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Nachdem es im Schwarzwälder Dickicht zuletzt gewaltig knirschte, findet der Breisagauer „Tatort“ zu alter Stärke zurück und lüftet darüber hinaus ein schauriges Geheimnis, wie ihr in Mareks Kritik zur Episode „Der Reini“ erfahrt.
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Welche Kommissare ermitteln im „Tatort: Der Reini“?
In den vergangenen Jahren steigerte sich der Schwarzwälder „Tatort“ von Folge zu Folge und gipfelte schließlich in den herausragenden Episoden „Letzter Ausflug Schauinsland“ sowie „Ad Acta“, dessen Finale mit einem bemerkenswerten Cliffhanger aufwartete, den sein schaler Nachfolger allerdings links liegen ließ.
Ob Sympathieträger Friedemann Berg auf dem geerbten Hof tatsächlich eine Leiche versteckt hat, blieb ebenso offen wie die Frage, warum der Vater seiner Kollegin Tobler solch eine Abneigung gegen den bulligen Kommissar hegt. Stattdessen torpedierte der knapp am Totalausfall vorbeischrammende „Tatort: Die große Angst“ die eigentlich stimmige Chemie zwischen Tobler und Berg und zwang sie in einen unangenehm eskalierenden Konkurrenzkampf um die frei gewordene Stelle der Revierleitung.
Nun jedoch greift Drehbuchautor Bernd Lange die düstere Fährte wieder auf und lüftet Friedemann Bergs lang gehütetes Familiengeheimnis auf die denkbar dramatischste Art und Weise. Überragend verkörpert und hoch spannend in Szene gesetzt liefert er zugleich den Beweis dafür, dass ein Blick in persönliche Abgründe eines Kommissars nicht automatisch in Absurdistan enden muss wie es bei der Konkurrenz leider öfters der Fall ist. Auch deshalb rückt ein vorderer Platz in folgendem Video für Tobler und Berg wieder in Reichweite.
Worum geht es im „Tatort: Der Reini“?
Ein Apotheker wurde von drei Unbekannten getötet, statt Geld fehlen Medikamente. Während Kripo-Anwärterin Lisa Paus am Tatort Unterstützung einfordert, braust Kommissar Berg wortlos davon.
Er hat einen Anruf aus der Psychiatrie erhalten, wonach sein Bruder Reini mit dessen Freundin Mika und dem Gewaltverbrecher Luke Badrow aus der Anstalt geflohen ist. Friedemann Berg vermutet das Trio auf seinem Hof und beweist damit den richtigen Riecher. Dass er seine Waffe im Handschuhfach seines Dienstwagens verstaut, ist allerdings eine weniger clevere Entscheidung, die der Polizist Sekunden später bitter bereut.
Reini und Mika wurden von Luke Badrow nur benutzt. Der Soziopath nimmt das naive Paar sowie den Kommissar als Geiseln und sperrt sie in Bergs abgelegenem Zuhause ein. Währenddessen wundert sich die nichtsahnende Kommissarin Tobler über das Verschwinden ihres Kollegen und beschließt, ihm einen Besuch abzustatten…

Mareks „Tatort“-Kritik: Horrorhaftes Kammerspiel mit exzellenter Besetzung
Zugegeben, wenn Kommissar Berg auf die wenig plausible Idee, seine Waffe im Auto zu lassen, verzichtet hätte, wäre dieser „Tatort“ innerhalb kurzer Zeit vorbei. Im Gegensatz zum Ludwigshafener Mumpitz „Mike & Nischa“, der in der vergangenen Woche in ein ähnliches Logikloch fiel, wäre es hier allerdings um die restlichen knapp 90 Minuten schade gewesen.
Die sind von allen Beteiligten überzeugend verkörpert, wobei Hauptdarsteller Hans-Jochen Wagner besonders in den Vordergrund rückt. Dabei kommt die Vergangenheitsbewältigung seines Kommissars ohne jegliche bedeutungsschwangere Rückblende aus. Sie findet ausschließlich in Wagners Gesicht und in dessen Zusammenspiel mit dem ebenfalls überzeugenden Felician Hohnloser statt, welches das Herzstück dieses bisweilen horrorhaften Kammerspiels bildet, in dem alles auf den Tisch kommt, was über die Jahre sorgsam unter den Teppich gepresst wurde.
Dass die eigentliche Kriminalgeschichte über den getöteten Apotheker keine weiteren Haken schlägt, ist unerheblich. Für ausreichend Spannung ist dank Karsten Antonio Mielke als schwer einzuschätzendem Psychopathen, der die Drohungen gegen seine Geiseln jederzeit in die Tat umsetzen könnte hinreichend gesorgt, vom großen Knall im Finale ganz zu schweigen. Der soll hier natürlich nicht verraten werden. Nur so viel sei gesagt: Es wird weitergehen für Tobler und Berg, was nach Sichtung dieses Krimis eine gute Nachricht ist.
Der „Tatort: Der Reini“ wurde am Sonntag, den 16. November 2025 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar.
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