XBOX Game Pass: Vom Hoffnungsträger zum Auslaufmodell?

XBOX Game Pass: Vom Hoffnungsträger zum Auslaufmodell?

XBOX Game Pass: Vom Hoffnungsträger zum Auslaufmodell?

Der XBOX Game Pass sollte das Netflix für Spiele werden. Die Hauptschlagader, die für Microsoft regelmäßig frisches Geld ins Ökosystem pumpt. Die Wette ging nicht auf, inzwischen hat sich der XBOX Game Pass gar zu einem Rückzugsgefecht entwickelt. Es muss die Frage erlaubt sein, ob ein solches Modell überhaupt tragfähig sein kann.

Was nackte Zahlen betrifft, lässt uns Microsoft im Dunkeln tappen. Weder zu den Verkaufszahlen der XBOX-Konsolen noch zu den Abozahlen des Game Pass kommen aktuelle Angaben aus Redmond. Zuletzt gab es im Februar 2024 eine offizielle Aussage: 34 Millionen Abonnenten hatte der Game Pass laut Microsoft seinerzeit.

Laut Wall Street Journal (via Winfuture) sind es inzwischen nur noch 30 Millionen. Die Zahl stammt aus anonymer, offenbar aber vertrauenswürdiger Quelle. Wann genau diese vier Millionen Abonnenten verloren gingen, lässt sich nicht sagen. Ein Zusammenhang mit den Preiserhöhungen vom Oktober ist naheliegend und mehr als wahrscheinlich. Microsoft selbst hat zugegeben, dadurch „Millionen Kunden“ verloren zu haben.

Grenzen des Wachstums sind erreicht

Letztlich spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle. Schon lange vor den Preiserhöhungen, als ein Lockangebot das nächste jagte, wuchs der Game Pass nicht mehr. Phil Spencer hat das schon vor Jahren unumwunden zugegeben. Innerhalb des XBOX-Ökosystems haben sich alle Gamer bereits für oder gegen den Game Pass entschieden.

Dass man die angestrebten 40 Millionen Abonnenten, die einst als Ziel bis zum Jahr 2027 ausgerufen wurden, überhaupt jemals erreicht, scheint mehr als fraglich. Die wilden Fantasien, durch die Activision-Übernahme gar 100 Millionen Abonnenten zu generieren, werden sich erst recht nicht erfüllen. Zumal mit Call of Duty das wichtigste Zugpferd wegfällt. Neue CoD-Titel kommen künftig erst mit erheblicher Verzögerung in den Game Pass, um die Verkaufszahlen nicht zu kannibalisieren.

Die Preissenkungen sind keine – und das ist auch beabsichtigt

Die Preiserhöhungen im Oktober 2025 waren saftig, die Reaktionen der Abonnenten entsprechend heftig. Und das, obwohl die neuen Preise für die meisten Bestandskunden erst einmal irrelevant waren.

Meine Vermutung ist daher, dass sich viele Abonnenten seinerzeit zum ersten Mal gefragt haben: Brauche ich das überhaupt? Nutze ich das Überangebot an Spielen im Game Pass wirklich aus?

Die Antwort dürfte in den meisten Fällen ein klares Nein sein. Die meisten Gamer spielen weniger als eine Handvoll Spiele parallel, schon alleine aus Zeitgründen. Selbst mit den neuen, deutlich höheren Preisen war der Game Pass sein Geld zweifellos noch wert. Für viele Spieler dürfte aber in diesem Moment die Erkenntnis gereift sein: Das ist zu viel Geld für etwas, das ich ohnehin nicht ausreize.

Die Preissenkungen vom April waren keine. Sie waren lediglich eine teilweise Rücknahme der Erhöhungen vom Oktober, verbunden mit einer inhaltlichen Beschneidung (Call of Duty, siehe oben). Ich bin einigermaßen sicher, dass das beabsichtigt war. Microsoft will nicht mit günstigen Angeboten möglichst viele neue Abonnenten gewinnen, zumindest nicht mit den „Vollversionen“ des Game Pass. Hier gilt es vielmehr, sich an den Preispunkt heranzutasten, den die Hardcore-Gamer noch zu zahlen bereit sind.

Die neue Rolle des Game Pass

Wie eingangs erwähnt: Die Strategie, den Game Pass zur stabilen Haupteinnahmequelle des XBOX-Ökosystems zu machen, hat bisher nicht funktioniert und wird es auch künftig nicht. Ein wichtiger Baustein bleibt er aber dennoch. Der Game Pass Ultimate muss auf jeden Fall teurer werden, um wirtschaftlich zu sein. Sinkende Abonnentenzahlen sind dabei einkalkuliert und mutmaßlich erwünscht. Das bedeutet nämlich auch geringere Kosten für die Verträge mit externen Publishern.

Ich rechne damit, dass wir in Zukunft noch mehr „abgespeckte“ Tarife sehen werden, um auf diese Weise neue Spieler ins Ökosystem zu holen – wie im Beispiel der Starter Edition als Teil von Discord Nitro. Der Traum vom „Netflix für Spiele“ ist jedoch ausgeträumt.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!

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