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#Der Huckehuckepack

Der Huckehuckepack

Tasmanian Tiger klingt noch etwas gefährlicher, als der als ausgestorben geltende australische Beutelwolf aussah. Als eine Art vierbeinige Nessie wird dieser Räuber zwar immer mal wieder gesichtet, aber höchstwahrscheinlich ist das letzte Exemplar in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in einem Zoo in Down Under verschieden. Mit martialischen Bildern von so hoch bepackten wie hochgerüsteten Kämpfern macht die Outdoor-Marke, die sich ihren Namen von dem Raubtier geliehen hat, als „Ausrüster der Profis“ Reklame. Dahinter steckt Tatonka, ein völlig friedlicher Hersteller von Freizeitartikeln aller Art aus Dasing, der unter der Marke Tasmanian Tiger in Vietnam gefertigte „Taktische Ausrüstung“ anbietet. Die könnte man eigentlich getrost den Herrschaften überlassen, die so etwas tatsächlich beruflich brauchen können oder die gerne Krieg spielen und sich mit Farbklecksen umbringen. Aber im Zeichen des Beutelwolfs wird auch ein ganz ziviles Problem gelöst.

  #Homeoffice verdirbt die Augen

Das hat man mit praktisch jedem Rucksack, ganz besonders aber mit den sogenannten Daypacks. Diesen Tagesrucksack gibt es selbstverständlich in vielfältig verschiedenen Größen und Ausführungen, spezialisiert auf die Bedürfnisse von Bikern, Bergwanderern oder Büromenschen. In der Praxis reicht für jemand Zierlichen an vielen Tagen ein DIN-A4-tauglicher 23-Liter-Rucksacck wie der Berkeley S von Jack Wolfskin, auch wenn der eigentlich als Kinderrucksack gemeint ist. Doch dann kommt unweigerlich der Moment, und plötzlich braucht man mehr Platz. Statt ihren meistens ausreichenden kleinen Rucksack von Fall zu Fall gnadenlos zu überfrachten, schleppen sich vorsichtige Naturen immer mit einem ab, der zwei Nummern zu groß ist – auch keine Lösung. Die heißt Molle.

Molle steht für Modular Lightweight Load Carrying Equipment und wurde als Tragesystem in den neunziger Jahren vom amerikanischen Militär für das Marinekorps entwickelt. Dabei ging es darum, alles Mögliche wie Munition oder medizinische Ausrüstung, aber auch Funkgerät, Schlafsack und die bunte Vielfalt des EDC (Everyday Carry wie Taschenmesser, -lampe, Stift, Feuerzeug et cetera) am Mann so unterzubringen, dass es im Gefecht dabei ist, ohne zu stören. Die zentrale Komponente von Molle ist das wie eine Kombination aus Gürtel und Hosenträgern aussehende Gurtgerüst, das auch mit einer schusshemmenden Weste kombiniert werden kann. Was vom Molle-System im zivilen Alltag praktischen Nutzen entfaltet, heißt im militärischen Abkürzungsjargon Pals wie Pouch Attachment Ladder System. Allerdings findet man kompatible Ausrüstung schneller mit dem Suchwort Molle.

  #„Peinlich und skandalös“: Verbraucherschützer attackieren Fluglinien

Pals ist ebenso simpel wie effektiv: Im Abstand von einem Zoll (2,54 Zentimeter) wird ein einen Zoll breites Nylon-Gurtband mehrfach waagrecht übereinander auf einen Träger genäht, etwa eine Weste oder eben auf einen Rucksack. Das geschieht mit senkrechten Nähten, die einen Abstand von anderthalb Zoll (3,81 Zentimeter) haben. So entstehen mehrere waagrechte Reihen von Schlaufen. Durch die wird wiederum 1-Zoll-Gurtband gezogen, das als Streifen passender Länge an der zu befestigenden Tasche hängt. Wie korrekt zu schlaufen ist, nämlich immer abwechselnd auf der Trägerseite und dann wieder auf der ebenfalls mit Schlaufen besetzten Rückseite der anzubringenden Tasche, zeigen die militärische Dienstvorschrift und zivil hilfreiche Filmchen auf Youtube. Je nach Größe und Belastbarkeit des Pouch wird das durchgeschleifte Gurtband am Ende mit einem Druckknopf oder mit einem simplen Umnäher gegen Herausrutschen gesichert. Wurde alles richtig gemacht, sitzt die aufgesetzte Tasche bombenfest.

  #Es darf wieder gefeiert werden

Sieht man den nur 15 Liter fassenden Essential Pack L MKII von Tasmanian Tiger für rund 60 Euro in Khaki, Oliv oder Coyote – außer diesen sozusagen paramilitärischen Farben gibt es auch noch Schwarz und Carbon – unbestückt vor sich, dann schleicht sich angesichts der vielen Schlaufen schon der Gedanke ein, es handele sich da um Gurte für großkalibrige Patronen. Die Matrix von 7 mal 5 Schlaufen, an den Seitenflächen fortgesetzt mit 4 mal 3, hat aber den Sinn, unterschiedlich große Zusatztaschen einzeln oder zu mehreren an verschiedenen Stellen anbringen zu können.

Das Material ist abriebfestes Cordura

Der rund 46 mal 25 mal 12 Zentimeter messende und knapp 600 Gramm wiegende Rucksack ist ein kleiner, einfach aufgebauter und für eine Trinkblase vorbereiteter Daypack mit einem Hauptfach, einem inneren Seitenfach und einer flachen Außentasche mit Reißverschluss. Außer der Molle-Matrix gibt es noch eine Klettfläche, zwei Kompressionsgurte mit Schnallen, mehrere D-Ringe sowie einen Tragegriff. Die Schultergurte sind konturiert und dünn gepolstert wie der Rücken. Der Brustgurt ist schnell abnehmbar und wieder anzubringen. Alles wirkt robust, das Material ist steifes, abriebfestes Cordura. Das hält schon einen Schauer aus, aber der Rucksack ist nicht wasserdicht, sondern hat im Gegenteil am Boden eine Öffnung, damit eingedrungenes Wasser abfließen kann.

  #Einfach voll „lost“

Tasmanian Tiger bietet zur Erweiterung verschieden große Taschen im Hoch- und Querformat. Beispielsweise mit dem Tac Pouch 11 im Format 31 mal 17 Zentimeter (rund 40 Euro), das elastische Seitenwände und eine Kompressionsschnürung sowie einen zentralen Reißverschluss hat, lässt sich das Volumen des Rucksacks um rund ein Drittel erweitern. Die Taschen haben ihrerseits wiederum eine Front mit Molle-Matrix, so dass sich auf eine Tasche noch eine weitere huckepack montieren lässt. So richtig austoben kann man sich mit dem System der Schlaufen und Spezialbehältnisse auf den großen Mehrtagesrucksäcken.

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