Nachrichten

#Der Abend der fünften Plätze

„Der Abend der fünften Plätze“

Es kann nicht jeden Abend einen Medaillenregen für die deutsche Leichtathletik-Mannschaft geben – der prächtigen Stimmung im Münchner Olympiastadion tat dies bei der Abend-Session am Freitag aber dennoch keinen Abbruch. Jede Partie lebt schließlich davon, dass es den Gästen gut gefällt.

Acht Entscheidungen standen am fünften Wettkampftag an, davon sechs binnen 90 Minuten auf dem Laufbahn. Erste Siegerin des Abends wurde die Britin Laura Muir – die Olympiazweite und WM-Dritte gewann erwartungsgemäß über 1500 Meter. Auch dass ihr Teamkollege Zharnel Hughes über 200 Meter als erster die Ziellinie überquerte, konnte erwartet werden, schließlich war der in Anguilla geborene Brite schon 2018 Europameister über 100 Meter. Deutlich überraschender mutete da schon der Erfolg des Finnen Topi Raitanen über 3000 Meter Hindernis an.

Das schöne aus deutscher Sicht: in allen drei Wettbewerben zeigten deutsche Teilnehmer gute Vorstellungen: Hanna Klein, Karl Benedorf und Joshua Hartmann kamen jeweils als Fünfte ins Ziel. „Mit der Plazierung kann ich mich glücklich schätzen“, resümierte Mittelstrecklerin Hanna Klein über ihren fünften Rang in 4:05,49 Minuten. Knapp zwei Sekunden fehlte zu einer Medaille. „Mir ist kein Weg eingefallen“, sagte sie kokett über das Problem, dass sie innen eingeschlossen war, und der Weg nach vorne damit versperrt.

Lehrreiche Erfahrung: Karl Bebendorf wird in seinem ersten EM-Finale Fünfter


Lehrreiche Erfahrung: Karl Bebendorf wird in seinem ersten EM-Finale Fünfter
:


Bild: dpa

Als „sehr lehrreich“ bezeichnete Karl Bebendorf seine erste Teilnahme an einem EM-Finale. Der Hindernisläufer empfand den vom Publikum lautstark begleiteten Rennverlauf mit vielen Positionskämpfen „als bisschen durcheinander“, am Ende meinte er aber: „es war schön“.

Joshua Hartmann hat sich als erster Deutscher seit 36 Jahren für ein Finale über 200 Meter. Der 23-Jährige war somit von vorne rein ein Sieger, auch wenn er in 20,50 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit von 20,33 blieb, die er im Halbfinale aufgestellt hatte. Und auch damit hätten noch sechs Hundertstel für eine Medaille gefehlt.

Bol und Warholm überragend

Über 400 Meter Hürden schien von vorneherein klar, dass nur eine das Rennen gewinnen konnte: Femke Bol, schon über 400 Meter flach Europameisterin von München, dominierte dann auch erwartungsgemäß vom ersten Schritt an. Die rasende Holländerin siegte mit riesigem Vorsprung von gut eineinhalb Sekunden in Championship-Rekordzeit von 53,67 Sekunden.

Gold für die Niederlande: Femke Bol


Gold für die Niederlande: Femke Bol
:


Bild: AP

Bis zur letzten Hürde war auch Carolina Krafzik gut im Rennen, doch dann passte der Abstand nicht, sie musste Trippelschritte einlegen, verlor das Tempo und kam schließlich in 56.02 Sekunden unter Wert als Achte ins Ziel. Sie sei dennoch „glücklich“, überhaupt im Finale gewesen zu sein, erklärte die 27-Jährige. Schließlich hatte sie im Halbfinale eine persönliche Bestzeit aufgestellt: „An eine Medaille hab ich gar nicht gedacht.“

Ebenfalls nur Achte wurde Alexandra Burghardt über 200 Meter (23,24 Sekunden). Doch die Sprinterin aus Burghausen hat in diesem Jahr ja schon eine Medaille gewonnen: bei den Olympischen Winterspielen gewann sie als Anschieberin im Zweierbob von Mariama Jamanka Silber. Gold über die 200 Meter in München gewann die Schweizerin Mujinga Kambundji (22,32).

Hundertstelentscheidung im Hürdenlauf

Über 400 Meter Hürden bei den Männern rannte einmal mehr Karsten Warholm alles in Grund und Boden. Der zweifache Weltmeister, Olympiasieger und Titelverteidiger aus Norwegen, siegte überlegen in 47,12 Sekunden, auch dies ein Meisterschaftsrekord.

Spannender wurde das Rennen um Platz drei. Mittendrin: Joshua Abuaku von Eintracht Frankfurt, der das beste Rennen seines bislang 26 Jahre langen Lebens. In 48,79 Sekunden kam er ins Ziel, Bronze schien drin – doch der Zielfotoentscheid wies den Türken Yasmani Copello und den Franzosen Ludvy Vaillant als hauchdünn schneller aus. Abuaku fehlte eine Hundertstel. Ihm blieb, na klar: der fünfte Platz.

Eine Hundertstel fehlt zu Bronze: Joshua Abuaku


Eine Hundertstel fehlt zu Bronze: Joshua Abuaku
:


Bild: dpa

Fast genauso knapp ging es in der Sandgrube zu: Die Münchnerin Neele Eckhardt-Noack verpasste bei ihren Heimspielen eine Medaille im Dreisprung nur knapp. Die 30-Jährige sprang 14,43 Meter und landete damit auf Platz vier – zwei Zentimeter mehr hätten zu Bronze gereicht.

Gold sicherte sich Maryna Bech-Romantschuk mit europäischer Jahresbestleistung von 15,02 Metern. Die Ukrainerin war 24 Stunden zuvor noch undankbare Vierte im Weitsprung geworden und hatte danach bitterlich geweint. Nun jubelte mit ihr ein ganzes Land über das erste Gold für die vom Krieg gebeutelte Ukraine bei dieser Leichtathletik-EM.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"