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„1&1: Viertes deutsches 5G-Netz startet – aber anders als gedacht“

Schon länger ist bekannt, dass 1&1 sich beim Ausbau darauf fokussieren wird, ein 5G-Netz zu errichten. Die softwarebasierte Netzarchitektur mache es aber möglich, ein hybrides Netz zu errichten, das auch LTE-Verbindungen ermögliche, sagte jetzt 1&1-Chef Ralph Dommermuth in einem Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ (WamS). In Regionen, in denen zum Start noch kein eigenes Netz angeboten werden kann, haben Kunden trotzdem Zugriff auf Telefonie- und Internetdienste. Denn in diesen Regionen wird ein National Roaming über das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland zum Einsatz kommen.
1&1 will Mobilfunk-Netz rasch hochziehen
Der Startschuss für den Aufbau des neuen 1&1-Mobilfunknetzes soll in jedem Fall noch 2022 erfolgen. Grund dafür ist nicht zuletzt eine Auflage der Bundesnetzagentur. Die besagt, dass United Internet bis Ende 2022 in Deutschland mindestens 1.000 5G-Standorte aufgebaut haben muss. Bis 2030 muss der neue Mobilfunk-Netzbetreiber die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands mit seinem neuen 5G-Netz erreichen. Dommermuth geht davon aus, dass es schneller klappt. „Unser Ziel ist nicht nur das modernste Mobilfunknetz Europas zu bauen, sondern auch die Ausbauziele früher zu erreichen.“
Loslegen will 1&1 mit dem Aufbau seines 5G-Netzes voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres. Fest steht aber bereits, dass nicht etwa Tarife für die Nutzung auf dem Smartphone zu den ersten buchbaren Angeboten gehören. Stattdessen will 1&1 über sein neues Handynetz zunächst nur Mobilfunktarife anbieten, die einen DSL-Ersatz darstellen. Ziel sei es, Mobilfunkleistungen als Alternative zum Festnetzanschluss anzubieten, sagte Dommermuth der „WamS“ – „per WLAN-Router, der zu Hause an einem festen Platz steht und sich per 5G mit unserem Netz verbindet.“ Entsprechende Homespot-Tarife bieten auch schon andere Anbieter in Deutschland an.
Noch keine Details zu Handytarifen
Die ersten reinen Smartphone-Tarife möchte 1&1 dem Vernehmen nach erst später anbieten. Dann nämlich, wenn das 5G-Netz des Mobilfunk-Neueinsteigers schon weiter ausgebaut ist. Nach aktuellem Stand ist damit nicht vor Mitte 2023 zu rechnen. Zu den genauen Tarifkonditionen gibt es aktuell noch keine genauen Erkenntnisse. Dommermuth kündigt aber an: „Sie werden sehr attraktiv sein, so viel steht fest, aber es wird keine Preisschlacht geben.“
Dass 1&1 Tarife anbieten wird, die unterhalb des Niveaus von Telekom, Vodafone und O2 liegen, gilt als sicher. Andernfalls gäbe es für kaum einen Kunden einen Grund, seinen bestehenden Tarif zu kündigen und zu 1&1 zu wechseln. Für den 1&1-Chef steht fest, „eine echte Alternative zum Angebot der Weltkonzerne“ anbieten zu wollen. Er selbst bezeichnet den Aufbau des vierten Handynetzes in Deutschland als seine „wahrscheinlich letzte große berufliche Tat“.
Ende 2021 konnte United Internet nach eigenen Angaben auf rund 11 Millionen Mobilfunkkunden blicken. Zum einen über im Netz von Vodafone realisierte Tarife, hauptsächlich aber über Tarife, die im Netz von Telefónica Deutschland funken. Sie sollen im Laufe der kommenden Jahre nach und nach auf Tarife im neuen 5G-Netz von 1&1 umgestellt werden.
Bildquellen
- 1&1 Logo auf Fahne: 1&1
- 1&1: Viertes deutsches 5G-Netz startet – aber anders als gedacht: Marko Aliaksandr / Shutterstock.com
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