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#Comcast, WBD & Co.: So verschuldet sind US-Medien

„Comcast, WBD & Co.: So verschuldet sind US-Medien“

Der NBC- und Sky-Eigentümer hat zahlreiche Schulden angehäuft. Doch langfristig möchte man diese Verpflichtungen reduzieren.

In den vergangenen Wochen machte die Schlagzeile die Runde, dass Comcast gerne seinen deutschen Ableger von Sky veräußern möchte. Das Unternehmen aus Unterföhring hat zu wenig Kunden, der Umsatz ist zu niedrig und überhaupt kann die Firma am Ortsende im Münchner Speckgürtel nicht etwa auf die Breitband- und Mobiltelefonsparte zurückgreifen, die Comcast in den Vereinigten Staaten und Sky in England und Italien ordentlich Zaster in die Kassen spült.

Zwischenzeitlich hieß es, dass Sky gerne mit dem Telekommunikationsanbieter 1&1 ins Gespräch kommen möchte. Doch eigentlich sollten sich die Geschäftsleute aus London und Chicago eher die Frage stellen, ob sie Sky Deutschland nicht etwa nach Montabaur abgeben, sondern die Firma aus der rheinland-pfälzischen Kleinstadt nicht etwa in ihr Unternehmen holen. Inzwischen soll 1&1 sogar laut „Wirtschaftswoche“ den Verkauf durchrechnen lassen. Man muss schon sagen: Als Vodafone den Anbieter Kabel Deutschland übernahm, verpasste Sky seine große Chance.

1&1 hat eine Marktkapitalisierung von etwa 2,4 Milliarden Euro, Comcast hat zuletzt sieben Milliarden an Schulden zurückbezahlt. Für den US-Telekommunikationsanbieter ist die deutsche Firma ein kleines Häppchen. Denn: Obwohl Comcast 97,6 Milliarden US-Dollar Schulden angehäuft hat (vor allem auch durch den Sky-Kauf), steht man recht ordentlich da. Die Aktionäre erhalten seit Jahren eine steigende Dividende, die Schulden werden zurückbezahlt und die Geschäftszahlen sind gut.

Das recht junge Unternehmen Warner Bros. Discovery hat insgesamt 50,1 Milliarden US-Dollar an Verpflichtungen. Jährlich will Unternehmenschef David Zaslav drei Milliarden US-Dollar einsparen, um den Berg der Schulden zu senken. Schon im vergangenen Quartal sorgte die Unternehmensleitung dafür, dass man fünf Milliarden US-Dollar an die Banken zurückbezahlte.

Der drittgrößte Kabelnetzbetreiber des Landes, Charter Communications, ist ebenfalls hoch verschuldet. Angesichts der 29 Milliarden US-Dollar Umsatz ist das Unternehmen, das vor einigen Jahren einen Börsenwert von 65 Milliarden US-Dollar aufwies, aber noch im grünen Bereich. Das Unternehmen übernahm vor sechs Jahren auch Time Warner Cable, weshalb man es auf 97 Milliarden US-Dollar Schulden schaffte.

In der Pandemie musste Disney aufgrund der Park-Schließungen leiden und zahlreiche Gelder von den Banken aufnehmen. Inzwischen hat man einen Schuldenstand von 48,4 Milliarden US-Dollar. Andere Mitbewerber backen kleinere Brötchen: Sony erreichte 25,2 Milliarden, der Satellitenbetreiber Dish erreicht 22,0 Milliarden US-Dollar. Paramount sitzt mit 17,3 Milliarden US-Dollar in der Kreide, fast schon paradiesische Zustände herrschen bei Netflix mit 13,9 Milliarden US-Dollar. Würde der Streamingdienst einfach für ein Jahr sämtliche Auftragsproduktionen stoppen und die Veröffentlichungen strecken, wäre das Unternehmen schuldenfrei – rein hypothetisch.

Das junge Unternehmen FOX hat nur Verpflichtungen in der Höhe von 7,2 Milliarden US-Dollar, der The-CW-Käufer Nexstar muss 7,5 Milliarden US-Dollar zurückbezahlen. Lionsgate, das hinter dem Streamingdienst Lionsgate+/Starzplay steckt, kommt auf 4,7 Milliarden US-Dollar. Der Streamingdienst- und Gerätehersteller Roku kommt auf 702 Millionen US-Dollar. Seit der Finanzkrise lagen die Zinsen bei den Notenbanken auf den niedrigsten Werten aller Zeiten. Die US-Konzerne haben diese Zeit genutzt, um die niedrigen Zinsen mit Zukäufen auszugleichen.

Dabei ist es allerdings wichtig, den Verschuldungsgrad im Blick zu behalten. Innerhalb der Medienbranche führt Warner Bros. Discovery dieses Rating mit 5,1 Prozent am oberen Ende an. Normalerweise sind Werte zwischen 1,5 und 2,3 Prozent in Ordnung. Comcast hat zwar doppelt so hohe Schulden wie Warner Bros. Discovery, kommt aber nur auf 2,97 Prozent. Disney liegt bei etwa zwei Prozent, Netflix bei 2,5 Prozent.

Gerade David Zaslav von Warner Bros. Discovery muss auf die Kostenbremse treten. Er hat seinen Aktionären versprochen, dass man innerhalb von zehn Jahren den Verschuldungsgrad auf 2,5 bis 3,0 zu senken. Sollte er das Vertrauen der Anleger verlieren, könnten diese eine Zerschlagung des Unternehmens fordern. Warner Bros. hat dies schon mehrfach durchleben müssen. Unter AOL Time Warner wurde erst der Internetanbieter an die Börse gebracht, das Time-Magazine verkauft und schließlich zahlreiche Unternehmenteile wie Time Warner Cable (jetzt Teil von Charter Communications) und Warner Music Group (im Besitz von DAZN-Chef Len Blatatnik) ebenso vergoldet.

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