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#Der VfL Wolfsburg kann es nicht glauben

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Als die Spielerinnen des VfL Wolfsburg nach Schlusspfiff auf den Rasen sanken, war nicht klar: ob aus Enttäuschung oder Erschöpfung. 97 Minuten lang hatte der FC Barcelona die Niedersächsinnen gefordert und nicht selten gestresst. Ein hochklassiges, mitunter auch fulminantes Champions-League-Finale in Eindhoven endete mit einem 3:2-Sieg der Katalaninnen gegen Wolfsburgerinnen, die zeigten, dass sie verdient die größte Bühne des europäischen Vereinsfrauenfußballs bespielten. Die aber auch einsehen mussten, dass Barca der verdiente Champion 2023 ist.

Nach starker Leistung der Spanierinnen war sogar auch deren Jubelchoreographie eindrucksvoll, während den Deutschen nur die traurige Zuschauerinnenrolle blieb. Nach Kraftakten gegen Paris und Arsenal in den K.o.-Runden zuvor endete die Europareise des VfL ehrenvoll gegen das derzeit wohl weltbeste Team. „Wir waren so nah dran“, sagte Svenja Huth anschließend im ZDF. „Es tut gerade richtig weh.“ Und Alexandra Popp meinte beim Streaminganbieter DAZN: „Ich bin ziemlich leer, mir fehlen die Worte. Wahrscheinlich ist Barcelona der verdiente Sieger. Aber wenn du so nah dran bist und das Spiel aus der Hand gibst, dann tut es einfach nur brutal weh. Wir hatten sie eigentlich.“

Barcelona drückt enorm aufs Tempo

Im vorigen Jahr hatten die „Wölfinnen“ schon mal ein traumatisches Erlebnis gegen Barcelona gehabt. Bei der deftigen 1:5-Halbfinalhinspiel-Niederlage im Camp Nou waren sie vom Anpfiff an regelrecht überrollt worden von der katalanischen Angriffswucht. Das galt es nun vor 33.000 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Eindhovener Stadion unbedingt zu verhindern. Doch die Katalaninnen schienen die Geschichte wiederholen zu wollen: Schon nach 40 gespielten Sekunden schossen sie erstmals auf das von Nationaltorwartin Merle Frohms gehütete Tor.

Doch bei der ersten Wolfsburger Offensivaktion lief es erfolgreicher. Ewa Pajor hatte den Ball von Lucy Bronze erobert und abgezogen – 1:0 für Wolfsburg (3.). Was aber die Barca-Frauen in ihrem dritten Europapokalfinale in drei Jahren nicht wirklich zu bekümmern schien. Und die Niedersächsinnen durften angesichts des auf technischer Brillanz und geschicktem Positionsspiel beruhenden Dauerdrucks, den sie sich fortan erwehren mussten, ahnen, dass ihnen ein Tag der Arbeit bevorstehen würde.

Jeder kombinierte Eintritt in den Wolfsburger Strafraum bedeutete Alarm. Die Katalaninnen drückten enorm aufs Tempo, beschäftigten den VfL mit hoher Intensität, führten auch jeden Freistoß fix aus, um das Spiel schnell zu halten und den Gegnerinnen keine Verschnaufpausen zu gewähren. Fahrlässig aus FCB-Sicht, dass aus den Topchancen von Paredes (13.), Aitana (27.) und Hansen (34.) kein Treffer resultierte.

Viel investiert, nichts gewonnen: die Frauen des VfL Wolfsburg im Finale gegen den FC Barcelona.


Viel investiert, nichts gewonnen: die Frauen des VfL Wolfsburg im Finale gegen den FC Barcelona.
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Bild: Reuters

Und was machten die defensiv enorm beanspruchten Wolfsburgerinnen? Sie schossen ein weiteres Tor. Pajor flankte bei einem der wenigen Wolfsburger Entlastungsangriffe gezielt vor das Tor – und Alexandra Popp verwertete (37.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte vereitelte VfL-Torhüterin Frohms noch den Anschlusstreffer durch die frei vor ihr aufgetauchte Salma.

Die Frage vor Wiederbeginn: Zeigten sich die Spanierinnen zermürbt von der Wolfsburger Effizienz oder angestachelt vom bis dahin verrückten Spielverlauf? Die Antwort fiel deutlich aus: Binnen drei Minuten egalisierte der spanische Meister gegen den deutschen Pokalsieger. Patricia Guijarro traf, jeweils gekonnt freigespielt, zwei Mal aus der Nahdistanz – erst mit dem Fuß (48.), dann per Kopf (51.). Vorsprung verspielt, alles wieder offen.

Die Wolfsburger Hoffnung, dass das Publikum aufgrund der drei Niederländerinnen in der VfL-Startformation es mehrheitlich mit den Deutschen halten könnte, erfüllte sich nicht. Die FCB-Fans waren zahlenmäßig und stimmlich deutlich überlegen. So wie auch deren Team auf dem Rasen. Als die Wolfsburgerinnen durch die unermüdliche Angreiferin Pajor zwei aussichtsreiche Konter gestartet aber unpräzise vollendet hatten (68., 69.), verpassten sie sich im Gegenzug quasi selbst den K.o. Eine Slapstick-Einlage der VfL-Hintermannschaft ermöglichten es der einstigen Wolfsburgerin Fridolina Rolfö (70.), das Match vollends zu drehen.

In der Folge nahmen die Katalaninnen etwas Geschwindigkeit aus ihrem Spiel, ohne aber nennenswert an Ballbesitz einzubüßen. Die offensiven Wechsel von VfL-Coach Tommy Stroot sorgten noch für eine Schlussoffensive mit den allerletzten Kräften. Doch dann war sie dahin für die „Wölfinnen“, die Chance auf den dritten Europapokaltriumph der bisherigen Vereinsgeschichte.

„Es ist super ärgerlich, weil wir viel investiert haben und ich glaube, dass wir mehr verdient hätten“, sagte Kathrin Hendrich später: „Auf der anderen Seite ist Barça auch der verdiente Sieger.“ Insgesamt sei das Finale ein „überragendes Erlebnis“ gewesen, meinte die Abwehrspielerin, „es war einfach Gänsehaut pur.“

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