Das Ende des Horror-Thrillers erklärt

Das Ende des Horror-Thrillers erklärt

In „Never Let Go“ beschützt Halle Berry ihre jungen Söhne vor dem Bösen. Doch wie ist der Film zu verstehen? Und wie erklärt sich das Ende?

Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision, die unsere
redaktionelle Arbeit unterstützt. Der Preis für dich bleibt dabei
unverändert. Diese Affiliate-Links sind durch ein Symbol
gekennzeichnet.  Mehr erfahren.

Eine Mutter (Halle Berry) hat sich mit ihren beiden kleinen Söhnen Nolan (Percy Daggs IV) und Samuel (Anthony B. Jenkins) in ein abgelegenes Haus im Wald zurückgezogen und lebt mit ihnen dort isoliert von der Außenwelt. „Das Böse“ soll draußen lauern und nur darauf warten, von den beiden Besitz zu ergreifen, erklärt sie den Jungs immer wieder.

Um sich zu schützen, geht die kleine Familie nur mit Seilen auf Nahrungssuche, die mit dem Haus verbunden sind. Denn das soll die finsteren Dämonen fernhalten, die zunächst nur die Mutter sehen kann, vor allem in Gestalt verstorbener Familienmitglieder. Die auch dafür sorgen wollen, dass sich die Brüder entzweien. Doch wie ist das Ende von „Never Let Go“ zu verstehen? Wir liefern euch eine denkbare Erklärung.

Ihr habt „Never Let Go“ noch nicht gesehen? Dann verschafft euch das Video ein paar erste Eindrücke.

Das passiert am Ende von „Never Let Go“

+++ Es folgen Spoiler zu „Never Let Go“! +++

Nachdem sich die Mutter umgebracht hat, um nicht vom Bösen ergriffen zu werden, überschlagen sich die Ereignisse. Nolan und Sam müssen nun alleine zurechtkommen, scheiden sich aber immer noch an der Frage, ob die apokalyptischen Ausführungen ihrer Mutter real sind. Gibt es wirklich keine Welt und keine anderen Menschen mehr da draußen? Und existiert „das Böse“ tatsächlich?

Schließlich ergreift die dunkle Macht Besitz von Sam, der das Haus in Brand steckt und damit seinen Bruder töten will. Der trifft in der brennenden Hütte auf seine vermeintliche Mutter, die sich am Ende häutet und tatsächlich als schlangenartiges Wesen entpuppt. Doch die beiden Jungs überleben, werden von einem Bergungsteam geborgen und mit einem Hubschrauber gerettet.

Das Ende von „Never Let Go“ und eine mögliche Deutung

Während des Flugs im Helikopter wiederholt sich eine Szene. Schon im Wald hatte Nolan Sam sagen hören, dass die Mutter ihn mehr lieben würde. Doch es bleibt unklar, ob Sam diese Aussage selbst getätigt hat. Ganz im Gegensatz zur Sequenz im Helikopter. Hier wiederholt er den Satz. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass das Böse noch in ihm steckt – und dass es dem abgelegenen Wald entkommen ist, um nun in der Außenwelt Schaden anzurichten.

Auch das Polaroid-Selfie, das Sam von sich vor dem brennenden Haus schießt, deutet darauf hin, dass das Böse tatsächlich existiert. Denn nachdem die Brüder gerettet wurden, ist Sam auf dem Bild zu sehen – mit der Hand des Reptilien-Wesens auf der Schulter. Zuvor hatte die Mutter den beiden erklärt, dass Fotos schöne Momente festhalten würden – und nicht zuletzt die Realität abbilden.

In „Never Let Go“ beschützt das Haus die Familie. Im Gegensatz zu den Gebäuden aus der Bilderstrecke:

Die religiösen Symbole in „Never Let Go“

Tief in die Vergangenheit der Mutter wird zwar nicht eingetaucht, die Figur von Halle Berry scheint aber tatsächlich traumatisiert zu sein. Offensichtlich in einer fundamental religiösen Familie aufgewachsen, spricht ein altes Polaroid von ihr dafür, dass sie sich in jungen Jahren ein freieres Leben ohne Dogmen gewünscht hat. Das biblische Symbol der Schlange – der Verführung und des Teufels –, das sie als Tattoo auf dem Rücken trägt, ordnet sie einer Person zu, die sie „früher mal war“.

Sam und Nolan könnten hingegen von Kain und Abel inspiriert sein. Kain erschlug seinen Bruder, weil Gott seiner Ansicht nach dessen Opfergaben bevorzugte. Wie unterschiedlich Sam und Nolan sind, zeigt sich auch in ihrem Verhalten. Während der eine die Thesen der Mutter hinterfragt und rebelliert, glaubt ihr der andere jedes Wort. So auch bei dem Wanderer, der an der Hütte vorbeikommt. Nolan will in ihm den Retter sehen, doch Sam sieht in ihm das Böse – und tötet ihn.

Wie gut ihr diese Hollywood-Legenden kennt, könnt ihr im Quiz beweisen:

Die Psyche in „Never Let Go“

Regisseur und Horror-Experte Alexandre Aja („The Hills Have Eyes“, „Crawl“) überlässt zwar dem Publikum die Entscheidung, ob die Mutter eine psychische Erkrankung hat und sie deswegen ihre Eltern und ihren Mann getötet hat – oder ob das unsagbar Böse tatsächlich existiert. Womit der Filmemacher auch mit der Psyche der Zuschauer*innen spielt. Aber die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte – womit sich jeder das Ende von „Never Let Go“ letztlich am eigenen Glauben und an seinen individuellen Wertevorstellungen selbst erklärt.

Es sind vor allem aber auch familiäre Bindungen, die in Ajas emotionalem Horror-Thriller thematisiert werden. So können die rettenden Seile als Nabelschnur interpretiert werden, die die Mutter am besten niemals durchtrennen will. Und letztlich hat auch der Titel des Films eine doppelte Bedeutung. Denn „Never Let Go“ kann sowohl für das Festhalten als auch fürs Loslassen stehen – etwas, mit dem sich Eltern und Kinder früher oder später auseinandersetzen müssen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Sozialen Medien kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert