonto eingeschränkt? Der Grund ist simpel“

Das Gefährliche an Phishing ist, dass man nie voraussagen kann, in welche Verkleidung der schädliche Link verpackt wird. Mal ist es eine PayPal-Mail, mal eine der zahlreichen Banken. Wir verraten, welche Phishing-Mails seit der 15. Kalenderwoche im Umlauf sind.

Alles rund um das Thema PayPal
PayPalBildquelle: PayPal

„Einfach aufpassen“ lässt sich leicht sagen. Doch ob man im Eifer des Gefechts und angesichts eines vollen Postfachs stets die Zeit findet, sich jede einzelne E-Mail genau anzusehen, ist mehr als fraglich. Kein Wunder also, dass die Phishing-Masche auch heute noch hervorragend funktioniert und nach wie vor täglich unzählige Opfer fordert. Grundsätzlich gibt es jedoch nur zwei alternative Vorgehensweisen: Einerseits bieten die meisten Online-Dienstleister mittlerweile die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung an (mehr dazu unten) und andererseits ist die Gefahr deutlich geringer, wenn man schon vorab weiß, auf welche E-Mails man achten sollte. Und genau das erfährst du hier.

Phishing-Mails seit dem 11. April

Die Verbraucherzentrale NRW listet im Rahmen ihres Phishing-Radars kontinuierlich die neuesten Phishing-Mails auf. Selbstverständlich ist die Liste nicht erschöpfend; auch andere Mails sind im Umlauf. Sie zeigt allerdings, bei welchen E-Mails man als Nutzer derzeit auf jeden Fall ein Auge offen halten sollte. In dieser Woche gehören dazu die folgenden Unternehmen:

  • PayPal
  • Sparkasse

Details zur aktuellen Phishing-Situation

Eine Benachrichtigung, dass das eigene PayPal-Konto eingeschränkt wurde, kann mehr als einfach nur unangenehm sein. Denn PayPal stellt in vielen Fällen die einzige Möglichkeit dar, Online-Einkäufe bequem im digitalen Raum zu tätigen. Das geht natürlich nicht, wenn Funktionen, wie das Verschicken und Abheben von Geld, gesperrt wurden. Doch genau diese Hiobsbotschaft macht gegenwärtig in Form einer E-Mail die Runde. Einen Grund zur Sorge stellt die Mail dennoch nicht dar, denn sie stammt trotz der mehr als überzeugenden Optik nicht von PayPal.

Stattdessen handelt es sich dabei um eine Phishing-Mail, die Empfänger dazu auffordert, sich mit ihrem PayPal-Konto anzumelden. Die Anmeldedaten landen dabei bei den Cyberkriminellen, die – sofern keine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet ist – von nun an ebenfalls auf den Account zugreifen können. Daher gilt wie immer: Auf keinen Fall auf in der Phishing-Mail enthaltene Links klicken und diese stattdessen in den Spam-Ordner befördern.

Auch Kunden der Sparkasse sehen sich gegenwärtig mit Phishing-Mails konfrontiert. Diese thematisieren eine neue EU-Zahlungsdienstleisterrichtlinie (Payment Services Directive 2), im Rahmen derer eine verbesserte Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet werden soll. Zuvor müssen Kunden jedoch ihre Nutzerdaten verifizieren. Doch genau das sollte man tunlichst vermeiden – auch dann, wenn eine direkte Kundenansprache vorliegt. Denn genau das scheint aktuell der Fall zu sein. Solche E-Mails sollte man nicht ignorieren. Stattdessen empfiehlt es sich, Kontakt mit dem Kundendienst der Sparkasse aufzunehmen und sich „an der Quelle“ über die Echtheit der vorliegenden E-Mail zu erkundigen.

Ferner ziehen gegenwärtig auch angebliche WhatsApp-Mails ihre Runden, bei denen es sich in Wahrheit um eine Kombination aus Phishing und einem Trojaner-Virus handelt. Weitere Infos hier.

