Das Wasser ist nicht weg: Technik hilft

Das Wasser ist nicht weg: Technik hilft

Anhaltende Dürre trocknet nicht nur Böden aus, sondern verlangsamt auch das Denken und führt so zu allerhand kurios konstruierten Zusammenhängen. Die Produktion eines einzelnen T-Shirts verbrauche 2500 Liter Wasser, hörten wir, eine Halbleiterfabrik gar 20 Millionen Liter jeden Tag. Doch weg ist das für die Warenproduktion genutzte Wasser genauso wenig wie jenes, das nun in Donau und Rhein fehlt. Die H₂O-Moleküle verschwinden nicht, sieht man von der ohnehin homöopathischen Herstellung von Wasserstoff ab.

Das kostbare Nass ist nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, etwa in der Luft, die bei hohen Temperaturen mehr Wasserdampf aufnehmen kann als an kühlen Tagen. Nach Regenfällen gelangt es schneller ins Meer, weil es von staubtrockenem Boden nicht rasch genug aufgesaugt werden kann. Bis es aus dem Salzwasser über Wolkenbildung und Regen als Süßwasser zurückkehrt, vergeht geraume Zeit. Man kann also von einem Entropieproblem des Wassers sprechen. Es wäre angesichts des unausweichlichen Klimawandels an der Zeit, sich dieses Problems anzunehmen, und zwar mit jenem Geist, der einst zum Bau von Abwasserkanälen und Kläranlagen führte – übrigens eine Branche, in der deutsche Technik weltweit noch etwas gilt.

Was also wäre zu tun? Zunächst sollte jede Möglichkeit genutzt werden, Wasser so lang als möglich innerhalb der technischen Systeme zu halten. Eine Verdunstungskühlung, wie sie viele Rechenzentren noch nutzen, ist nicht zeitgemäß. Die Nutzung von Brauchwasser sollte ausgebaut werden, insbesondere in Gebäuden. Wo veraltete Normen dem entgegenstehen, sollten sie geändert werden. Wir werden außerdem nicht umhinkommen, uns auch in gemäßigten Klimazonen mit der Meerwasserentsalzung zu beschäftigen. Es ist nichts Schlechtes daran, Wasser zu sparen, aber allein reicht es nicht. Wo Wasser ist, ist auch ein Weg.

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