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#Die kreativen Geschäfte des Cristiano Ronaldo

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Die kreativen Geschäfte des Cristiano Ronaldo

Das Eckportal des neuen Hotels ist un­scheinbar, die Adresse gehört jedoch zu den besten in Madrid. An der Gran Vía 29, dem großen Boulevard im Herzen der spanischen Hauptstadt, hat „CR7“ eine neue Dependance eröffnet. Die Abkürzung steht für die Initialen und die Trikotnummer des portugiesischen Fußballstars Cristiano Ronaldo, der längst nicht mehr nur sportlich aktiv ist. In Spanien und Portugal in­vestiert er in Hotels und Haarkliniken.

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Mit dem neuen „Pestana CR7 Gran Vía“ kehrt Ronaldo geschäftlich nach Ma­drid zurück, wo er in den Jahren 2009 bis 2018 für Real Madrid spielte, bevor er zu Juventus Turin wechselte. 168 Zimmer hat das Hotel in dem weißen, mit Säulen und Türmchen verzierten Gebäude aus den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. In den unteren Geschossen beherbergt es eine der größten Buchhandlungen der Stadt.

Doch viele zieht es jetzt in die neunte Etage. Dort befindet sich die Sportbar neben einer Pizzeria und der Dachterrasse mit Pool. Es versteht sich von selbst, dass die Gäste im Vier-Sterne-Haus des Fußballers auch Sport treiben können. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich die Eröffnung um fast ein Jahr. Das „Soft Opening“ ist auch jetzt kein Problem, denn die Touristen kehren erst langsam in die spanische Hauptstadt zurück. Günstige Zimmer sind fast überall zu haben.

100 Millionen Euro im Jahr

Das „CR7 Gran Vía“ ist das erste Hotel außerhalb Portugals, im Juni öffnete dann auch ein viertes Haus am New Yorker Times Square die Türen. Ronaldo hatte die Partnerschaft mit der portugiesischen Pestana-Gruppe in seiner Heimat begonnen. Dort knüpfte er an seine eigenen Wurzeln an: Das erste „Pestana CR7 Lifestyle Hotel“ entstand 2016 am Hafen von Funchal auf Madeira, wo der Fußballer unter einfachen Verhältnissen aufgewachsen war und ein eigenes Museum an ihn erinnert. Im selben Jahr öffnete das CR7-Hotel in einem renovierten alten Ge­bäude in der Baixa von Lissabon. Als Nächstes sollen Projekte in Marrakesch, Manchester und Paris folgen. Pestana und Ronaldo sind zu gleichen Teilen an dem Unternehmen beteiligt.

In Madrid hat der Weltfußballer, dessen jährliches Einkommen Forbes auf rund 100 Millionen Euro schätzt, schon vor einiger Zeit in einer völlig anderen Branche investiert. Er ist Partner von „Insparya“, einer Kette von Kliniken für Haartransplantationen. Die erste Klinik öffnete in bester Lage in der Madrider Calle de Joaquín Costa. Im mondänen Küstenort Marbella, wo der Fußballer selbst gern Urlaub macht, wird gerade die zweite Klinik in Spanien eingerichtet.

Seit Insparya die Saúde-Viável-Kliniken in Portugal übernommen hat, gibt es auch Niederlassungen in Lissabon, an der Algarve, in Braga und Porto – mit mehr als 60 Operationssälen und über 300 Mitarbeitern und insgesamt bisher 40.000 Transplantationen. Laut Presseberichten ist eine neue Klinik in Mailand geplant, die mit dem Slogan wirbt: „Erhalten Sie Ihr Haar jetzt und für immer zurück.“ Ronaldo hat dafür nicht nur Geld gegeben, sondern auch die Menschen mit seinem Vorbild inspiriert, dem „Ergebnis von Anstrengung, harter Arbeit und dem Geist der Aufopferung“, wie es auf der Website von Insparya heißt.

Wenn es darum geht, seinen Reichtum zu mehren, ist der mehrfache Champions-League-Sieger in der Tat unermüdlich und kreativ. Mit seiner Marke CR7 verkaufte er schon Unterwäsche, Schuhe, Parfüms, Son­nenbrillen und Bettdecken. Auch Fitnesscenter tragen sein Kürzel. Laut Forbes sind es seine lukrativen Werbeverträge, die ihm dabei helfen, zum Milliardär zu werden. Vor fünf Jahren erhielt er vom Sportartikelhersteller Nike einen Vertrag über eine Milliarde Dollar auf Lebenszeit. Es wird darüber spekuliert, dass er längst mit Werbung mehr Geld verdient als auf dem Fußballfeld – besonders im Internet.

Laut der jährlichen „Instagram Rich List“ hat Ronaldo mehr als 300 Millionen Follower, so viele wie kein anderer Instagram-Nutzer auf der Welt. Mit seinen Werbespots verdient er dort mittlerweile möglicherweise das meiste Geld: Laut der Liste sind es mit jedem Post bis zu 1,6 Millionen Dollar, womit er den Schauspieler Dwayne Johnson („The Rock“) in den Schatten stellt.

In letzter Zeit scheint er mehr an seinen sportlichen Ruhestand zu denken. In Lissabon kaufte er laut Medienberichten im vergangenen Jahr eine der teuersten Wohnungen, ein 288 Quadratmeter großes Penthouse. Dazu kam in Cascais an der Küste ein Grundstück von 10.000 Quadratmetern. Er fange langsam an, die Vorstellung zu genießen, sich „außerhalb des Fußballs zu sehen. Wer weiß, was in den nächsten ein oder zwei Jahren passieren wird“, sagte er in einem Interview mit SPORTbible.

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Mit Spanien scheint er sich versöhnt zu haben. In Madrid war im Jahr 2017 gegen ihn Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben worden. Ihm wurde vorgeworfen, er habe Einnahmen aus Bildrechten über ein Geflecht aus Briefkastenfirmen verschleiert und mehr als 14 Millionen Euro Steuern nicht gezahlt. Am Ende bekannte er sich in mehreren Anklagepunkten für schuldig, erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren und musste knapp 19 Millionen Euro Steuern nachzahlen.

All das tat offenbar seiner Liebe zu dem Land keinen Abbruch. In diesem Sommer kreuzte er wieder mit seiner großen Familie auf seiner Yacht vor Mallorca, wie Bilder zeigten, die er in sozialen Netzwerken veröffentlichte. Nach dem frühen Ausscheiden Portugals bei der Europameisterschaft hatte er auf einmal länger Urlaub. Nach Informationen der Zeitung Última Hora ließ er sich dafür mit einem blauen Rolls-Royce in die Luxusfinca Castell de Manresa in Alcúdia fahren.

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