„Der letzte amerikanische Soldat“
Chris Donahue blickt ernst und erschöpft. Der Generalmajor trägt sein Sturmgewehr in der rechten Hand und ist dabei, das C-17-Transportflugzeug zu betreten. Hinter ihm ist ein Hangar des „Hamid Karzai International Airport“ zu sehen. Das grünliche Foto wurde von einer Nachtsichtkamera auf dem Flughafen von Kabul aufgenommen. Es erinnert an eine Aufnahme, die das Pentagon zu Beginn der Operation im Jahr 2001 veröffentlichte. Donahue, Kommandeur der 82. Luftlandedivision, verlässt als letzter amerikanischer Soldat Afghanistan. Am Montagabend, eine Minute vor Mitternacht, hebt die C-17 ab. Nach 20 Jahren ist Amerikas längster Krieg zu Ende.
Donahue, der letzte von 775.000 amerikanischen Soldaten, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten am Hindukusch im Einsatz waren, war erst Mitte August nach Kabul beordert worden. Seine Einheit sollte helfen, nach der Machtübernahme der Taliban den Flughafen, die letzte Stellung der Amerikaner, zu sichern. Wieder einmal bewahrheitete sich das alte Soldatensprichwort: Wenn der Präsident den Notruf 911 wählt, klingelt in Fort Bragg das Telefon. Fort Bragg in North Carolina ist Heimat der 82. Luftlandedivision – und einer der größten Militärstandorte der Welt.
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