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Eine Browser-Erweiterung für Google Chrome und Microsoft Edge erlaubt die Deaktivierung von KI-Funktionen in der Suchmaschine Bing. Die Erweiterung kommt von Microsoft selbst, und man hofft, auf diese Weise Nutzer von Google abzuwerben. Das ist gleich auf mehreren Ebenen amüsant.
Die Erweiterung hört auf den Namen „Microsoft Bing AI Search Choice“ und steht im Chrome Web Store sowie im Microsoft Edge Store zum Abruf bereit. Aktiviert man sie, erscheinen bei der Suche mit Bing keine durch Copilot generierten Zusammenfassungen in den Suchergebnissen. Ganz nebenbei – hüstel – legt die Erweiterung Bing als Standardsuchmaschine im Browser fest.
Über eine Schaltfläche kann man den KI-Modus von Bing jederzeit nach Bedarf ein- und ausschalten.

Microsoft Search-Lead Jordi Ribas weiß zu den Gründen für die Veröffentlichung dieser Erweiterung geradezu Erstaunliches zu berichten (via WindowsCentral): Interne Studien hätten ergeben, dass nicht alle Menschen immer und überall alles mit KI machen möchten.
Ist nicht wahr! Und als Nächstes finden interne Microsoft-Studien heraus, dass Wasser nass ist? Fünf Minuten Aufenthalt im Internet hätten für diese Erkenntnis ebenfalls gereicht.
Abgesehen von dieser bahnbrechenden Erkenntnis: Wenn Microsoft den Nutzern wirklich die freie Wahl überlassen möchte, warum integriert man einen solchen Schalter dann nicht einfach direkt auf der Webseite von Bing?
Das neue Bing hat versagt – jetzt soll es das alte Bing richten
So richtig amüsant wird die Geschichte aber, wenn wir etwas mehr als drei Jahre zurückspulen. Im Februar 2023 hat Microsoft das „neue Bing“ aus der Taufe gehoben und es als die größte Erfindung seit geschnitten Brot angepriesen.
Mit dem chatbasierten Ansatz wollte man die Internetsuche neu erfinden und, so Satya Nadella seinerzeit wörtlich, Google zum Tanz bitten. Der Traum, die Dominanz des Suchgiganten zu brechen, schien zum Greifen nah.
Inzwischen ist Google zum Tanz erschienen, hat seine Suche um einen KI-Modus ergänzt und an den Machtverhältnissen hat sich rein gar nichts geändert. Mit dem „neuen Bing“ und dem Copilot ist Microsoft kein Großangriff gelungen. Nachdem Google aber jetzt allen Nutzern den KI-Modus aufzwingt und das teilweise auf Kritik stößt, sieht Microsoft eine neue Chance: Geben wir den Leuten doch die alte Suche zurück – also jene, die wir vor drei Jahren als antikes Relikt in die Mottenkiste schicken wollten.
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Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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