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Das Kölsche Liedgut hat für jede Gemütslage etwas zu bieten. Meist wird dazu gefeiert und geschunkelt, aber es gibt auch melancholische Stücke. Das berühmteste ist „En unserem Veedel“ von den Bläck Fööss – wenn man so will, das Kölner „You’ll Never Walk Alone“. Im Refrain heißt es da: „Denn he hällt m’r zesamme, ejaal wat och passet.“
Was am Montagabend in der großen Arena aus tausenden Kehlen zu hören war. Dazu hielten die Fans trotzig ihre Schals in die Luft. Die Kölner Haie hatten gerade ihr sechstes Halbfinalduell mit den Eisbären Berlin 1:4 verloren. Und damit auch die Serie 2:4, ihre Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist beendet. Sie warten weiter auf ihre erste Meisterschaft seit 2002.
In den Play-offs schien Köln etwas zu verlieren zu haben
Hätte es der Stadion-DJ böse mit den Haien gemeint, er hätte einen anderen Klassiker spielen können: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ von den Höhnern. Denn so groß wie in dieser Saison war die Chance seit Jahren nicht – nicht mal im Vorjahr, als es ins Finale ging.
Und sie könnte auf absehbare Zeit auch nicht mehr so groß werden. Denn nun steht ein Umbruch an, von dem noch keiner weiß, wie er ausgehen wird. Und ob die Haie noch mal als Topfavorit in die Play-offs starten werden.
Diese Saison war das so, die Kölner stellten in der Hauptrunde Bestmarken für die längste Siegesserie (16 Spiele) und Punkte (116) auf, hinzu kam der nächste europäische Zuschauer-Rekord. Mehr als 18.000 Fans kamen im Schnitt und sorgten für eine Eishockey-Begeisterung in der Stadt wie vielleicht noch nie. Parallel dazu schwächelte der Meister aus Berlin, landete nur auf Rang sechs. Wenn nicht jetzt, wann dann? Geklappt hat es aber wieder nicht.
In den Play-offs schienen die Kölner etwas zu verlieren zu haben, hatten nicht mehr die Leichtigkeit und das Selbstverständnis der Hauptrunde. Sinnbild war am Montagabend eine doppelte Überzahl, in der sie kaum einen Schuss aufs Tor brachten oder den Puck ohne Not aus der Angriffszone spielten.
Ob das wieder besser wird? Star-Trainer Kari Jalonen wird schon mal nicht dabei helfen können, er geht zurück nach Finnland. Zudem ist unklar, ob der langjährige Kapitän Moritz Müller (39) weitermacht. Topspieler wie Verteidiger Oliwer Kaski und Stürmer Nate Schnarr gehen wohl. Da steht ein Umbruch an. Natürlich werden neue große Namen kommen.
Der Schwede Thomas Berglund als Trainer, auch für das Team sollen gute Schweden kommen, es gibt auch Gerüchte um prominente deutsche Spieler wie Daniel Fischbuch und Marcel Noebels. Aber passt das wieder so gut wie diese Saison? Sind die Berliner noch mal so angeschlagen? Und werden die Mannheimer, die ab Freitag ebenfalls im Finale stehen, nächstes Jahr nicht eher noch besser sein? Die Kölner waren dem langersehnten Eishockey-Titel so nah wie lange nicht. Jetzt ist er wieder sehr weit weg.
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