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#Die Transformation der IG Metall

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Christiane Benner führt nun Deutschlands größte Industriegewerkschaft. Nach Jahren des Aufschwungs wird sie die IG Metall an unbequemere Zeiten gewöhnen müssen.

Die IG Metall ist eine große, starke Gewerkschaft. Sie hat mehr als zwei Millionen Mitglieder und eine gut gefüllte Kasse. Sie ist in den großen Industrien tarifpolitisch handlungsfähig. Selbst in der gerade erst aus dem Boden gestampften Tesla-Autofabrik bei Berlin hat sie schon 1000 Beschäftigte als Mitglieder gewonnen, die sich neuerdings offen zu ihr bekennen; was in der Welt des Elon Musk durchaus Mut erfordert. Und politisch hat die IG Metall die Position einer der mächtigsten Lobbyorganisationen überhaupt.

Insofern übernimmt ihre neue Vorsitzende Christiane Benner eine solide aufgestellte Organisation, mit der sich für die Zukunft etwas anfangen lässt. Und eine Gestaltungsaufgabe, die sich nicht gleich Mangelverwaltung unterordnen muss – wie das etwa vor 20 Jahren die Gründungszeit von Verdi prägte, der anderen Gewerkschaft in der Zwei-Millionen-Liga.

Nicht nur Zuwüchse verteilen

Sie entstand aus fünf kleineren Gewerkschaften, von denen mehrere kaum zukunftsfähig waren – ihre Branchen, ob Handel oder Druckindustrie, darbten in Strukturkrisen, die Mitgliederbasis bröckelte, und Finanznot verhinderte den Aufbau neue Organisationsstärke. Ähnlich erging es den Gewerkschaften für die Textil-, Holz- und Kunststoffindustrie, die schon Unterschlupf bei der IG Metall gefunden hatten.

Deren heutige Stärke beruht darauf, dass ihre Kernbranchen, ob Automobil- oder Maschinenbau, einen langen exportgetriebenen Aufschwung hatten – der aber nun auch vorbei ist und in eine veritable Strukturkrise überzugehen droht, verursacht durch technologische Umbrüche, Probleme mit der Energieversorgung und immer neue weltpolitische Verwerfungen.

Die Hauptaufgabe für Benner und ihr Team wird sein, ein mentales Umsteuern in der IG Metall zu organisieren: ein Stück weg von der Gewohnheit, Zuwächse zu verteilen – hin zu ei­ner Tarifpolitik, die Umbau und Erhalt industrieller Wertschöpfung erleichtert. Dazu nur auf Subventionen und Lobbykräfte zu setzen, sich aber tarifpolitisch ungerührt mit Ideen wie der Viertagewoche bei „vollem Lohnausgleich“ zu profilieren, das wird auf Dauer nicht klappen.

Gesucht ist ein Konzept, das Beschäftigte und Betriebe unter widrigen Umständen in sozialpartnerschaftlichem Rahmen zusammenhält. Ihr gutes Wahlergebnis sollte Benner die Aufgabe erleichtern.

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