Der linke Schulterstern des berühmten Himmelsjägers Orion, eines der bekanntesten Sternbilder, heißt Beteigeuze. Seit Jahrzehnten wird gerätselt, warum sich seine Helligkeit im Lauf mehrerer Jahre periodisch ändert. Nun ergaben Aufnahmen des Gemini North Telescope auf Hawaii mithilfe der sogenannten Speckle-Interferometrie, dass der rote Überriese in äußerst geringem Abstand – noch innerhalb seiner dünnen äußeren Gashülle! – von einem heißen Begleitstern umkreist wird (blau).
© International Gemini Observatory / NOIRLab / NSF / AURA, M. Zamani

Beteigeuzes Verdunklung: Die Fotos der Sternoberfläche stammen vom Very Large Telescope in Chile. Das Bild ganz links vom Januar 2019 zeigt den Stern bei normaler Helligkeit, die Aufnahmen vom Dezember 2019, Januar und März 2020 lassen die Helligkeitsabnahme erkennen, besonders im südlichen Bereich. Im April 2020 war Beteigeuze wieder etwa so hell vor diesem als Great Dimming bezeichneten Ereignis.
© ESO / M. Montargès et al.

Von Beteigeuze ausgestoßenes Gas bildete Staub, der ein Teil des Sternlichts auf dem Weg zur Erde verschluckt hat. Das ist wohl der Grund, warum der Riesenstern ab Ende 2019 für mehrere Monate lichtschwächer wurde. Wie Ultraviolettaufnahmen des Hubble-Weltraumteleskop zeigen, strömte von der Oberfläche der unteren Sternhälfte aus einer gewaltigen Konvektionszelle helle, heiße Gasmassen ins All (hier nach links unten), kühlten sich ab und formten eine große Staubwolke. Diese befand sich, von der Erde aus gesehen, vor dem Stern (rechtes Bild) und blockiert die Strahlung von einem Viertel seiner Oberfläche.
© Illustration: NASA, ESA, Elizabeth Wheatley / STScI

Infrarotaufnahme vom Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte vom Dezember 2019: Beteigeuze und dessen Umgebung wurden mit einer Maske abgedeckt, um feine Staubwolken weiter entfernt sichtbar zu machen. Diese haben sich aus Gas gebildet, das der Stern schon Jahrzehnte zuvor ausgestoßen hatte. Der orangefarbene Punkt in der Mitte ist ein maßstabsgerecht eingefügtes Foto von Beteigeuze.
© ESO / P. Kervella / M. Montargès et al., Eric Pantin

Eine Welle im All: Beteigeuze wird von einem Begleitstern namens Siwarha umkreist. Dieser erzeugt bei seinem Umlauf im Uhrzeigersinn eine dichte Gaswolke, die sich nach außen ausdehnt und zu einer periodischen Verdunklung von Beteigeuze führt. Die Illustration zeigt nicht die wahren Größenverhältnisse. In Wirklichkeit ist Beteigeuze viele hundert Mal größer. Die Entfernung der beiden Sterne im Verhältnis zum Durchmesser von Beteigeuze ist hier allerdings maßstabsgetreu dargestellt.
© NASA, ESA, Elizabeth Wheatley, STScI
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