Zwangsversteigerung bei René Benko: Hunderte Flaschen Conditioner

Zwangsversteigerung bei René Benko: Hunderte Flaschen Conditioner

Zwangsversteigerungen bieten, bei aller Tragik, bisweilen absurde Einblicke in fremde Lebensentwürfe. Zu sehen ist das gerade im Fall des österreichischen Immobilienhasardeurs René Benko, der seit Januar in Innsbruck in Untersuchungshaft sitzt. Vorwurf: Betrug und Untreue. Nun wird das Inventar seiner Villa Ansaldi am Gardasee versteigert.

Obwohl das Luxusdomizil offiziell als Sitz von Benkos Signa Holding firmierte, zu der Galeria, das KaDeWe und das Chrysler Building in New York gehörten, nimmt sich die Ausstattung doch sehr persönlich aus. Mehr als 1800 Devotionalien listet das Auktionshaus Aurena. Darunter sind mehrere Hundert Flaschen Conditioner, aber auch banale Dinge wie ein Trampolin, ein Waffeleisen, Leergutkisten oder eine abgebrannte Duftkerze.

Gästebuch mit Einträgen von Tina Turner und Niki Lauda

Das Gros der Lose beweist allerdings, dass man weder russischer Parvenu noch ölgesegneter Golfstaatler sein muss, um einem, sagen wir: fragwürdigen Einrichtungsstil zu frönen. Samtbezogene Wohnzimmermöbel in Taupe, ein venezianischer Salontisch, Fauteuils mit Goldornamenten, pompöse Spiegel und eine goldverzierte Toilette im Leder-Look warten etwa auf ein neues Zuhause.

Zu den begehrtesten Objekten zählt das Gästebuch der Villa, in dem sich unter anderem Tina Turner, Niki Lauda und Silvio Berlusconi verewigt haben. Die Gebote dafür lagen zuletzt bei 9300 Euro – man darf spekulieren, ob auch einige Unterzeichner mitbieten. Die blaue Fußmatte der Villa (1300 Euro) und das goldene Türschild der Familie Benko (750 Euro) sind ebenfalls hart umkämpft, ebenso Benkos ein Meter lange Spielzeugyacht (850 Euro) und eine Vintage-Ferrari-Leuchtreklame (3300 Euro). Der Weinkeller wird separat versteigert. Im Angebot sind Raritäten wie eine Doppelmagnum Château Palmer, Jahrgang 1983.

Die Villa selbst – zwölf Hektar, Seezugang, Helikopterlande- und Yachtliegeplatz – steht nicht zur Disposition, der Mietvertrag läuft noch bis Oktober 2035. Eine Vor-Ort-Besichtigung ist nach vorheriger Anmeldung am 5. Juli möglich, die Zuschläge fallen am 14. Juli. Mitbieten kann der gescheiterte Selfmademilliardär nicht. Womöglich aber seine Mutter, die nach eigenen Angaben zuletzt die 235.000 Euro Monatsmiete für Benkos Tiroler Anwesen gezahlt haben soll.

„Was für ein Ding!“ erscheint alle zwei Wochen.

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