Phishing 2022 – Bisherige Fälle

Die Liste an Phishing-Versuchen in Deutschland wird immer länger. Klar zu erkennen ist, dass es vorwiegend große Unternehmen betrifft. Sie haben viele Kunden und damit viele potenzielle Opfer von Phishing. Diese Liste zeigt, welche Unternehmen im Jahr 2022 schon von Phishing-Betrügern genutzt wurden, um deine Daten oder dein Geld zu stehlen:

  • 1&1
  • Advanzia Bank
  • Amazon
  • BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)
  • Barclays
  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • Deutsche Kreditbank (DKB)
  • DHL
  • DKB
  • Ionos
  • ING
  • Landesbank Berlin (LBB)
  • PayPal
  • Postbank
  • Sparkasse
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • WEB.DE
  • WhatsApp
  • Zollamt

Was ist Phishing eigentlich?

Wenn man an Cyberkriminelle denkt, kommen einem automatisch Hollywood-Bilder von Unbekannten in Kapuzenpullis in den Sinn, die in einem Keller vor fünf Bildschirmen sitzen und ihren Blick auf das Pentagon richten. Die Wahrheit sieht allerdings oftmals ganz anders aus. Denn man braucht weder fünf Bildschirme noch große Kenntnisse über Sicherheitssoftware, um an das Geld von Internetnutzern zu gelangen. Sogar ein Kapuzenpulli ist dafür nicht zwingend erforderlich. Viele Anwender verraten ihre Zugangsdaten nämlich freiwillig, wenn man sie darum bittet.

Alles, was dazu benötigt wird, ist eine E-Mail im beispielsweise Amazon-Look, die Empfänger über ungewöhnliche Kontoaktivitäten oder eine AGB-Änderung unterrichtet. Anschließend wird das Opfer dazu aufgefordert, eine Autorisierung durchzuführen, indem er einen Link anklickt und sich in seinem Account anmeldet. Nur führt der Link nicht zur Amazon-Website, sondern zu einer Kopie. Die hier eingetragenen Login-Daten landen direkt bei den Cyberkriminellen. Mittlerweile steckt hinter Phishing eine regelrechte Industrie.

Weitere Betrugsmaschen:

  • eBay Kleinanzeigen und Co.: Mit diesen Betrugsmaschen wirst du abgezockt
  • WhatsApp Abzocke: Das sind die hinterlistigen Maschen der Betrüger

So schützt du dich

Sobald die Betrüger deine Nutzerdaten erbeutet haben, können sie diese beispielsweise zum Identitätsdiebstahl verwenden. Sollten die Anmeldedaten zu einem mit dem Bankkonto verknüpften Dienst gehören, könnte auch dein Portemonnaie darunter leiden. Darum solltest du auf E-Mails im Allgemeinen und auf Nachrichten der oben genannten Anbieter im Besonderen achten. Weist die E-Mail Rechtschreibfehler auf? Wie sieht es mit direkter Kundenansprache aus? Handelt es sich bei dem Absender respektive bei der E-Mail-Adresse des Absenders im Kopf der E-Mail tatsächlich um PayPal? Gehört die verlinkte Webseite dem Online-Bezahldienst oder ist die URL eher kryptisch? Alle diese Fragen können eine Phishing-Mail enttarnen.

Eine weitere, gute Selbstschutz-Maßnahme stellt die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) dar. Dabei handelt es sich um einen doppelten Anmeldeschutz, bei dem neben den Anmeldedaten eine zweite Anmeldeschranke eingerichtet wird – etwa in Form eines Codes, der auf eine zuvor hinterlegte Telefonnummer zugestellt wird. Diesen können Cyberkriminelle in der Regel nicht so einfach ergattern. Obwohl auch diese Schutzlinie nicht unüberwindbar ist. Weitere Informationen zu dem Thema erhältst du in unserem Phishing-Ratgeber.



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  • Darknet und Deep Web: B_A / Pixabay
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