Zwei mutmaßliche Louvre-Einbrecher festgenommen | FAZ

Die französische Polizei hat zwei der mutmaßlichen Louvre-Einbrecher festgenommen. Einer der Verdächtigen wurde laut französischen Presseinformationen am Samstagabend am Pariser Großflughafen Charles de Gaulle festgenommen, bevor er ein Flugzeug nach Algerien besteigen konnte. Die beiden mutmaßlichen Täter waren dank DNA-Spuren identifiziert worden, die sie am Tatort hinterlassen hatten. Sie werden derzeit in Polizeigewahrsam verhört.

Die beiden Männer aus einer Vorortsiedlung im Département Seine-Saint-Denis im Norden von Paris stehen im Verdacht, Teil der vierköpfigen Bande zu sein, die am vergangenen Sonntagvormittag in das berühmte Museum eingebrochen war und Kronjuwelen im geschätzten Wert von 88 Millionen Euro gestohlen hatte. Gegen sie wird wegen „Raubüberfalls in organisierter Bande“ sowie Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Haare im Motorradhelm sichergestellt

Wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete, hatte einer der Männer einen Motorradhelm am Tatort hinterlassen. In diesem Helm waren Haare sichergestellt worden. Zudem konnten Fingerabdrücke in dem Transportfahrzeug mit Hebebühne gesichert werden, das wenige Tage vor dem Einbruch in das Museum in der Stadt Louvres gestohlen worden war. Auch auf zurückgelassenen Werkzeugen sowie auf einer von einem Täter getragenen Warnweste wurden Spuren gesichert. Laut der für die Ermittlungen zuständigen Staatsanwältin von Paris, Laure Beccuau, wurden bei den Untersuchungen am Tatort mehr als 150 Proben genommen.

Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um mehrmals wegen Einbruchkriminalität verurteilte Straftäter. Ursprünglich war wohl nicht geplant, die beiden identifizierten Männer sofort festzunehmen, um mehr Kenntnisse über das mutmaßliche Netzwerk hinter dem Einbruch zu gewinnen. Die Polizei griff dann aber ein, als einer der Verdächtigen einen Flug nach Algerien buchte. Daraufhin wurde auch der zweite Verdächtige am Samstagabend festgenommen. Sie können bis zu 96 Stunden in Polizeigewahrsam verhört werden.

Wer waren die Drahtzieher?

Mehr als 100 Polizisten der „Brigade zur Bekämpfung des Banditentums“ (BRB) und der „Zentralstelle zur Bekämpfung des Handels mit Kulturgütern“ (OCBC) in Paris sind mit den Ermittlungen befasst. Sie wollen vor allem herausfinden, wer die Drahtzieher des spektakulären Einbruchs waren. Über den Verbleib der Kronjuwelen ist bislang nichts bekannt. Die verbliebenen Ausstellungsstücke aus der Galerie d’Apollon im Louvre wurden nach dem Diebstahl vorrübergehend in sichere Safes der französischen Zentralbank Banque de France verlegt. Eine Sicherheitsüberprüfung soll klären, ob die Vitrinen weiterhin genutzt werden können. Die Frage ist auch deshalb sensibel, weil die Vitrinen des griechischen Herstellers auch für die Kathedrale Notre-Dame angeschafft wurden, um dort wertvolle Reliquien auszustellen. Nun bestehen Zweifel, ob die Vitrinen den Sicherheitsanforderungen genügen.

Bei dem Diebstahl im Louvre waren acht Schmuckstücke von großem historischem Wert gestohlen worden. Die Kriminalpolizei versucht herauszufinden, ob die mutmaßlichen Täter von Hintermännern beauftragt wurden, die sich auf Kunsthandel spezialisiert haben. „Wir werden die Täter finden“, hatte Innenminister Laurent Nuñez versprochen.

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