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#Das Schicksal alter Stadtbäume

Das Schicksal alter Stadtbäume



Platanenallee am Nizza Mainufer in der Frankfurter Herbstsonne.

Bild: Wolfgang Eilmes

Stumpf und Schande: Wie es um alte Stadtbäume in Deutschland steht, ist unklar. Sind sie im Weg, ihre Pflege zu teuer, werden sie oft gefällt.

Die Libanonzeder im Vorgarten von Liselotte Rehm war nicht nur ein Baum, sie war ein Wahrzeichen: 120 Jahre lang prägte das mediterrane Kieferngewächs das Gründerzeitviertel ihres Heimatorts Emmendingen im Breisgau. Eigentümerin Rehm, 92, spricht über die Zeder wie über ein Familienmitglied. Mitte Januar setzte sich nasser Schnee auf die Äste, einige brachen ab und stürzten zu Boden. Ein Auto und die Stromleitung der Straßenbeleuchtung wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand, doch die Tage des dreißig Meter hohen Familienmitglieds waren gezählt. Von der Libanonzeder ist heute nur ein ein Meter hoher Stumpf übrig, dem Quartier fehlt sein Wahrzeichen. Mitte März waren Spezialkräfte angerückt und hatten den stattlichen Baum zu Kleinholz verarbeitet, obwohl ein Baumpfleger ihn im Januar begutachtet und für gesund befunden hatte. Da der Nachbar aber Druck machte und Kinder auf ihrem Schulweg darunter durchmussten, wollte Rehm das Risiko nicht mehr tragen.

Die gefällte Zeder im Breisgau ist für Daniela Antoni ein „klassisches Beispiel“: „Man hat Sorge, dass der Baum umfällt oder große Äste abbrechen, und zack, kommt er weg.“ Die 44-Jährige ist Sachverständige für Bäume in Stockstadt bei Aschaffenburg, wo sie ein eigenes Fachbüro betreibt, und sammelt solche Beispiele aus ihrem Berufsalltag. Auf Instagram wird ihr von umstrittenen oder sogar illegalen Fällungen aus dem ganzen Land berichtet. Von der gefällten Zeder im Breisgau erfuhr sie aus der Lokalpresse, insofern handele es sich um eine Ferndiagnose, aber bei Zedern liege so selten ein Problem vor, dass man das Beispiel unter „unnötige Fällung“ verbuchen könne, sagt die Forstwissenschaftlerin und Waldökologin.

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