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#Das große Wegducken

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„Das große Wegducken“



Stelenfeld: Letzte Reste vom antisemitischen und inzwischen abgebauten Banner „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi stehen auf dem Friedrichsplatz vor dem Museum Fridericianum.

Bild: dpa

Kein Anschluss unter diesem Kollektiv oder: Von der Kunst, es nicht gewesen zu sein. Die Verantwortlichen für den Skandal der Documenta 15 geben die Verantwortung ringsum weiter.

Das Praktische an Kollektiven ist: Wenn bei ihnen alles gut läuft, klopfen sich sehr viele Menschen freudig auf die Schultern. Wenn es nicht so läuft, ist es nachher keiner gewesen. So auch im Skandal um die antisemitischen Bilder auf der Documenta 15. Bisher gibt es kein klares Statement von den elf namentlich kaum jemandem präsenten Mitgliedern des Künstlerkollektivs Ruangrupa. Schon das eventuell rettende Gesprächsforum „Wir müssen reden“ im Vorfeld hatte die Gruppe ohne Angabe triftiger Gründe ab­ge­sagt. Eine knappe Woche nach der Aufstellung des besonders skandalösen, inzwischen wieder abgehängten Banners des Kollektivs Taring Padi gibt es noch keine Entschuldigung. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden seither abgesagt „aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie“. Die Kuratoren von Ruangrupa verstecken sich hinter Corona, wovon sich offenkundig alle elf bedroht fühlen. Abermals tritt man in den Schutz der amorphen Masse Kollektiv zurück.

Nach Maßgabe ihres Verteilungssystems einer indonesischen Reisscheune hatte Ruangrupa 53 sogenannte Lumbung-Künstler bestimmt, von denen wiederum jeder zehn bis dreißig weitere einlud, bis es zu den mehr als fünfzehnhundert nun an der Documenta beteiligten Künstlern kam. Ein Schneeball- oder Outsourcingsystem, mit den aus der realen Welt bekannten Problemen, dass im Regressfall der Sub-Subunternehmer oft schwer aufzufinden, zumindest selten strafrechtlich zu belangen ist, da er die Verantwortung auf eine je andere Ebene abwälzen kann. Die Documenta hat, nachdem wegen Volksverhetzung Strafanzeige gestellt wurde, übrigens auch ein finanzielles Rechtfertigungsproblem, ist sie doch per Satzung eine ge­mein­nützige Gesellschaft, also rechenschaftspflichtig. Auf die sagenhafte Summe von 42 Millionen hat der Bund den Etat der vom Land Hessen und der Stadt Kassel getragenen Gesellschaft erhöht, jeder Lumbung-Künstler verfügt frei über etwa fünfzigtausend Euro, selbst die Sub-Subunternehmerkünstler der Documenta 15 erhalten noch mehrere Tausend Euro.

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