
Um mehr Geld mit ihren Medienrechten zu verdienen, will die Bundesliga mehr Einblicke hinter die Kulissen zulassen. Journalistische Distanz spielt dabei kaum eine Rolle. Die Entwicklung könnte erst der Anfang sein.
Es sind immer wieder ähnliche Überlegungen, mitunter sogar Ängste, die an die Oberfläche gespült werden, wenn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ihre Medienrechte zum Verkauf anbietet. „Sportschau bangt um Sendeplatz“, titelt „Der Spiegel“ in dieser Woche, während Dutzende Onlineportale fragen: „Sportschau vor dem Aus?“. Ungewiss ist zudem, ob Zuschauer bald neue und womöglich zusätzliche Abos benötigen, um alle Livespiele sehen zu können. Oder passiert, was sich viele Menschen wünschen? Gibt es bald den gesamten Fußball der ersten und zweiten Bundesliga über einen einzigen Pay-TV-Anbieter wie früher einmal in den Nullerjahren?
Letzteres ist erstmals seit der Ausschreibung 2012 wieder möglich, weil das Kartellamt die sogenannte No-Single-Buyer-Rule abgeschafft hat. Diese Vorschrift zwang den Ligaverband dazu, die Rechte an mehrere Anbieter zu verkaufen. Damit sollte ein Monopol verhindert werden, kundenfreundlich war das aber nicht. Nun ist vorstellbar, dass Sky oder ein anderer Sender die Pay-TV-Pakete für alle Spiele erwirbt. „Ich schließe es nicht aus, aber es ist kein Automatismus, dass es so kommt“, sagte am Dienstag DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel, der „gute Gründe“ sieht, „mit breiter Brust und auch zuversichtlich in diese Ausschreibung zu gehen.“
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