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#Die meisten Schüler stecken sich nicht im Klassenzimmer an

Die meisten Schüler stecken sich nicht im Klassenzimmer an

Täglich wird im Unterricht über die Corona-Regeln gesprochen, in den Pausen treiben die Lehrer die Schüler auseinander, wenn der Abstand nicht eingehalten wird, auf Gängen gibt es Einbahnstraßensysteme und strenge Maskenpflicht – und kaum verlassen die Schüler das Schulgebäude, ist alles vergessen. Sie sitzen dichtgedrängt an Bushaltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, treffen sich in größeren Gruppen auch in geschlossenen Räumen oder begrüßen sich mit Umarmungen wie eh und je.

Heike Schmoll

Heike Schmoll

Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

Eine Auswertung der Infektionszahlen an Hamburger Schulen belegt jetzt, dass sich Schüler außerhalb der Schule vier Mal so häufig anstecken wie in der Schule. Die Schulbehörde hat alle Daten vom 4. August bis zum 4. Oktober (dem Beginn der Hamburger Herbstferien) erhoben. Sie hat dabei festgestellt, dass sich von 372 positiv getesteten Schülern (insgesamt sind es in Hamburg 256.000) an allgemeinbildenden Schulen 292 nicht in der Schule angesteckt haben.

RKI gegen generelle Schließung

80 von ihnen könnten ihre Corona-Infektion in der Schule bekommen haben, sicher könne man das allerdings nicht sagen, meint Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD), der die sozialdemokratisch regierten Länder in der Kultusministerkonferenz koordiniert. Es sei durchaus möglich, dass sich die Infektionen auch privat ereignet haben könnten. Das Infektionsrisiko außerhalb der Schule ist offenbar vielfach höher als in der Schule. Deshalb ärgert sich Rabe sichtlich darüber, dass in der Öffentlichkeit fortgesetzt von der Gefahr durch Schule die Rede ist. Die Hamburger Zahlen widerlegen die Behauptung, dass sich die Schulbeteiligten überdurchschnittlich häufig mit dem Coronavirus infizieren.

Bestätigt fühlen kann sich der Schulsenator durch den Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Der bekräftigte am Donnerstagmorgen, dass er keine Veranlassung sieht, Schulen und Kitas generell zu schließen. „Wir können das managen“, sagt Wieler in Berlin. Die Inzidenzen bei Kindern unter zwölf Jahren seien niedriger als in anderen Altersgruppen. Kinder liefen dem Infektionsgeschehen eher hinterher. Voraussetzung sei, dass „die schlauen Konzepte“, welche die Schulen entwickelt hätten, auch verwirklicht und Kontaktbeschränkungen auch außerhalb der Schule eingehalten würden.

„Wir haben den Heimvorteil, dass wir zugleich Kommune und Bundesland sind“, sagte Rabe. Bei jedem Infizierten haben die Schulleiter der 171 Schulen und Schulaufsichten versucht, die Infektionsketten genau nachzuverfolgen. Auffällig war, dass es sich in Hamburg sehr oft um Einzelfälle handelte. Nur bei 30 Prozent (116 Schülern) ließ sich ein Partnerfall an der Schule finden. Hier gab es Gespräche mit den Gesundheitsämtern, mit Schülern, Eltern und Lehrern. Vor allem wurde untersucht, ob es in der Jahrgangsstufe weitere Fälle gab.

Niedrigste Infektionsraten in Grundschulen

Überraschend war bei der Datenanalyse, dass die Schulformen sehr unterschiedliche Infektionsraten aufwiesen. In Hamburg gibt es neben den Grundschulen die Stadtteilschule und das Gymnasium als weiterführende Schulen, die Sonderschulen und die Berufsschulen. Am niedrigsten war die Infektionsrate in den Grundschulen. An den Stadtteilschulen als integrierten Gesamtschulen war die Infektionsrate doppelt so hoch wie an den Gymnasien, obwohl es sich um die gleichen Schülergruppen handelt (Schüler älter als zehn Jahre bis zum Abitur). „Wenn man das mathematisch auf eine einfache Formel bringt: Auf einen infizierten Grundschüler kommen zwei infizierte Gymnasiasten und vier infizierte Stadtteilschüler“, sagte Rabe.

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