„Das Interims-Wunder an der Isar“

Noch mag man es kaum glauben, dass das neue Münchner Konzerthaus am 8. Oktober pünktlich eröffnet werden kann. Noch wird auf der großen Baustelle der „Isarphilharmonie“ gehämmert und geschweißt, werden Böden eingezogen und Wände gestrichen. Doch Stephan Schütz, der Projektarchitekt, versichert im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir liegen exakt im Plan. Wir werden Kosten und Zeit einhalten, weil die ganze Planung abgeschlossen war, bevor wir mit den Bauarbeiten begonnen haben.“ Stephan Schütz ist Partner im Hamburger Großbüro gmp von Gerkan, Marg und Partner. So seriös wie international erfahren, sind sie intelligente Pragmatiker, haben aber zugleich einen kulturellen Anspruch. Nicht exaltierte Entwürfe mit modischem Schauwert als Selbstzweck sind ihr Ziel, sondern Gebäude, bei denen Ästhetik und Funktionstüchtigkeit eine Symbiose eingehen.
Das aufgrund seiner Lage zu Recht „Isarphilharmonie“ genannte Konzerthaus (vorausgegangen war ein Namenswettbewerb) wurde aus der Not heraus geboren. Anlass war die vom Münchner Stadtrat beschlossene Generalsanierung des Gasteig, des größten Kulturzentrums in Europa. So musste nicht nur für den dortigen Konzertsaal als Heimstätte der Münchner Philharmoniker, sondern auch für die Zentralen von Stadtbibliothek und Volkshochschule sowie für die Musikhochschule ein Interimsquartier gesucht werden. Schließlich wurde man im südlichen, industriell geprägten Stadtteil Sendling fündig. Auf einem Gelände der Münchner Stadtwerke entsteht nun als Gasteig HP8 (benannt nach der Adresse an der Hans-Preißinger-Straße) ein bauliches Ensemble, das in mehrfacher Hinsicht einem Wunder gleichkommt.
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