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„Biden fast schon am Ziel“
Joe Biden hat bei der amerikanische Präsidentenwahl den wichtigen Bundesstaat Michigan mit 16 Wahlleuten nach Prognosen von Fernsehsendern für sich entschieden. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender CNN und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner. Für Biden ist der Erfolg in Michigan ein wichtiger Etappensieg. Er muss nun, sofern er, wie die Nachrichtenagentur AP und andere Medien behaupten, bereits Gewinner im südlichen Arizona ist, nur noch einen weiteren Bundesstaat gewinnen, um auf die nötige Anzahl von 270 Wahlleuten zu kommen und damit die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump zu gewinnen.
Kurz zuvor hatte sich der demokratische Kandidat auch Michigans Nachbarn Wisconsin gesichert. Biden stand so am Mittwochnachmittag (Ortszeit) laut CNN und NBC bei 253 Wahlleuten. Die Sender hatten aber Arizona mit elf Wahlleuten noch nicht den Demokraten zugeschlagen. Damit läge er sogar bei 264 Wahlleuten.
Biden holte den Bundesstaat Michigan genauso wie Wisconsin von den Republikanern zurück in demokratische Lager und verbesserte seine Aussichten auf einen Gewinn der Wahl immens. Michigan gilt als „Swing State“. Die 16 Wahlleute dort gingen 2016 mit hauchdünner Mehrheit an Trump. Er lag damals 0,3 Prozentpunkte vor Hillary Clinton. Umfragen sahen bei dieser Wahl Biden deutlich in Führung – und sollten letztlich wohl recht behalten.
Weitere Ergebnisse könnten bald folgen. In Nevada hatte die Innenministerin erklärt, doch noch Mittwochabend (Ortszeit) weitere Zahlen veröffentlichen zu wollen. Dort hatte Biden nach Auswertung von mehr als 85 Prozent der Stimmen wie erwartet bereits geführt. Die noch fehlenden Briefwahlstimmen dürften auch in seine Richtung gehen, es war aber unklar, ob die neuen Zahlen ausreichen würden, dass Medien noch am Abend einen Sieger ausrufen. In Nevada gelten auch Stimmen, die bis zum 10. November eingehen, aber maximal den Poststempel vom Wahltag am Dienstag tragen.
In Georgia lag Biden um einige zehntausend Stimmen hinten. Offizielle hatten dort ebenfalls mit Ergebnissen aus weiteren Countys bis um 21.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr deutscher Zeit) gerechnet, darunter Fulton County mit der demokratenstarken Metropole Atlanta. Kommentatoren hielten es für möglich, dass der Demokrat den Staat noch dreht.
Biden will Amerika wieder vereinen
Bevor Bidens Sieg in Michigan bekannt wurde, war er zusammen mit seiner Vizekandidatin Kamala Harris vor die Kamera getreten und hatte sich versöhnlich gezeigt. Der Tag habe bewiesen, dass die Demokratie der Herzschlag unserer Nation sei, so Biden. Und das über zwei Jahrzehnte. Es gebe eine Regierung der und für die Menschen. „Die Menschen regieren hier“, sagte er und positionierte sich damit gegen Trump, ohne diesen bei seinem Namen zu nennen. Niemand werde die Demokratie uns wegnehmen, so Biden weiter. „Nicht jetzt, niemals.“
Biden erklärte sich nicht zum Sieger, behauptete aber, wenn die Auszählung beendet sei, werde er als dieser feststehen. Zuvor müsse jede Stimme gezählt werden. Es sei allerdings klar, dass er ausreichend Bundesstaaten gewinne, um die Präsidentenwahl für sich entscheiden zu können. Er habe auch ein gutes Gefühl in Pennsylvania. Noch liegt er dort mit etwas mehr als 300.000 Stimmen zurück, erst 86 Prozent aller Wahlkreise sind ausgezählt.
Biden schaute voraus und sprach weiter davon, das Land nun wieder einen zu wollen. „Wir haben damit aufzuhören, unsere Kontrahenten wie Feinde zu behandeln“, sagte er und versprach, das Land in erster Linie als amerikanischer Präsident führen zu wollen – und nicht als Mitglied der demokratischen Partei. Sein Sieg sei deswegen auch ein Erfolg für die amerikanischen Menschen, für die Demokratie, für die „Vereinigten Staaten von Amerika“.
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