XBOX- / Microsoft-Konto gesperrt: Nutzer klagt erfolgreich gegen Microsoft

XBOX- / Microsoft-Konto gesperrt: Nutzer klagt erfolgreich gegen Microsoft

XBOX- / Microsoft-Konto gesperrt: Nutzer klagt erfolgreich gegen Microsoft

Willkürliche Kontosperrungen sind nicht nur in Deutschland ein leidiges Thema. In Brasilien hat sich jetzt ein Nutzer erfolgreich in sein Konto zurückgeklagt. Zudem muss Microsoft ihm eine Entschädigung zahlen. Ein Fall, der Mut macht, aber leider nicht auf uns übertragbar ist.

Was war passiert? Wie Notebookcheck (via Winfuture) berichtet, hatte Microsoft das XBOX-Konto eines brasilianischen Nutzers gesperrt. Zur Begründung hieß es, das Konto sei durch einen Hackerangriff kompromittiert. Eine Erklärung, wie das trotz aktivierter Zweifaktor-Authentifizierung passieren konnte, lieferte der Microsoft-Kundendienst nicht.

Alle Versuche, das Konto wiederherzustellen, scheiterten an der mangelnden Kooperation seitens Microsoft. Der Support schlug als „Lösung“ vor, die durch die Kontensperrung verlorenen Spiele einfach neu zu kaufen.

Zur Erinnerung: Es gibt kein „XBOX-Konto“. Es handelt sich hierbei um das Microsoft-Konto, und im Falle einer Sperre ist restlos alles verloren, was dort gespeichert ist: gekaufte Spiele, im Microsoft Store gekaufte Software, Abonnements, E-Mails, in OneDrive gespeicherte Dateien – einfach alles.

In seiner Verzweiflung reichte der Nutzer schließlich Klage gegen Microsoft ein – und gewann. Microsoft muss seinen Account binnen 15 Tagen vollumfänglich wiederherstellen sowie einen „moralischen Schadenersatz“ in Höhe von 400 US-Dollar bezahlen. Die Rechnung für die Gerichtskosten dürfte ebenfalls an Microsoft gehen.

Leider nicht übertragbar

So erfreulich dieser Fall auch ist, er ist nicht auf hiesige Verhältnisse übertragbar. Microsoft in Deutschland zu verklagen, ist zwar möglich, allerdings schließt man als europäischer Nutzer einen Vertrag mit Microsoft Irland. Hinzu kommt, dass unsere Gesetze längst nicht so verbraucherfreundlich sind wie jene in Brasilien. Dass man binnen Monaten ein Urteil in der Hand hält, ist ohnehin vollkommen aussichtslos. Mir ist nur ein Fall bekannt, in dem ein Nutzer gegen Microsoft geklagt hatte. Leider ging der Kontakt verloren und ich habe keine Informationen, wie das letztlich ausging.

Der Fall zeigt aber einmal mehr, dass Microsoft nach wie vor über keine funktionierenden Abläufe verfügt, die es einem betroffenen Kunden ermöglichen, Unregelmäßigkeiten mit seinem Konto zu klären. Microsoft hängt ein Schloss dran und legt den Fall zu den Akten.

Hoffnung gibt es dennoch. Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen mit Nachholbedarf, im Gegenteil. Hochnäsigkeit gegenüber den eigenen Kunden ist eher die Regel als die Ausnahme. Im Fall von ebay hat die Bundesnetzagentur jetzt Maßnahmen eingeleitet. Da kann man nur hoffen, dass dies erst der Anfang ist.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!

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